Sonntag, 27. Februar 2011

Umgraben

Wir haben hier sehr schweren Boden. Als ich das erste Mal versuchte ihn zu bearbeiten, war ich etwas überfordert. Ich bin aus meiner Heimat im westlichen Münsterland ja nur sehr sandigen Boden gewöhnt. Dementsprechend klang auch mein Anruf, als ich meinem Vater von unserem Garten erzählte: "Unser Boden ist so lehmig, ich glaube da könnte man mit töpfern, wenn er nass ist."
Mein Vater, als alter Gartenhase gab mir allerlei Tipps. Darunter auch einen, den ich im Herbst direkt umsetzte: "Grab den Boden im Herbst um, dann frieren im Winter die Schollen auseinander und du hast im Frühjahr einen schön krümeligen Boden." - Frostgare nennt man das.
An diesen Tipp versuchte ich mich im letzten Herbst auch zu halten. Allerdings muss man dazu sagen, dass unser Garten fast nur aus Rasen bestand. Ein Gemüsebeet war nicht angelegt. Wir hatten im Frühjahr lediglich ein 4 m² Stück experimentell in ein Gemüsebeet verwandelt. Meine Arbeit bestand also nicht aus schlichtem Umgraben, ich musste gleichzeitig auch noch die Grasnarbe unterheben. Zum Glück konnte ich meinen Mann dazu überreden, auch einen Teil unterzuheben. Ich glaube mein bestes Argument war dabei die sportliche Betätigung.
Und - was soll ich sagen - mein Vater hatte natürlich recht. Als ich in den letzten Tagen im Garten vorbei schaute, ließen sich die großen schweren Schollen problemlos zerbrechen.
Aber dann kam der "Hessische Kleingärtner". Nein, dass ist kein Mensch, sondern eine monatlich erscheinende Zeitung, die man sich bei uns im Verein kostenlos mitnehmen kann. Ich blätter eigentlich durch jede Ausgabe einmal durch, denn häufig stehen dort sehr informative Artikel drin. In der Ausgabe vom Dezember hätte ich den interessantesten Artikel aber beinahe überblättert. Ich fand ihn erst letztens, als ich in meiner Funktion als Vorstandsmitglied einige Mußeminuten während einer Sprechstunde hatte. Wer kommt denn auch auf die Idee, dass sich unter der Überschrift "Ein Ammenmärchen?" ein Artikel zum Thema Umgraben verbirgt?
Das Ammenmärchen war natürlich die Frostgare. Das stand sogar mit in der Überschrift. Nur kleiner. Diese Sätze des Artikels machten mich dann doch änstlich: "In der Tat dehnt sich das in den Poren vorhandene Wasser beim gefrieren aus und sprengt das verfestigte mineralische Bodenmaterial zu Krümeln. Nicht selten jedoch sind diese Krümel von nur kurzer Dauer, da aus Mangel an organischen Substanzen jegliche Verklebung und natürliche Ton-Humus-Komplexbildung fehlen und bereits mit der Schneeschmelze aber spätestens nach dem ersten großen Regen im Spätwinter/Frühjahr sich die gewonnene Frostgare in Verschlemmung auflöst."(1) - Werde ich wieder mit riesen Schollen kämpfen müssen? Wird mein Garten gar aussehen wie ein Schlammloch? Was soll ich denn jetzt machen, ich hab doch schon umgegraben!?
Der Artikel klärte darüber auf, dass das Umgraben die Mikroorganismen jedesmal empfindlich stört und damit das Milleu des Bodens zerstört wird. Der Artikel riet dazu, den Boden regelmäßig mit angewelktem Grasschnitt, Blättern oder Stroh abzudecken . Die dadurch entstehende Rotte und damit die Anreicherung des Bodens durch Humus würde diesen Auflockern. Da die Bodenorganismen jedoch bei ihrer Vermehrung Stickstoff verbrauchen, muss gleichzeitig für eine Stickstoffzufuhr gesorgt werden. Durch Hornspäne oder Brennesseljauche und Beinwelljauche lässt sich dies gut bewerkstelligen.  Das Gießen mit einem Bodenaktivator im Herbst und im Frühjahr soll dabei den Verrottungsprozess beschleunigen. Angeblich braucht man den so entstandenen Boden nurnoch mit Sauzahn und Rechen bearbeiten.
Ich werde dieses für mich neue Verfahren dieses Jahr einmal testen. Auf die Ergebnisse dürft ihr euch dann im nächsten Jahr freuen.
Dieses Frühjahr muss der Boden halt mit einer Kompostgabe und in dem Zustand, in dem er sich nach dem ersten Starkregen befinden wird, herhalten. Mal schauen, wie die Pflanzen wachsen werden.
Achja, was ist ein Bodenaktivator und wo bekomm ich den her? Ich werde mich mal informieren müssen.

Oh, auf dem Weg zum Garten entdeckte ich mal wieder, was für schöne Eiskristalle uns der Frost zaubern kann. Das ist ein Bach bei uns in der Nähe:
Ich wünschte nur, ich hätte eine bessere Kamera dabei gehabt. Das sah so interessant aus, wie die Kristalle im Licht glitzerten. Darunter das eiskalte, glasklare Wasser. Toll.

(1) Sachsenheimer, Karl: Frostgare - Ein Ammenmärchen?. In: Hessischer Kleingärtner, 2010, Heft 12, S. 246.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Die Wochenendomnivorin

"Om-ni-vore, der [lat. >>Allesfresser<<]: ein Lebewesen, das sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren ernährt"
(Michael Pollan: Das Omnivorendilemma).

Manchmal passiert es einem, dass einem ein Thema, oder eine Sache, oder ein Mensch immer wieder über den Weg läuft. Mir geht es in letzter Zeit so mit dem Thema Fleischkonsum. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, ich esse gerne Fleisch und möchte auch nicht darauf verzichten. Aber wie ich bereits sagte, dass Thema verfolgt mich in letzter Zeit. 
Alles begann damit, dass ich, ich kann nicht einmal mehr sagen wodurch, auf die Frage gestoßen wurde, ob ich mich noch auf den Sonntagsbraten freue. Ich dachte darüber nach und musste mir ehrlich antworten: Nein. Eigentlich esse ich jeden Tag Fleisch. Sei es als Aufschnitt auf dem Brot oder als Gehacktes im Mittagessen. Fleisch ist eines meiner Hauptnahrungsmittel. Das hatte aber zur Folge, dass ich mich nicht mehr auf den Sonntagsbraten freue. Nun ja, den sprichwörtlichen Sonntagsbraten gab es Sonntags eigentlich eher selten, aber leckere Gerichte, meistens mit Fleisch, gab es dann doch. Aber selbst wenn es einen Braten gegeben hätte, wäre er irgendwie normal bzw. alltäglich gewesen. Und ich muss ehrlich sagen, das beunruhigte mich, hätte es doch das Verschwinden des Sonntagsbratens zur Folge, wenn dieser genauso gut ein Montags- oder Mittwochsbraten sein könnte.
Etwa zeitgleich mit dem Ende dieser Überlegungen las ich in einer Zeitung die Empfehlung zu einem Buch: "Das Omnivorendilemma - Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde" von Michael Pollan. 
Ich freute mich bei der Bestellung schon auf ein handliches Buch über Ernährung und war umso erstaunter, als ich ein Werk mit über 500 Seiten in der Hand hielt. Ich muss ja ehrlich gestehen, bisher habe ich mich noch nicht herangewagt und nur den Klappentext gelesen. Mein Mann jedoch hat besagtes Buch schon angefangen. Nachdem er etwa ein Viertel des Buches gelesen hatte, machte es auf einmal >Poff< und das Buch wurde mit Wucht zugeklappt. Ich hörte ihn nur murmeln: "Jetzt kommt der ekelige Teil". Fragend schaute ich ihn an und fragte ihn: "Welcher ekelige Teil?". Seine Antwort: "Tierhaltung und Fleischherstellung". 
Klar, im Prinzip weiß jeder von uns, dass Fleisch aus dem Supermarkt in der Menge eigentlich nicht tierfreundlich hergestellt werden kann. Was anderes ist es aber, diese Praxis zu sehen, oder genau beschrieben zu bekommen. Mich brachte diese Bemerkung meines Mannes aber zurück auf die Frage nach dem Sonntagsbraten und ich fasste den Entschluss, mal eine Woche lang in der Woche kein Fleisch zu essen, um mich dann am Wochenende um so mehr auf das Schinkenbrot und den Sonntagsbraten zu freuen. 
Meine erste Überlegung zu diesem Thema ging in die Richtung: "Was mach ich mir denn jetzt Abends aufs Brot? Käse?" Klar Käse. Wie einfallsreich. Nach drei Tagen Käse auf dem Brot hatte ich die Nase voll von Käse. Also gab es Frischkäse. Naja, natürlich nicht pur. Ich versuchte mich an allerlei Aufstrichen. Dabei stieß ich dann auch auf Fisch als Alternative. Gut, Fische sind auch Tiere, aber sie verderben wenigstens nicht die Freude auf den Sonntagsbraten. Achja, eine Mischung aus  geräuchertem, kleingeschnittenem Lachs, geriebener Salatgurke und Frischkäse, mit Kresse, Salz und Pfeffer abgeschmeckt, ist sehr lecker.
Blieb aber immer noch das Problem mit dem Mittagessen. Zum Glück hatte ich mir im Sommer ein Kochbuch gekauft "Fitnessküche - Köstlich, leicht und herrlich frisch", in dem es auch ein Kapitel mit vegetarischen Gerichten gab. 
Eigentlich war das Buch ja als Inspiration gedacht, was ich alles mit meinen selbstgezogenen Gartenfrüchten anstellen könnte. So erfüllte es aber noch einen anderen Zweck. Und ich entdeckte noch eine Fleischalternative: Pilze. Hätte ich gewusst, dass Pfifferlinge in einem Gemüseauflauf so lecker schmecken, hätte ich das schon viel eher ausprobiert...
Naja, aber genug vom Geschwafel. Das Ende vom Lied war, dass ich die Woche erfolgreich hinter mich brachte und mich tatsächlich auf den Sonntagsbraten freute. Und den gab es dann auch. In leckerer Soße mit Salzkartoffeln und Kaisergemüse. Mhhmm. Und fleischlos essen fühlte sich garnicht so schlecht an... an maximal fünf Tagen in der Woche. Dieses Experiment kann ich jedem nur empfehlen.
Trotzdem ließ mich das Thema noch nicht los, denn kurz darauf brachte der Ökotest in 01/2011 einen Artikel: "Es geht auch ohne", der ebenfalls auf die Probleme der Tierhaltung und auf den gesundheitlichen Aspekt unseres Fleischkonsums hinwies. Dieser überzeugte mich schließlich, meinen Fleischkonsum dauerhaft zu reduzieren. Zumindest ein wenig. Eine strikte Wochenendomnivore werde ich wohl trotzdem nicht, denn zum einen ist ein Fisch ja auch ein Tier und zum anderen kann ich mir nicht verkneifen, hin und wieder etwas Schinken auf mein Brot zu tun. Aber wie die Berlinerin Katharina Rimpler schon feststellte: "Zwei halbe Vegetarier sind auch ein ganzer." (http://halbzeitvegetarier.de/) Man muss es ja nicht ganz so genau nehmen.

Montag, 7. Februar 2011

Auch im Winter gesund leben

Heute möchte ich euch eine Pflanze vorstellen, die mich jetzt schon einige Jahre begleitet:
Jiaogulan
Jiaogulan wird auch Unsterblichkeitskraut genannt und ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Das mag daran liegen, dass Jiaogulan wirklich viele Anti-Aging-Stoffe beinhaltet. Da wären einmal die Gypenoside, die zu den Saponinen gehören und die Ginsenoside, die auch im Ginseng enthalten sind. In Jiaogulan sind jedoch wesentlich mehr verschiedene Saponine zu finden als im Ginseng. Es ist ein Adaptogen. Und so hat es denn auch vielfältigste Wirkungen. Darunter Stressverminderung, antioxidative Wirkung, Blutdruckregulierung, Blutzucker Senkung und viele andere. Am wichtigsten ist jedoch, dass nachgewiesen wurde, dass Jiaogulan gegen Krebs wirkt, ihm vorbeugt und bei einer Chemotherapie unterstützend eingesetzt werden kann. Es kommt ursprünglich aus China und Japan und wird dort als Tee- und Gemüsepflanze benutzt. Wer noch mehr Infos zu Jiaogulan möchte, sollte einfach mal danach googlen. Es gibt einen Haufen Seiten dazu.
Aber jetzt das Tollste: Jiaogulan kann als Zimmerpflanze oder im Garten kultiviert werden, denn es ist nahezu unverwüstlich. Da es bis -18°C winterfest ist, habe ich meine Pflanze letztes Jahr geteilt und einen Teil in den Garten gepflanzt. Wie Stauden zieht Jiaogulan dort im Winter ein und treibt im Frühjahr aus den Wurzeln wieder aus. Im Haus wächst es aber das ganze Jahr über. Und selbst kleine Pflegefehler verzeiht es schnell, denn die Rankpflanze ist überaus wüchsig. So kann man denn auch regelmäßig einige ihrer Blätter ernten und verwerten. Und wie soetwas aussehen kann, möchte ich euch hier zeigen:

Jiaogulan-Milch-Joghurt-Drink

Ihr braucht für 2 Gläser:
1 Hand voll Jiaogulanblätter
1/2 Glas Joghurt
1 1/2 Gläser Milch
etwas zum Süßen (Zucker, Honig... Ich hab Stevia genommen. Stevia-Infos: hier klicken)

Das Ganze wird in einen Mixer gefüllt und gut durchgemixt. In ein schönes Glas gießen und mit einem Jiaogulanblatt garniert servieren. Man kann auch noch einige Eiswürfel mit rein tun. Schmeckt schön frisch und ist gesund.

Im aktuellen Rühlemanns-Katalog auf Seite 119 findet man noch ein Rezept für Jiaogulan-Sekt. Der schmeckt auch sehr gut.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren. 
Achja, wenn ihr noch Rezepte mit Jiaogulan kennt, würden die mich auch sehr interessieren.

Freitag, 28. Januar 2011

Für euch gelesen: "Köstliches von Waldbäumen"


Da ist mir doch letztens ein interessantes Buch untergekommen: "Köstliches von Waldbäumen - bestimmen, sammeln und zubereiten" von Dr. Markus Strauß.
Natürlich musste ich mir dieses Buch gleich besorgen und probelesen. Und um euch die Entscheidung zu erleichtern, ob es sich lohnt, dieses Buch zu kaufen oder nicht, möchte ich nun von meinen (bisherigen) Erfahrungen mit diesem Buch berichten.
Das Buch beschäftigt sich mit 10 Waldbäumen, die zum größten Teil bekannt sind: Birke, Buche, Eiche, Esskastanie, Fichte und andere Nadelbäume, Robinie, Sommerlinde, Spitzahorn und Vogelkirsche. Diese Beschränkung auf lediglich 10 Bäume finde ich sehr sinnvoll, da besonders Anfänger bei der Suche und Bestimmung der Bäume nicht überfordert werden. Es kommt nicht zu einem Zustand, in dem man im wahrsten Sinne des Wortes 'den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht'.
Jedem dieser Bäume ist jeweils ein Kapitel gewidmet, welches sich in "Porträt" des Baumes, "Wuchs und Aussehen", "Vorkommen", "Charakteristische Inhaltsstoffe und Heilwirkungen", "Sammeltipps", "Verwendete Pflanzenteile und Erntezeit" und "Rezepte und Ideen" unterteilt. Grundsätzlich ist jedes dieser Unterthemen sehr ausführlich behandelt, doch fehlen mir gerade bei "Wuchs und Aussehen" weitere Bilder um den jeweiligen Baum genau bestimmen zu können. Trotzdem muss man lobend hervorheben, dass verwechselbare Arten gut beschrieben sind und zum Glück auch erwähnt werden. Man sollte, ist man sich bei der Bestimmung eines Baumes nicht sicher, aber dennoch ein anderes Bestimmungsbuch oder einen Sachkundigen zu Rate ziehen.
Vom Rezeptteil wiederum bin ich sehr begeistert. Der Autor geht genau auf Herstellungsmöglichkeiten und Verwendung der Pflanzenteile ein und ist bei den Rezepten sehr kreativ. So wird beispielsweise beschrieben, wie Eichelmehl hergestellt werden kann und wie die Ölgewinnung aus Fichtensamen möglich wäre. Dies ist jedoch so aufwändig, dass es wohl nur wirklich experimentierfreudige Mitmenschen ausprobieren werden. Aber die Rezepte für "Fichtengemüse indische Art" oder für "Eichelplätzchen" hören sich wirklich toll an und werden sicher mal ausprobiert. Ich war erstaunt was sich aus unseren heimischen Bäumen alles machen lässt.
Zu allen sammelbaren Pflanzenteilen gibt es dann auch jeweils eine Tabelle mit den entsprechenden Sammelmonaten. Zusammengefasst findet man diese Angaben nochmals in einem Sammelkalender, der sich aus dem Buchrücken ausklappen lässt. Da werden die nächsten Waldspaziergänge bestimmt nicht langweilig...
Alles in allem ein Buch, das ich mit viel Vergnügen gelesen habe und aus dem ich sicherlich einige Rezepte ausprobieren werde.
Vielleicht kennt ihr ja auch noch Rezepte mit von Bäumen gesammelten Pflanzenteilen. Ich wäre sehr interessiert.
Eure Thab

P.S. Ich habe meine erste Stammleserin. *freu* Herzlich willkommen hier und danke für das Interesse!

Freitag, 21. Januar 2011

Badecupcakes

Ja, wie die Überschrift schon vermuten lässt, geht es diesmal eher weniger um den Garten oder um Pflanzen. Klar, ich habe am Mittwoch meine ersten Samen dieses Jahr ausgesät, aber wollte ich darüber berichten, wäre ich schnell fertig.
Es ging ja auch alles glatt bei der Aussaat. Die Kokoserde quoll auf, wie sie sollte und die Physalis, Vanilleblumen und Lupinen sind in den Startlöchern. Jetzt braucht man nur noch Geduld, bis sie keimen.
Und um mir diese Wartezeit zu vertreiben habe ich gestern ein paar Badecupcakes gemacht:

 

Nein, die kann man nicht essen. Eigentlich sind das ganz normale Badekugeln, die sprudeln, wenn man sie ins Badewasser wirft. Das rosa Törtchen duftet nach Orange, das Grüne nach Aprikose und die hellblaue Sahne nach Vanille.

Damit ihr auch ein so buntes Vergnügen genießen könnt, schreibe ich euch hier mal eine Anleitung dazu:
Ihr braucht für dein Teig:
200g Natron
100g Zitronensäurepulver
50g Stärke
75g Kokosfett
4g Fluidlecithin (als Emulgator - man kann statt dessen auch 25g Milchpulver benutzen)

Das Kokosfett wird in einem Topf geschmolzen und mit dem Fluidlecithin vermischt. (Wenn ihr Milchpulver benutzt, fügt es statt dessen den trockenen Zutaten hinzu). Währenddessen werden die anderen Zutaten abgewogen. Ist das Fett geschmolzen, wird es mit den anderen Zutaten zu einem Teig verrührt. Mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe lässt sich dieser wunderbar einfärben. Ätherische Öle kann man zum Beduften nehmen. Bei den Duftölen müsst ihr aufpassen. Die meisten Duftöle sind nur für Duftlampen geeignet. In einigen Onlineshops bekommt man aber auch Duftöle für den kosmetischen Einsatz.
Wenn der Teig langsam abkühlt, lässt er sich auch besser kneten. Hat er die Konsistenz von nassem Sand erreicht, wird er in Muffinförmchen gedrückt. Die am besten in den Kühlschrank stellen. Ist die Masse hart, können die Bademuffins aus der Form geklopft werden.

Die Sahne:
25g Sheabutter
25g Kokosfett
etwas Kokosfett zusätzlich
40g Natron
20g Zitronensäurepulver
40g Stärke
4g Fluidlecithin (oder 20g Stärke durch 20g Milchpulver ersetzen)

Die Sheabutter und das Kokosfett in eine Rührschüssel abwiegen. Das zusätzliche Kokosfett schmelzen, das Fluidlecithin einrühren und unter Rühren mit dem Rührgerät mit in die Rührschüssel geben. So lange weiterschlagen, bis das Fett schön fluffig ist. (Bleibt es klumpig, kann man die Schüssel auch nochmal kurz beim Rühren übers Wasserbad stellen). Dann rührt ihr das Natron, die Zitronensäure und die Stärke mit unter. Wenn ihr Milchpulver benutzt habt, kommt das auch erst jetzt mit dazu. Anschließend auch beduften und mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe einfärben. Dann ab in die Spritztülle und auf die festen Muffins spritzen. Mit ein wenig Deko-Zuckerzeugs dekorieren und auch fest werden lassen. Fertig! (Danke an Claudimaus aus dem Beautykosmos für das Topping-Rezept!)

Diese Badecupcakes eignen sich wunderbar zum Verschenken. Das da war allerdings mein erster Versuch. Wer wirklich professionelle Badecupcakes sehen will sollte sich mal die von El Sapone anschauen:
El Sapones Badecupcakes
Die sind zwar etwas gehaltvoller (Bathmelts), sehen aber wirklich toll aus!
So, jetzt kann ich nurnoch viel Spaß beim Nachmachen wünschen.

Sonntag, 16. Januar 2011

Bald, bald, bald...

Der 19. Januar, und damit mein erster Aussaattermin, rückt immer näher. Meine Ausstattung entsprach jedoch in keinster Weise dem erforderlichen Umfang für mein Saatvorhaben. Deswegen habe ich mir gestern die Busfahrkarte meines Mannes geschnappt und bin zum nächsten Gartencenter gefahren. Gartencenter im Januar - ich war noch nie in einem Gartencenter im Januar. Es war so leer. Im kompletten Außenbereich waren kaum Pflanzen zu finden. Eigentlich ist das ja logisch, denn die meisten Pflanzen sehen im Winter nicht gerade verkaufsfähig aus. Aber der Anblick war so ungewohnt, dass man sich diese Tatsache erst einmal bewusst machen musste.
Doch ich war sowieso nicht wegen der Pflanzen dort, sondern um Pflanzschalen und Anzuchterde zu kaufen. Zu meinem Glück scheine ich nicht die einzige zu sein, die bereits im Januar mit der Vorzucht beginnt, denn es war tatsächlich publikumswirksam eine Verkaufsecke für die Pflanzenzucht hergerichtet. Dort gab es Zimmergewächshäuser, Pflanzschalen, Torfdingens - die Taler, die so aufgehen wenn man sie nass macht - und eben Anzuchterde. Schnell hatte ich mich für eine auf die Fensterbank passende Pflanzschale mit durchsichtigem Deckel entschieden. Doch die Sache mit der Anzuchterde war schon schwerer. Im wahrsten Sinne des Wortes. 20L hört sich garnicht so viel an. Der Sack sieht auch relativ klein aus. Hebt man ihn jedoch an, muss man sich schnell eines Besseren besinnen. So stand ich da, das Zimmergewächshaus in der Hand und eine blaue Ikeatasche im Rucksack. Hatte ich mir doch Zuhause noch eingebildet, eine blaue Ikeatasche wäre eine gute Möglichkeit, größere Dinge zu transportieren. Nachdem ich die Anzuchterde jedoch probeweise einmal angehoben hatte, war ich mir ziemlich sicher, sie nicht mit dem Bus bis nach Hause transportieren zu können - nicht mal mit einer blauen Ikeatasche.
Ich schaute mich nach Alternativen um. 10L Kräutererde -  geht das auch? Eine der Anzuchterden hatte den Vermerk "auch für Kräuter geeignet". Ist Kräutererde also "auch zur Anzucht geeignet"? Aufmerksam studierte ich die Rückseiten auf der Suche nach Düngewerten und Zusammensetzung und entschloss mich, es einfach mal auszuprobieren.
Bis der Bus kam hatte ich noch etwas Zeit. Deswegen ließ ich die Erde erstmal liegen und schaute mich noch etwas um. Die vorgezogenen Blumenzwiebeln reizten mich ja schon und fast hätte ich einen Topf mit gestreiften Krokussen mitgenommen - doch nein, die wären in der Ikeatasche nur zerquetscht worden und zuhause hätte sie eh niemand zu würdigen gewusst. Außerdem fehlte mir ein passender Übertopf.
Doch da, was war das? 1L Kokosfaserblock. Quillt mit Wasser auf 7L Blumenerde auf. Schwach gedünngt und zur Anzucht geeignet. Und leicht!
Überglücklich drückte ich die Kokosfasern an mich, hatten sie mich doch davor bewahrt, 10L Erde schleppen zu müssen. Zwei Pakete davon wanderten in meinen Einkaufswagen.
Zwischen den ganzen Aussaatprodukten entdeckte ich noch ein Gratistraktat mit einer Anleitung zur richtigen Anzucht. Als Buslektüre nahm ich auch das mit. Doch ob Pflanzenanzucht nach Anleitung so einfach ist, wie Kochen nach Kochrezept? Wir werden sehen. Was meint ihr?
Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Sonntag, 9. Januar 2011

Oh nein, noch son Gartenblog!

Klar, Gartenblogs gibt es schon zu genüge. Da wird dann über Ameisen, Stauden und allerlei anderen Krimskrams fabuliert. Und wahrscheinlich wird dieser nicht viel anders, denn was sonst, sollte man schon in einen Gartenblog schreiben? Aber wer weiß? Vielleicht, aber nur vielleicht, könnte sich aus diesem Blog auch etwas ganz Besonderes entwickeln.

Doch zunächst zu den Vorraussetzungen:
Garten vorhanden seit: April 2010
Gartenstandort: In einer Kleingartenanlage
Größe: etwa 200m²
Status der Besitzerin: 27, Gartenanfängerin, Vorstandsmitglied

Ganz richtig, ein Kleingartenverein. Und ich bin auch noch Vorstandsmitglied. Dies ist der Beginn des zweiten Gartenjahres und ich habe viel vor. Es verspricht interessant zu werden, schließlich darf samstags nachmittags der Rasen nicht gemäht werden und der Gehweg muss grundsätzlich von Unkraut befreit werden. Nunja, außerdem halte ich nicht viel von geharkten Beeten. In der Hinsicht bin ich dann doch etwas unkonventionell. Mal abgesehen davon, dass ich den Altersdurchschnitt der Gartenpächter beträchtlich senke. Mal schauen, was das Jahr so bringt.

Warum ich so einen Blog ausgerechnet im Januar anfange? Naja, es ist Januar... der erste Monat im Jahr. Außerdem war ich heute zum ersten Mal dieses Jahr im Garten und... er lebt noch! Naja, das Meiste jedenfalls. Doch mit diesem Gartenbesuch hat mein Gartenjahr nicht angefangen. Viel mehr begann es mit einer Bestandsaufnahme meiner Sämereien und einer Bepflanzungsplanung, die sicherlich noch häufiger über den Haufen geschmissen wird.
In den Fokus geriet dabei das Tütchen mit den Physalissamen, auch unter Andenbeere bekannt. Letztes Jahr hatte ich einen ersten Versuch mit der Andenbeere gestartet, doch schon als die kleinen Pflanzen im Mai ins Beet kamen, führte ich ein entmutigendes Gespräch mit meiner Gartennachbarin, einer über 80 Jahre alten Dame, die ihren Garten schon seit mehr als 40 Jahren bestellt. Ich habe beschlossen, sie als meine Mentorin und Ersatzoma zu adoptieren. (Wenn ich in dem Alter noch so rüstig bin, kann ich mich glücklich schätzen.)
Doch zurück zu den Andenbeeren: Tante Lieschen, wie ich sie in diesem Blog einmal liebevoll nennen möchte, sagte mir, dass auch sie es mit den Andenbeeren schon einmal probiert hätte und dass diese einfach zu spät reifen würden. Sie konnte gerade mal 2 oder 3 Beeren ernten. Und tatsächlich, es wurde September, die mittlerweile zu Sträuchern herangewachsenen Pflanzen hingen voll mit Beeren, doch sah es nicht so aus, als würden sie noch rechtzeitig reif werden. Tante Lieschen sollte recht behalten. Mein Mann aber, der Andenbeeren sehr gerne isst, informierte sich in den Weiten des Internets und las den Tipp, die Pflanzen abzuschneiden und in einer Vase in einen frostfreien Raum zu stellen, damit die Beeren nachreifen können. Pflanzen? Vase? Die meinten wohl riesen Gestrüpp und Putzeimer!
Ende September rissen wir also die Sträucher aus der Erde und zogen sie wie Schleier den ganzen Kilometer bis zu unserer Wohnung hinter uns her. Dort stellten wir sie ins Wohnzimmer, das danach aussah wie ein Dschungel. Trotzdem - ein voller Erfolg! Die Physalis reiften tatsächlich noch nach - sie schmeckten nur etwas sauer, weil die Sonne fehlte.
Meine Lösung für dieses Jahr: Ich ziehe sie einfach schon diesen Monat vor. Stichtag zum säen ist der 19. Januar. Warum ausgerechnet der 19. Januar? Weil mein Gartenkalender (meine erste gute Gartentat dieses Jahr, einen Gartenkalender besorgen) sagt, dass am 19. Januar eine gute Pflanzzeit ist. Genau genommen beginnt die Pflanzzeit um 20:30 Uhr am 17. Januar und endet am 30. Januar um 15:05 Uhr, wobei der Mond am 18. + 30. Januar am Knoten steht und am 22. Januar in Erdnähe ist und damit die Zeit ungünstig ist für Saat und Pflanzung.
Dass die Nähe des Mondes zur Erde sich auf die Aufzucht von Pflanzen auswirken könnte (Anziehungskräfte und so) kann ich noch nachvollziehen, aber wieso informiert mich der Kalender darüber, in welchem Tierkreiszeichen der Mond gerade steht? "Hallo Kohlrabi ich bin Erbse und geboren, als der Mond gerade im Tierkreiszeichen Widder stand. Welches Tierkreiszeichen bist du? Vielleicht passen wir in der Suppe ja zusammen..."
Irgendwelche Ideen?
Für Vorschläge die Andenbeeren betreffend bin ich auch immer offen. :)
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