Donnerstag, 21. Juli 2011

Effektive Mikroorganismen - Bokashi - Teil 3

Am Sonntag war die Effektive Mikroorganismen-Mischung sieben Tage fermentiert. Aufgrund des leider gar nicht so sommerlichen Wetters konnte ich meinen Versuch aber erst am Dienstag fortsetzen. Doch zuersteinmal möchte ich euch den Zustand der Mischung beschreiben. Im Grunde hat sich am Aussehen nichts geändert. So wie auf dem Foto des letzten Posts zu sehen, sah sie auch am Sonntag noch aus. Der Geruch war ein wenig wie bei Federweißer. Also leicht gärend. Da ich aus der Fruchtweinherstellung weiß, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass die Mikroorganismen fleißig arbeiten und sich vermehren, konnte ich die berechtigte Vermutung anstellen, dass die Mischung gelungen ist. Ob sich die richtigen Organismen vermehrt haben, wird sich im weiteren Verlauf des Versuchs zeigen. Ich habe nämlich vor, mit Hilfe der Mikroorganismen Bokashi herzustellen.
Viele haben wahrscheinlich noch nichts von Bokashi gehört. Ich bin auch erst vor Kurzem in einem Werbeprospekt darauf gestoßen, in dem ein Bokashi-Küchenkomposter verkauft wurde. Ich fand ihn zu teuer und habe mich nicht weiter damit beschäftigt, bis ich auch im Zusammenhang mit Gartenbehandlung auf Bokashi stieß. Einen informativen Artikel mit guter Erklärung, was Bokashi ist und wofür es benutzt wird findet man in der Zeit-Online: Bokashiartikel
Doch zurück zum Versuch. Es soll kein einfaches Bokashi, sondern Holzkohle-Bokashi hergestellt werden. Wofür die Kohle in meinem Bokashi gut sein soll, werde ich euch im nächsten Teil erzählen, denn sonst würde dieser Post wirklich viel zu lang.
Man benötigt für das Kohlebokashi 5kg Holzkohle. Diese sollte aus einer Mischung von 0,00-1,00cm großen Stücken bestehen, also grob gemahlen sein. In meiner Kohle sind leider auch noch größere Stücke, da ich einfache Grillkohle ohne Maschine zermahlen habe. Das war etwas mühselig, soll aber mit einem Schredder (wir haben leider noch keinen) besser gehen. Wichtig ist dann nur, dass die Holzkohle zuvor angefeuchtet wird, damit es nicht zu einer Staubexplosion kommt. Es gibt aber auch schon fertig gemahlene Kohle (Holzkohlengrieß) entweder direkt beim Köhler oder (leider etwas teuer) im Internet zu bestellen.
Außerdem braucht man 5kg Weizenkleie. Diese bekommt man in größeren Mengen im Pferdefuttershop.



Dazu kommen noch drei Liter Wasser, 30ml Melasse und 30ml der effektiven Mikroorganismen. Hier kann man natürlich auch Gekaufte nehmen. Die Melasse und die EM werden im Wasser aufgelöst und zu Holzkohle und Weizenkleie gegeben. Dann wird das Ganze gut durchgemischt, bis alles gleichmäßig feucht ist. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn die Kleie beim Zusammendrücken leicht zusammenklebt. Das macht sie mit Kohle zusammen nicht so gut, aber hält man sich an die Mengenangabe stimmt die benötigte Feuchtigkeit von 30% ungefähr.
Ist das Mischen gelungen, sieht es so aus:


 
Nun kommt das Wichtigste. Diese Mischung muss wieder anaerob fermentieren. Das heißt, auch diesmal darf keine Luft ran. Am einfachsten bekommt man das hin, indem man die Mischung in einen großen, schwarzen Müllsack füllt, die Kleie zusammendrückt und die Luft ganz herauspresst. Dann bindet man ihn direkt über der Masse zu und dreht den überstehenden Sack ein. Darum kommt dann noch ein zweiter Müllsack, damit wirklich keine Luft rankommt. Der wird genauso verschlossen.



So, nun, auf die Öffnung gestellt, an einen dunklen, 18°C-23°C warmen Ort damit und für mindestens zwei Wochen in Ruhe gelassen. In dieser Zeit kann die Kleie durchfermentieren und zu herrlichstem Bokashi werden. Dieses kann dann benutzt werden, um beispielsweise Küchenkomposter damit zu impfen. Was ich damit vor habe, erzähle ich euch dann im nächsten Teil.
Achso, dies ist eines der im Zeit-Artikel erwähnten Videos. Dort sieht man eine weitere Möglichkeit, wie das Bokashi luftdicht fermentieren kann:


Durch die Kohle ist Nährsalz in unserem Fall nicht notwendig und die Wirkung des Keramikpulvers, welches im Video erwähnt wird, halte ich für zweifelhaft. Wir werden sehen, was aus meinem Versuch wird. In ungefähr zwei Wochen erzähle ich euch, vorrausgesetzt es hat alles funktioniert, wie es weitergeht.

EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 4 - Terra Preta

Kommentare:

  1. Hallo Thab
    Dir einfach mal Dankeschön für deinen netten Kommentar bei mir. Hab jetzt gar keine Zeit, deinen ganzen Post zu lesen, da Gäste um 18 Uhr auf der Matte stehen. Aber das werde ich später nachholen. Ich find nämlich das, was du machst mehr wie interessant - muss aber gestehen, dass ich es wohl niemals machen werde.
    Auf jeden Fall weiterhin gutes Gelingen und liebe Grüsse
    Ida

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  2. Liebe Thab
    Deine Posts sind immer sehr spannend. Danke für Deine tollen Berichte!
    Weiterhin gutes Gelingen und ein wunderschönes Wochenende wünscht Dir Yvonne

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