Freitag, 18. März 2011

Das Hügelbeet

Ich habe mich vor kurzem ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Permakultur ist ja im Grunde eine Lebenseinstellung. Ich war allerdings mehr an den gärtnerischen Umsetzungen der Permakultur interessiert. Und die fand ich sehr symphatisch. Denn eigentlich darf in einem Permakulturgarten alles wachsen wie es möchte. Natürlich wird hin und wieder lenkend eingegriffen, aber die Natur reguliert sich am besten selber. Und das wird hier genutzt. Aus dem Grund werden auch "Unkräuter" wie Löwenzahn oder Vogelmiere nicht ausgerissen, (Juhuu, kein exessives Unkrautrupfen mehr!) denn diese Pflanzen gelten als Ablenkpflanzen für Nacktschnecken und als Bodenlockerer, die die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu den Nutzpflanzenwurzeln transportieren. Auch Umgegraben wird nicht. Die Gründe dafür habe ich schon in meinem vorletzten Artikel beschrieben. Genausowenig werden abgestorbene Pflanzenteile entfernt, denn diese verrotten direkt an Ort und Stelle und stellen dem Boden damit wertvolle Nährstoffe wieder zur Verfügung. Das ganze Prinzip der Permakultur hier zu erklären wäre wohl zu umfangreich, aber eigentlich kann man es so zusammenfassen: Nachhaltig Leben, in und mit der Natur. Wen das mit der Permakultur interessiert: Auf Youtube gibt es da einige interessante Videos zu: Permakultur - eine Führung durch den Garten Teil 1 von 5.
(Vom Anfang nicht abschrecken lassen, ich fand die danach erklärten Prinzipien sehr interessant)

Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Gartenpraxis der Permakultur ist das Anlegen von Hügelbeeten. Von Hügelbeeten hört man ja schon viel Gutes, aber kaum einer erzählt einem, wie viel Arbeit so ein  Hügelbeet machen kann. Ich habe es trotzdem ausprobiert und ein kleines Hügelbeet in unserem Garten angelegt.
Dazu wird zuerst ein spatentiefes Loch ausgehoben, dass die Größe des später fertigen Hügelbeets haben sollte. Die ausgehobene Erde sollte man in der Nähe aufhäufen, denn sie wird später noch gebraucht, um das Hügelbeet abzudecken. In das Loch kommt nun zuerst grobes Pflanzenmaterial wie Heckenschnitt und Äste. Darüber wird dann feineres Gestrüpp, etwa abgetrocknete Staudenreste oder Ähnliches gehäuft.

 

Über die kommt dann noch Laub und darüber Mist oder Kompost. Das Ganze wird dann wieder mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Und fertig ist das Hügelbeet.


Die Pflanzenmasse verrottet im Hügelbeet langsam und setzt so Nährstoffe für die darauf wachsenden Pflanzen frei. Dadurch fällt das Hügelbeet in sich zusammen und lockert die Erde dabei auf.
Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis braucht man wirklich eine Masse Pflanzenreste um das Hügelbeet voll zu bekommen. Ich habe fleißig gesammelt und meine Beete ausgeputzt und dennoch ist nur ein kleines Hügelchen entstanden. Wie sich dieses in der Praxis bewährt, wird sich dieses Jahr zeigen. Ich werde auf jedenfall darüber berichten.
Achja, auch in meinem Garten entdecke ich immer mehr Anzeichen für den Frühling. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:


Die Krokusse habe ich erst letzten Herbst gesetzt, denn in unserem Garten gab es leider so gar keine. Der Rasen ist voller Moos, aber ich habe einen Plan! Ich rupfe einen Teil aus und stelle daraus ein Moosextrakt her. Das soll Nacktschnecken angeblich den Geschmack an meinen Nutzpflanzen vermiesen, wenn ich es darüber sprühe. Ausprobieren kann man das ja mal. Der Rest... tja... wahrscheinlich werde ich den Rasen mit Eisensulfat düngen und Sand streuen um den lehmigen Boden etwas aufzulockern, damit das Wasser besser abfließt. Vielleicht beschließe ich auch einfach, dass das Moos mir gefällt. Schließlich ist Barfußlaufen darauf sehr angenehm.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für die interessante Führung durch den Garten. Einen tollen Blog hast Du!
    Ganz lieben Dank auch für Deinen Besuch auf meinem Blog.
    Schönes Wochenende und liebe Grüsse Yvonne

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  2. Liebe Thab! Wir werden heuer ein Hochbeet bauen, dieses dürfte so ähnlich funktionieren wie Dein Hügelbeet, nämlich man braucht viel Strauchschnitt und Kompost. Gott sei Dank haben wir im Moment von beiden Sachen reichlich. Freue mich jedenfalls schon sehr auf den Bau.

    lg kathrin

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  3. Herzlichen Dank für diese sehr informative Führung durch deinen Garten . Einen schönen Blog hast du . Darum bleibe ich auch hier .
    Wünsche dir einen sonnigen Tag .
    GLG , Christine

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  4. Hallo :-)!
    Ich hoffe du berichtest, ob das Moos-Extrakt wirklich gegen die Schnecken wirkt. Wir haben zwar keine Nutzpflanzen, aber die Nacktschnecken haben sich im letzten Jahr an Fingerhut, Rittersporn und Co satt gefressen und das fand ich wenig lustig.
    Liebe Grüße
    Verena

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  5. Hallo :)
    Ich habe vor in zwei Wochen zu Ostern ein Hügelbeet anzulegen.
    Wir haben Momentan kein Laub zur Verfügung aber Unmengen an Zapfen aus div. Jahren. Kann ich diese auch mit hinein tun und somit das Laub gegen eine Schicht aus Kompost und Zapfen tauschen?
    Und noch eine weitere frage.
    Kann ich auch mit Samen anfangen zu pflanzen oder benötigt es unbedingt Stecklinge bzw. bereits heran gezogene Pflanzen?

    Liebe Grüße
    Patrick

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