Nun, bevor ich beginne, alle Neuigkeiten aus dem Garten zu erzählen, muss ich mich erst einmal entschuldigen, dass hier so lange Funkstille geherrscht hat. Tatsächlich war in letzter Zeit einiges los bei mir. Unter anderem war ich mit meiner besten Freundin für eine Woche an der niederländischen Nordsee. Das Wetter war herrlich. Für ganze vier Tage. Und wir haben sogar etwas Farbe bekommen.
Aber jetzt zurück zum Garten. Schließlich musstet ihr über einen Monat auf Neuigkeiten verzichten. Noch vor meinem Urlaub habe ich meine Aroniabeeren geerntet. Aroniabeeren, auch Apfelbeeren genannt, sind wirklich gesunde Beeren. Sie sollen den höchsten Anteil an Antioxidantien aller essbaren Früchte enthalten und wirken damit gegen allerlei Krankheiten als Therapie oder Prophylaxe. Wer mehr wissen will kann sich z.B. hier über Aronia melanocarpa informieren.
Ich besitze drei Aroniasträucher. Zwei 'Nero' und eine 'Hugin'. Alle drei sind letztes Jahr gepflanzt worden. Die 'Hugin' war die Größte der drei Pflanzen und auch die Einzige, die dieses Jahr schon nennenswert Früchte getragen hat. Und zwar ganze 160g, wenn ich mich richtig erinnere. Oder waren es 180g? Ich finde, das ist für einen kleinen Strauch im ersten Jahr schon eine ganze Masse. Ihr seht ja, wie voll er hing.
Und hier meine Ausbeute:
Natürlich war die Menge für die Marmeladenherstellung oder zur Saftgewinnung zu klein. Deshalb musste eine andere Idee zur Verwertung her. Und da fiel mir spontan ein, dass ich doch mal Aroniabeeren-Likör herstellen könnte. Ich nahm also meine Beeren, fügte 80g Zucker und ein Päckchen Bourbon-Vanillezucker hinzu und füllte das Ganze bis 280g mit getrockneten Rosenknospen und einer Teemischung aus Apfel, Orangenschalen und Zitronenschalen auf. Dazu kam noch ein Eierbecher voll getrockneter Beeren, die ich noch vom letzten Jahr über hatte.
Ab in eine Flasche mit der Mischung und aufgegossen mit 1 1/2 Flaschen Doppelkorn. Ich hatte leider nur eine 5L Flasche zum Ziehenlassen. Eine kleinere hätte es bestimmt auch getan. Noch 3-4 Monate durchziehen und der Likör sollte fertig sein. Mittlerweile hat er auch schon eine schön dunkelrote Farbe.
Doch kommen wir zu einem anderen Thema. Meinem Kartoffelturm. Ihr erinnert euch bestimmt noch. Wenn nicht, hier ist der Link zum passenden Beitrag.
Nun, die Erntezeit ist gekommen. Und leider muss ich sagen, dass es so, wie ich ihn aufgebaut habe, nicht zufriedenstellend funktioniert hat. Ich habe ja alle Setzkartoffeln auf einmal in den Turm geschichtet. Dies geschah zum Teil aus der Not heraus. Denn kurz darauf stand ein Urlaub an, der das etappenweise Schichten unmöglich machte. Zwar hatte eine Internetseite diese Möglichkeit genannt, doch muss ich leider sagen, dass sie bei mir nicht funktioniert hat. Die Kartoffeln, die weiter unten lagen, sind nicht bis nach Oben durchgewachsen. Und dementsprechend einfach verrottet. Leider sind nur die oberen Kartoffeln etwas geworden, was den Ertrag erheblich geschmälert hat. Wahrscheinlich werde ich es im nächsten Jahr noch einmal versuchen und dann den Anleitungen folgen, die erklären, dass die Kartoffelpflanzen erst 10cm aus dem Boden schauen sollen, bevor die nächste Schicht Erde und Setzkartoffeln aufgefüllt wird. Ist ja auch irgendwie logischer. Passenderweise: Die dicksten Kartoffeln haben immer...
Allerdings war nur eine Kartoffel soo groß geworden. Wundert euch nicht über die Farbe, das ist eine 'Blaue Schweden'. Leider hatten sich einige Tiere in sie eingenistet, so dass es mit dem Essen nichts wurde. Aber die restlichen Kartoffeln werden genüsslich verspeist.
Freitag, 16. September 2011
Samstag, 13. August 2011
Effektive Mikroorganismen - Terra Preta - Teil 4
Jetzt sind doch tatsächlich schon mehr als drei Wochen vergangen, seit ich mein Bokashi angesetzt habe. Mittlerweile sollten die EM sich im Bokashi schön vermehrt und verteilt haben und meine Mischung fertig zum Einsatz sein.
Achja, der Einsatz. Ich habe euch ja noch garnicht erzählt, was ich mit meinem Bokashi machen möchte. Ich könnte ihn einfach so vergraben, und vererden lassen. Oder ich benutz ihn als Dünger. Auch für einen Bokashi-Küchenkomposter wäre die Mischung jetzt nutzbar. Aber erinnert ihr euch noch, dass Kohlestaub und -stückchen mit in der Mischung waren? Ich wollte euch ja noch erzählen, wieso ich Kohle mit in das Bokashi gemischt habe. Nun diese Kohle ist wichtig, wenn man den Versuch starten möchte, Terra Preta herzustellen. Nun ja, eigentlich müsste man von Terra Preta Nova sprechen, denn das ursprüngliche Rezept für Terra Preta ist verloren gegangen.
Ganz einfach gesagt, ist Terra Preta eine fruchtbare Schwarzerde. Das Besondere an Terra Preta ist, dass sie über einen sehr langen Zeitraum fruchtbar bleibt. Doch zunächst etwas zu ihrer Entdeckungsgeschichte: Der erste Europäer, ein Spanier, der den Amazonas befuhr, berichtete von großen Städten am Amazonas und schätzte ihre Einwohnerzahl auf 100 Millionen Menschen. Spätere Reisen in das Amazonasgebiet konnten diese Beobachtungen nicht bestätigen und auch Wissenschaftler hielten diese Einwohnerzahl für unwahrscheinlich. Eine so große Kultur hätte mehr Spuren hinterlassen müssen. Der Hauptgrund für die Zweifel war jedoch, dass der Boden Amazoniens, im Regenwald, ein armer Boden ist, auf dem Landwirtschaft in ausreichendem Maße nicht möglich wäre. Dann fand man jedoch in der Nähe von vielen entdeckten Ruinen einen sehr fruchtbaren schwarzen Boden, auf dem noch heute von den Einheimischen angebautes Obst und Gemüse sehr hohe Erträge bringt. Die Terra Preta. Ein künstlich geschaffener Boden, der selbst nach diesen Jahrhunderten immernoch fruchtbar ist und im Gegensatz zum Regenwaldboden die Nährstoffe sehr lange halten kann. Sich gar selbst regeneriert. Untersuchungen dieses Bodens haben ergeben, dass der relativ hohe Anteil an Holzkohle in diesem Boden für diesen Effekt verantwortlich sein dürfte. Seitdem gibt es verschiedenste Bemühungen, diesen Boden zu rekonstruieren. Für mehr Informationen und weitere Versuche in diese Richtung empfehle ich den Blog von Chaos Garten, der auch mit Terra Preta experimentiert hat.
Diese verblüffende Erde hat mich sehr fasziniert und so habe ich nach längeren Internetrecherchen ebenfalls beschlossen einen Versuch, Terra Preta herzustellen, zu wagen. Mein Weg soll nun über die Fermentierung führen. Und dafür brauchte ich Bokashi.
Doch nun zum Zustand, in dem ich mein Bokashi vorfand, als ich den schwarzen Sack öffnete, in dem die Herstellung stattfand. Es roch angenehm süßlich. Sogar so sehr, dass direkt eine Wespe angeflogen kam. An einigen Stellen hatte sich der "gute" weiße Schimmel gebildet. Ansonsten war die Konsistenz nicht sehr viel anders als zuvor. Und so sah das Ganze aus:
Um Terra Preta herzustellen braucht man jedoch nicht nur Kohle. Es ist wichtig, dass diese Kohle von Mikroorganismen besiedelt wird. Mischt man lediglich Kohle unter die Erde, kann dies sogar negative Effekte auf die Pflanzen haben. Da in der Schwarzerde im Amazonasgebiet auch Keramikscherben gefunden wurden, vermutet man, dass die Herstellung der Schwarzerde in Tonkrügen stattfand, die ohne Boden in die Erde eingelassen waren und mit Fäkalien, Küchenabfällen und gemahlener Kohle gefüllt wurden. Nach einer Weile wurden in diese Krüge Schirmpflanzen wie Bananenstauden gepflanzt, die die darunter angebauten Pflanzen beschatteten und mit zunehmender Größe irgendwann die Tonkrüge sprengten. In diesen Tonkrügen war durch Fermentation und Vererdung aus den Abfällen Terra Preta geworden.
Nun kann ich schlecht lauter Tonkrüge in meinem Garten vergraben und mit Abfällen füllen. Und Bananen sind hier leider auch nicht winterfest. Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich mir das Prinzip des Bokashi-Küchenkomposters zu eigen mache. Es musste nur eine Variante gefunden werden, die auch für Gartenabfälle genug Platz bot. Um so glücklicher war ich, als ich diese 62L Futtertonne mit luftdicht schließendem Deckel fand:
Um sie fermentiertauglich zu machen, besorgte ich mir einen Pflanzenuntersetzer mit einem etwas größerem Durchmesser als dem des Bodens der Tonne. Dieser wurde durchlöchert und in die Tonne gelegt. Durch seinen etwas größeren Umfang rutschte er nicht bis ganz nach unten durch und schaffte so einen Raum, in den Flüssigkeiten, die beim Fermentieren entstehen, ablaufen können. Dies verhindert eine Verjauchung der Gartenabfälle und soll den offenen Boden der Tongefäße im Amazonasgebiet simulieren. Damit die Flüssigkeiten abgelassen werden können, bohrte ich noch ein etwas größeres Loch bodennah in die Tonne und verschloss es mit einem Korken.
Nun können die Garten- und Küchenabfälle eingefüllt werden. Auf jede Schicht Abfälle wird dann eine Schicht Bokashi gestreut. Dies bringt zum Einen die Kohle in den Abfall und zum Anderen beschleunigen die EM hoffentlich die Fermentation.
Natürlich habe ich die Tonne nicht sofort ganz voll bekommen. Trotzdem ist es wichtig, die Abfälle nach jeder Schicht schonmal zu verdichten, damit die Luftzufuhr minimiert wird. Und um die Luft des noch nicht gefüllten Raumes der Tonne vom Abfall fern zu halten, kann man am besten einen Müllsack mit Sand füllen und ihn auf die Abfälle legen. Das Gewicht des Sandes komprimiert die Abfälle dabei noch einmal. So kann man die Tonne nach und nach füllen.
Ist die Tonne voll, wird der Deckel geschlossen und das Ganze muss anschließend wieder mindestens zwei Wochen stehen um zu fermentieren. Zwischendurch sollte immer mal wieder die Flüssigkeit abgelassen werden. Diese Flüssigkeit ist übrigens ein hervorragender Flüssigdünger, der verdünnt wie jeder andere Flüssigdünger gegossen werden kann.
Ist das Ganze fertig fermentiert muss es zum Vererden eingegraben, mit Erde bedeckt oder im normalen Kompost nochmals kompostiert werden. Danach sollte es hoffentlich Terra Preta sein. Aber so weit bin ich noch nicht. Ich werde berichten.
EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 3 - Bokashi
Achja, der Einsatz. Ich habe euch ja noch garnicht erzählt, was ich mit meinem Bokashi machen möchte. Ich könnte ihn einfach so vergraben, und vererden lassen. Oder ich benutz ihn als Dünger. Auch für einen Bokashi-Küchenkomposter wäre die Mischung jetzt nutzbar. Aber erinnert ihr euch noch, dass Kohlestaub und -stückchen mit in der Mischung waren? Ich wollte euch ja noch erzählen, wieso ich Kohle mit in das Bokashi gemischt habe. Nun diese Kohle ist wichtig, wenn man den Versuch starten möchte, Terra Preta herzustellen. Nun ja, eigentlich müsste man von Terra Preta Nova sprechen, denn das ursprüngliche Rezept für Terra Preta ist verloren gegangen.
Ganz einfach gesagt, ist Terra Preta eine fruchtbare Schwarzerde. Das Besondere an Terra Preta ist, dass sie über einen sehr langen Zeitraum fruchtbar bleibt. Doch zunächst etwas zu ihrer Entdeckungsgeschichte: Der erste Europäer, ein Spanier, der den Amazonas befuhr, berichtete von großen Städten am Amazonas und schätzte ihre Einwohnerzahl auf 100 Millionen Menschen. Spätere Reisen in das Amazonasgebiet konnten diese Beobachtungen nicht bestätigen und auch Wissenschaftler hielten diese Einwohnerzahl für unwahrscheinlich. Eine so große Kultur hätte mehr Spuren hinterlassen müssen. Der Hauptgrund für die Zweifel war jedoch, dass der Boden Amazoniens, im Regenwald, ein armer Boden ist, auf dem Landwirtschaft in ausreichendem Maße nicht möglich wäre. Dann fand man jedoch in der Nähe von vielen entdeckten Ruinen einen sehr fruchtbaren schwarzen Boden, auf dem noch heute von den Einheimischen angebautes Obst und Gemüse sehr hohe Erträge bringt. Die Terra Preta. Ein künstlich geschaffener Boden, der selbst nach diesen Jahrhunderten immernoch fruchtbar ist und im Gegensatz zum Regenwaldboden die Nährstoffe sehr lange halten kann. Sich gar selbst regeneriert. Untersuchungen dieses Bodens haben ergeben, dass der relativ hohe Anteil an Holzkohle in diesem Boden für diesen Effekt verantwortlich sein dürfte. Seitdem gibt es verschiedenste Bemühungen, diesen Boden zu rekonstruieren. Für mehr Informationen und weitere Versuche in diese Richtung empfehle ich den Blog von Chaos Garten, der auch mit Terra Preta experimentiert hat.
Diese verblüffende Erde hat mich sehr fasziniert und so habe ich nach längeren Internetrecherchen ebenfalls beschlossen einen Versuch, Terra Preta herzustellen, zu wagen. Mein Weg soll nun über die Fermentierung führen. Und dafür brauchte ich Bokashi.
Doch nun zum Zustand, in dem ich mein Bokashi vorfand, als ich den schwarzen Sack öffnete, in dem die Herstellung stattfand. Es roch angenehm süßlich. Sogar so sehr, dass direkt eine Wespe angeflogen kam. An einigen Stellen hatte sich der "gute" weiße Schimmel gebildet. Ansonsten war die Konsistenz nicht sehr viel anders als zuvor. Und so sah das Ganze aus:
Um Terra Preta herzustellen braucht man jedoch nicht nur Kohle. Es ist wichtig, dass diese Kohle von Mikroorganismen besiedelt wird. Mischt man lediglich Kohle unter die Erde, kann dies sogar negative Effekte auf die Pflanzen haben. Da in der Schwarzerde im Amazonasgebiet auch Keramikscherben gefunden wurden, vermutet man, dass die Herstellung der Schwarzerde in Tonkrügen stattfand, die ohne Boden in die Erde eingelassen waren und mit Fäkalien, Küchenabfällen und gemahlener Kohle gefüllt wurden. Nach einer Weile wurden in diese Krüge Schirmpflanzen wie Bananenstauden gepflanzt, die die darunter angebauten Pflanzen beschatteten und mit zunehmender Größe irgendwann die Tonkrüge sprengten. In diesen Tonkrügen war durch Fermentation und Vererdung aus den Abfällen Terra Preta geworden.
Nun kann ich schlecht lauter Tonkrüge in meinem Garten vergraben und mit Abfällen füllen. Und Bananen sind hier leider auch nicht winterfest. Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich mir das Prinzip des Bokashi-Küchenkomposters zu eigen mache. Es musste nur eine Variante gefunden werden, die auch für Gartenabfälle genug Platz bot. Um so glücklicher war ich, als ich diese 62L Futtertonne mit luftdicht schließendem Deckel fand:
Um sie fermentiertauglich zu machen, besorgte ich mir einen Pflanzenuntersetzer mit einem etwas größerem Durchmesser als dem des Bodens der Tonne. Dieser wurde durchlöchert und in die Tonne gelegt. Durch seinen etwas größeren Umfang rutschte er nicht bis ganz nach unten durch und schaffte so einen Raum, in den Flüssigkeiten, die beim Fermentieren entstehen, ablaufen können. Dies verhindert eine Verjauchung der Gartenabfälle und soll den offenen Boden der Tongefäße im Amazonasgebiet simulieren. Damit die Flüssigkeiten abgelassen werden können, bohrte ich noch ein etwas größeres Loch bodennah in die Tonne und verschloss es mit einem Korken.
Nun können die Garten- und Küchenabfälle eingefüllt werden. Auf jede Schicht Abfälle wird dann eine Schicht Bokashi gestreut. Dies bringt zum Einen die Kohle in den Abfall und zum Anderen beschleunigen die EM hoffentlich die Fermentation.
Natürlich habe ich die Tonne nicht sofort ganz voll bekommen. Trotzdem ist es wichtig, die Abfälle nach jeder Schicht schonmal zu verdichten, damit die Luftzufuhr minimiert wird. Und um die Luft des noch nicht gefüllten Raumes der Tonne vom Abfall fern zu halten, kann man am besten einen Müllsack mit Sand füllen und ihn auf die Abfälle legen. Das Gewicht des Sandes komprimiert die Abfälle dabei noch einmal. So kann man die Tonne nach und nach füllen.
Ist die Tonne voll, wird der Deckel geschlossen und das Ganze muss anschließend wieder mindestens zwei Wochen stehen um zu fermentieren. Zwischendurch sollte immer mal wieder die Flüssigkeit abgelassen werden. Diese Flüssigkeit ist übrigens ein hervorragender Flüssigdünger, der verdünnt wie jeder andere Flüssigdünger gegossen werden kann.
Ist das Ganze fertig fermentiert muss es zum Vererden eingegraben, mit Erde bedeckt oder im normalen Kompost nochmals kompostiert werden. Danach sollte es hoffentlich Terra Preta sein. Aber so weit bin ich noch nicht. Ich werde berichten.
EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 3 - Bokashi
Samstag, 30. Juli 2011
Das geträumte Rezept - Gartenmelde
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal eine Gartenmelde als Blattgemüse in mein Gemüsebeet gesät. Faszinierend an der Gartenmelde fand ich, dass sie schon sehr lange in Gemüsegärten angebaut wird. Anders als die wilde Melde, die auch essbar ist, ist die Gartenmelde als Blattgemüse gezüchtet worden. Tatsächlich wurden früher ihre Samen innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben und kultiviert. Erst durch den Spinat wurde sie größtenteils aus der Küche verdrängt. Dabei enthält sie weniger Oxalsäure als Spinat. Schließlich leitet sich der Name "Melde" vermutlich von "mild" ab. Es gibt sie in Grün, Gelb, Rot und Halbrot. Deswegen wird sie sogar als Schmuckpflanze gepflanzt. Ich habe sie jedoch nur in Grün.
Man kann sie verwenden wie Spinat. Und genau das habe ich auch probiert. Ich habe eines meiner typischen Gerichte, statt mit Blattspinat, mit der Gartenmelde zubereitet. Es gab Tagliatelle mit Melde, Lachs und Pilzen in einer Rahmsoße. Es schmeckte. Aber mit Spinat schmeckte es immer noch etwas leckerer. Und ich fürchtete, dass ich eben dieses Problem mit der Melde bei allen meinen Spinatgerichten bekommen würde, waren wir doch den Geschmack von Spinat in diesen Gerichten gewöhnt.
Was also sollte ich mit der Melde nun anstellen?
Dieses Problem scheint mich bis in den Schlaf verfolgt zu haben, denn in der Nacht nach dem Tagliatelle-Gericht träumte ich ein Gartenmelde-Rezept.
Ich träumte, meine Eltern wären zu Besuch bei uns. Ich kochte eines meiner Standardgerichte (im Traum): Meldecremesuppe. Meine Mutter half mir bei der Zubereitung. Und wie Mütter manchmal so sind, gab sie mir in meinem Traum einem Tipp, wie sie selbst (es war auch eines ihrer Standardgerichte) dieser Suppe immer den letzten Schliff verlieh. Und zwar mit einem guten Schuss Rote-Beete-Saft, der dem Ganzen zwar eine seltsame Farbe gab, aber durch die leicht erdige Note der Rote-Beete den Geschmack etwas raffinierter machte. In meinem Traum schmeckte diese Suppe herrlich. Natürlich musste ich sie in den nächsten Tagen direkt nachkochen. Und euch will ich das Rezept auch nicht vorenthalten. Wann träumt man schon mal ein Rezept?
Gartenmelde-Cremesuppe
Zutaten für ca. 2 Personen:
Zwei große Hände voll Gartenmelde
4 große Kartoffeln (oder 8 kleine)
1 Stich Butter
3 EL Mehl
ca. 250ml Milch
1 1/2 gehäufte TL gekörnte Gemüsebrühe
1 großer Schuß Rote-Beete-Saft
2 Scheiben Brot
Salz, Pfeffer, Muskat
Petersilie zum Garnieren
So gehts:
Die Melde waschen, ausputzen und in einen Topf geben. Mit (nicht zu viel) Wasser bedecken, salzen und weich kochen lassen. Währenddessen die Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser garkochen.
In einem kleineren Topf die Butter zerlassen und das Mehl hineinrühren. Die Masse von der Herdplatte nehmen und mit der Milch verrühren. Mit der gekörnten Gemüsebrühe und dem Muskat würzen und unter rühren aufkochen lassen, bis die Masse andickt. Diese Masse in den Topf mit der Melde geben. (Das Melde-Wasser nicht abgießen). Den Rote-Beete-Saft zugeben. Mit dem Pürierstab pürieren und nochmals aufkochen lassen. Die Cremesuppe sollte schön sämig sein. Ist sie noch zu dünnflüssig, kann man etwas Speisestärke in Milch auflösen und langsam in die kochende Suppe gießen, um sie noch etwas anzudicken. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Brotscheiben in Streifen schneiden und in der Pfanne in etwas Öl knusprig anbraten. Die Suppe in Teller geben und die Kartoffeln abgießen und in die Mitte legen. Die Brotstreifen auf den Tellerrand legen und alles mit ein wenig Petersilie garnieren.
Guten Appetit. Ich hoffe es schmeckt euch.
Man kann sie verwenden wie Spinat. Und genau das habe ich auch probiert. Ich habe eines meiner typischen Gerichte, statt mit Blattspinat, mit der Gartenmelde zubereitet. Es gab Tagliatelle mit Melde, Lachs und Pilzen in einer Rahmsoße. Es schmeckte. Aber mit Spinat schmeckte es immer noch etwas leckerer. Und ich fürchtete, dass ich eben dieses Problem mit der Melde bei allen meinen Spinatgerichten bekommen würde, waren wir doch den Geschmack von Spinat in diesen Gerichten gewöhnt.
Was also sollte ich mit der Melde nun anstellen?
Dieses Problem scheint mich bis in den Schlaf verfolgt zu haben, denn in der Nacht nach dem Tagliatelle-Gericht träumte ich ein Gartenmelde-Rezept.
Ich träumte, meine Eltern wären zu Besuch bei uns. Ich kochte eines meiner Standardgerichte (im Traum): Meldecremesuppe. Meine Mutter half mir bei der Zubereitung. Und wie Mütter manchmal so sind, gab sie mir in meinem Traum einem Tipp, wie sie selbst (es war auch eines ihrer Standardgerichte) dieser Suppe immer den letzten Schliff verlieh. Und zwar mit einem guten Schuss Rote-Beete-Saft, der dem Ganzen zwar eine seltsame Farbe gab, aber durch die leicht erdige Note der Rote-Beete den Geschmack etwas raffinierter machte. In meinem Traum schmeckte diese Suppe herrlich. Natürlich musste ich sie in den nächsten Tagen direkt nachkochen. Und euch will ich das Rezept auch nicht vorenthalten. Wann träumt man schon mal ein Rezept?
Gartenmelde-Cremesuppe
Zutaten für ca. 2 Personen:
Zwei große Hände voll Gartenmelde
4 große Kartoffeln (oder 8 kleine)
1 Stich Butter
3 EL Mehl
ca. 250ml Milch
1 1/2 gehäufte TL gekörnte Gemüsebrühe
1 großer Schuß Rote-Beete-Saft
2 Scheiben Brot
Salz, Pfeffer, Muskat
Petersilie zum Garnieren
So gehts:
Die Melde waschen, ausputzen und in einen Topf geben. Mit (nicht zu viel) Wasser bedecken, salzen und weich kochen lassen. Währenddessen die Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser garkochen.
In einem kleineren Topf die Butter zerlassen und das Mehl hineinrühren. Die Masse von der Herdplatte nehmen und mit der Milch verrühren. Mit der gekörnten Gemüsebrühe und dem Muskat würzen und unter rühren aufkochen lassen, bis die Masse andickt. Diese Masse in den Topf mit der Melde geben. (Das Melde-Wasser nicht abgießen). Den Rote-Beete-Saft zugeben. Mit dem Pürierstab pürieren und nochmals aufkochen lassen. Die Cremesuppe sollte schön sämig sein. Ist sie noch zu dünnflüssig, kann man etwas Speisestärke in Milch auflösen und langsam in die kochende Suppe gießen, um sie noch etwas anzudicken. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Brotscheiben in Streifen schneiden und in der Pfanne in etwas Öl knusprig anbraten. Die Suppe in Teller geben und die Kartoffeln abgießen und in die Mitte legen. Die Brotstreifen auf den Tellerrand legen und alles mit ein wenig Petersilie garnieren.
Guten Appetit. Ich hoffe es schmeckt euch.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Effektive Mikroorganismen - Bokashi - Teil 3
Am Sonntag war die Effektive Mikroorganismen-Mischung sieben Tage fermentiert. Aufgrund des leider gar nicht so sommerlichen Wetters konnte ich meinen Versuch aber erst am Dienstag fortsetzen. Doch zuersteinmal möchte ich euch den Zustand der Mischung beschreiben. Im Grunde hat sich am Aussehen nichts geändert. So wie auf dem Foto des letzten Posts zu sehen, sah sie auch am Sonntag noch aus. Der Geruch war ein wenig wie bei Federweißer. Also leicht gärend. Da ich aus der Fruchtweinherstellung weiß, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass die Mikroorganismen fleißig arbeiten und sich vermehren, konnte ich die berechtigte Vermutung anstellen, dass die Mischung gelungen ist. Ob sich die richtigen Organismen vermehrt haben, wird sich im weiteren Verlauf des Versuchs zeigen. Ich habe nämlich vor, mit Hilfe der Mikroorganismen Bokashi herzustellen.
Viele haben wahrscheinlich noch nichts von Bokashi gehört. Ich bin auch erst vor Kurzem in einem Werbeprospekt darauf gestoßen, in dem ein Bokashi-Küchenkomposter verkauft wurde. Ich fand ihn zu teuer und habe mich nicht weiter damit beschäftigt, bis ich auch im Zusammenhang mit Gartenbehandlung auf Bokashi stieß. Einen informativen Artikel mit guter Erklärung, was Bokashi ist und wofür es benutzt wird findet man in der Zeit-Online: Bokashiartikel
Doch zurück zum Versuch. Es soll kein einfaches Bokashi, sondern Holzkohle-Bokashi hergestellt werden. Wofür die Kohle in meinem Bokashi gut sein soll, werde ich euch im nächsten Teil erzählen, denn sonst würde dieser Post wirklich viel zu lang.
Man benötigt für das Kohlebokashi 5kg Holzkohle. Diese sollte aus einer Mischung von 0,00-1,00cm großen Stücken bestehen, also grob gemahlen sein. In meiner Kohle sind leider auch noch größere Stücke, da ich einfache Grillkohle ohne Maschine zermahlen habe. Das war etwas mühselig, soll aber mit einem Schredder (wir haben leider noch keinen) besser gehen. Wichtig ist dann nur, dass die Holzkohle zuvor angefeuchtet wird, damit es nicht zu einer Staubexplosion kommt. Es gibt aber auch schon fertig gemahlene Kohle (Holzkohlengrieß) entweder direkt beim Köhler oder (leider etwas teuer) im Internet zu bestellen.
Außerdem braucht man 5kg Weizenkleie. Diese bekommt man in größeren Mengen im Pferdefuttershop.
Dazu kommen noch drei Liter Wasser, 30ml Melasse und 30ml der effektiven Mikroorganismen. Hier kann man natürlich auch Gekaufte nehmen. Die Melasse und die EM werden im Wasser aufgelöst und zu Holzkohle und Weizenkleie gegeben. Dann wird das Ganze gut durchgemischt, bis alles gleichmäßig feucht ist. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn die Kleie beim Zusammendrücken leicht zusammenklebt. Das macht sie mit Kohle zusammen nicht so gut, aber hält man sich an die Mengenangabe stimmt die benötigte Feuchtigkeit von 30% ungefähr.
Ist das Mischen gelungen, sieht es so aus:
Nun kommt das Wichtigste. Diese Mischung muss wieder anaerob fermentieren. Das heißt, auch diesmal darf keine Luft ran. Am einfachsten bekommt man das hin, indem man die Mischung in einen großen, schwarzen Müllsack füllt, die Kleie zusammendrückt und die Luft ganz herauspresst. Dann bindet man ihn direkt über der Masse zu und dreht den überstehenden Sack ein. Darum kommt dann noch ein zweiter Müllsack, damit wirklich keine Luft rankommt. Der wird genauso verschlossen.
So, nun, auf die Öffnung gestellt, an einen dunklen, 18°C-23°C warmen Ort damit und für mindestens zwei Wochen in Ruhe gelassen. In dieser Zeit kann die Kleie durchfermentieren und zu herrlichstem Bokashi werden. Dieses kann dann benutzt werden, um beispielsweise Küchenkomposter damit zu impfen. Was ich damit vor habe, erzähle ich euch dann im nächsten Teil.
Achso, dies ist eines der im Zeit-Artikel erwähnten Videos. Dort sieht man eine weitere Möglichkeit, wie das Bokashi luftdicht fermentieren kann:
Durch die Kohle ist Nährsalz in unserem Fall nicht notwendig und die Wirkung des Keramikpulvers, welches im Video erwähnt wird, halte ich für zweifelhaft. Wir werden sehen, was aus meinem Versuch wird. In ungefähr zwei Wochen erzähle ich euch, vorrausgesetzt es hat alles funktioniert, wie es weitergeht.
EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 4 - Terra Preta
Viele haben wahrscheinlich noch nichts von Bokashi gehört. Ich bin auch erst vor Kurzem in einem Werbeprospekt darauf gestoßen, in dem ein Bokashi-Küchenkomposter verkauft wurde. Ich fand ihn zu teuer und habe mich nicht weiter damit beschäftigt, bis ich auch im Zusammenhang mit Gartenbehandlung auf Bokashi stieß. Einen informativen Artikel mit guter Erklärung, was Bokashi ist und wofür es benutzt wird findet man in der Zeit-Online: Bokashiartikel
Doch zurück zum Versuch. Es soll kein einfaches Bokashi, sondern Holzkohle-Bokashi hergestellt werden. Wofür die Kohle in meinem Bokashi gut sein soll, werde ich euch im nächsten Teil erzählen, denn sonst würde dieser Post wirklich viel zu lang.
Man benötigt für das Kohlebokashi 5kg Holzkohle. Diese sollte aus einer Mischung von 0,00-1,00cm großen Stücken bestehen, also grob gemahlen sein. In meiner Kohle sind leider auch noch größere Stücke, da ich einfache Grillkohle ohne Maschine zermahlen habe. Das war etwas mühselig, soll aber mit einem Schredder (wir haben leider noch keinen) besser gehen. Wichtig ist dann nur, dass die Holzkohle zuvor angefeuchtet wird, damit es nicht zu einer Staubexplosion kommt. Es gibt aber auch schon fertig gemahlene Kohle (Holzkohlengrieß) entweder direkt beim Köhler oder (leider etwas teuer) im Internet zu bestellen.
Außerdem braucht man 5kg Weizenkleie. Diese bekommt man in größeren Mengen im Pferdefuttershop.
Dazu kommen noch drei Liter Wasser, 30ml Melasse und 30ml der effektiven Mikroorganismen. Hier kann man natürlich auch Gekaufte nehmen. Die Melasse und die EM werden im Wasser aufgelöst und zu Holzkohle und Weizenkleie gegeben. Dann wird das Ganze gut durchgemischt, bis alles gleichmäßig feucht ist. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn die Kleie beim Zusammendrücken leicht zusammenklebt. Das macht sie mit Kohle zusammen nicht so gut, aber hält man sich an die Mengenangabe stimmt die benötigte Feuchtigkeit von 30% ungefähr.
Ist das Mischen gelungen, sieht es so aus:
Nun kommt das Wichtigste. Diese Mischung muss wieder anaerob fermentieren. Das heißt, auch diesmal darf keine Luft ran. Am einfachsten bekommt man das hin, indem man die Mischung in einen großen, schwarzen Müllsack füllt, die Kleie zusammendrückt und die Luft ganz herauspresst. Dann bindet man ihn direkt über der Masse zu und dreht den überstehenden Sack ein. Darum kommt dann noch ein zweiter Müllsack, damit wirklich keine Luft rankommt. Der wird genauso verschlossen.
So, nun, auf die Öffnung gestellt, an einen dunklen, 18°C-23°C warmen Ort damit und für mindestens zwei Wochen in Ruhe gelassen. In dieser Zeit kann die Kleie durchfermentieren und zu herrlichstem Bokashi werden. Dieses kann dann benutzt werden, um beispielsweise Küchenkomposter damit zu impfen. Was ich damit vor habe, erzähle ich euch dann im nächsten Teil.
Achso, dies ist eines der im Zeit-Artikel erwähnten Videos. Dort sieht man eine weitere Möglichkeit, wie das Bokashi luftdicht fermentieren kann:
Durch die Kohle ist Nährsalz in unserem Fall nicht notwendig und die Wirkung des Keramikpulvers, welches im Video erwähnt wird, halte ich für zweifelhaft. Wir werden sehen, was aus meinem Versuch wird. In ungefähr zwei Wochen erzähle ich euch, vorrausgesetzt es hat alles funktioniert, wie es weitergeht.
EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 4 - Terra Preta
Donnerstag, 14. Juli 2011
Effektive Mikroorganismen Teil 2
Nachdem mein Versuch, effektive Mikroorganismen mit einem Blumentopf zu sammeln, leider nicht funktioniert hat, kann ich nun voller Freude verkünden: Ich habe ein Holzkästchen gefunden und den Versuch nochmals gestartet. Der Versuchsaufbau blieb der selbe, nur dass ich statt des Blumentopfes ein Spandöschen genommen habe. Und diesmal hat das Sammeln der effektiven Mikroorganismen auch funktioniert. Als ich das Kästchen nach fünf Tagen in Laub und Erde wieder ausgebuddelt habe, hatte sich ein schöner weißer Schimmel auf dem Reis gebildet. In dem Schimmel wohnte zwar ein einzelner Wurm, doch den fischte ich einfach heraus. Der Geruch des Reises war nicht unangenehm. Er roch nicht nach Schimmel, wie man ihn eigentlich kennt, sondern eher ein wenig säuerlich. Nicht rottend, sondern eher gärend. Das befand ich einfach mal für sehr gut.
Natürlich kann man mit so wenig Schimmel nicht viel anfangen, deswegen musste die Kultur vermehrt werden. Und das geht folgendermaßen: Man wiegt den geschimmelten Reis und fügt die selbe Menge an Rohrohrzucker (den, in dem die Melasse noch drin ist) hinzu. Das ganze wird dann, am besten mit Einweghandschuhen, mit den Händen so lange durchgematscht, bis es eine sirupartige Konsistenz hat.
Ich muss gestehen, diese Arbeit war ein wenig ekelig, es klebte ganz schön, aber auch seltsam befriedigend. Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, als man als Kind noch ungestraft mit Allem rummanschen konnte. Wahrscheinlich wäre das genau richtig für Kinder gewesen. Die würden das Experiment bestimmt auch spannend finden.
Aber ich schweife ab. Wenn die Masse also schön durchgeknetet ist und die Konsistenz von dickem Sirup oder flüssigem Honig hat, wird sie in eine Flasche gefüllt. Die Flasche habe ich mit einem doppelt gefalteten Papiertaschentuch und einem Gummiband verschlossen. Das ist wichtig, damit kein Luftaustausch stattfindet, der Überdruck sich aber trotzdem abbauen kann. Die Mikroorganismen im Reis fangen jetzt nämlich an, den Zucker zu fressen und erzeugen dabei Kohlenstoffdioxid. Dieser ist schwerer als die Luft und legt sich über die EM-Masse. Das muss sein, damit kein Sauerstoff heran kommt. Sauerstoff ist nämlich für unsere EM unverträglich. Im Grunde findet also eine Gärung statt.
Ursprünglich und nach der eigentlichen Anleitung, wurde die Masse nicht in eine Flasche gefüllt, sondern in einen Tonkrug, der dann mit Papierhandtüchern oder Seidenpapier verschlossen wurde. Einen passenden Tonkrug hatte ich nicht zur Hand, aber das Prinzip ist in der Flasche das selbe.
Die Masse muss nun sieben Tage lang an einem möglichst dunklen Ort bei 18-23°C gären, damit sich die Mikroorganismen gut vermehren können.
Meine Flasche ist Sonntag so weit. Wie es dann weitergeht, werde ich euch hier beschreiben.

So eine große schwarze Hummel hatte ich zuvor noch nie gesehen. Und das Brummen. Hui. Als sie auf mich zugeflogen kam und nur fünfzig Zentimeter vor meinem Gesicht in der Luft stehen blieb, wurde mir doch etwas bange.
Aber schön war sie. Die metallisch blau gläzenden Flügel, die sie beim Nektarsammeln von sich spreizte. Ich war fasziniert.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es wahrscheinlich keine Hummelart war, sondern eine Holzbiene. Sicher bin ich mir jedoch nicht. Aber vielleicht hat ja von euch jemand auch schon mal Bekanntschaft mit ihr gemacht und weiß mehr über dieses Tier. Dann würde ich mich über Informationen sehr freuen. Meinen Muskatellersalbei mochte sie anscheinend sehr gerne.
EM - Teil 1
EM - Teil 3 - Bokashi
EM - Teil 4 - Terra Preta
Natürlich kann man mit so wenig Schimmel nicht viel anfangen, deswegen musste die Kultur vermehrt werden. Und das geht folgendermaßen: Man wiegt den geschimmelten Reis und fügt die selbe Menge an Rohrohrzucker (den, in dem die Melasse noch drin ist) hinzu. Das ganze wird dann, am besten mit Einweghandschuhen, mit den Händen so lange durchgematscht, bis es eine sirupartige Konsistenz hat.
Ich muss gestehen, diese Arbeit war ein wenig ekelig, es klebte ganz schön, aber auch seltsam befriedigend. Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, als man als Kind noch ungestraft mit Allem rummanschen konnte. Wahrscheinlich wäre das genau richtig für Kinder gewesen. Die würden das Experiment bestimmt auch spannend finden.
Aber ich schweife ab. Wenn die Masse also schön durchgeknetet ist und die Konsistenz von dickem Sirup oder flüssigem Honig hat, wird sie in eine Flasche gefüllt. Die Flasche habe ich mit einem doppelt gefalteten Papiertaschentuch und einem Gummiband verschlossen. Das ist wichtig, damit kein Luftaustausch stattfindet, der Überdruck sich aber trotzdem abbauen kann. Die Mikroorganismen im Reis fangen jetzt nämlich an, den Zucker zu fressen und erzeugen dabei Kohlenstoffdioxid. Dieser ist schwerer als die Luft und legt sich über die EM-Masse. Das muss sein, damit kein Sauerstoff heran kommt. Sauerstoff ist nämlich für unsere EM unverträglich. Im Grunde findet also eine Gärung statt.
Ursprünglich und nach der eigentlichen Anleitung, wurde die Masse nicht in eine Flasche gefüllt, sondern in einen Tonkrug, der dann mit Papierhandtüchern oder Seidenpapier verschlossen wurde. Einen passenden Tonkrug hatte ich nicht zur Hand, aber das Prinzip ist in der Flasche das selbe.
Die Masse muss nun sieben Tage lang an einem möglichst dunklen Ort bei 18-23°C gären, damit sich die Mikroorganismen gut vermehren können.
Meine Flasche ist Sonntag so weit. Wie es dann weitergeht, werde ich euch hier beschreiben.
So, nun aber noch etwas Anderes. In meinen Garten hat sich vor ein paar Tagen ein seltsames Tier verirrt:

So eine große schwarze Hummel hatte ich zuvor noch nie gesehen. Und das Brummen. Hui. Als sie auf mich zugeflogen kam und nur fünfzig Zentimeter vor meinem Gesicht in der Luft stehen blieb, wurde mir doch etwas bange.
Aber schön war sie. Die metallisch blau gläzenden Flügel, die sie beim Nektarsammeln von sich spreizte. Ich war fasziniert.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es wahrscheinlich keine Hummelart war, sondern eine Holzbiene. Sicher bin ich mir jedoch nicht. Aber vielleicht hat ja von euch jemand auch schon mal Bekanntschaft mit ihr gemacht und weiß mehr über dieses Tier. Dann würde ich mich über Informationen sehr freuen. Meinen Muskatellersalbei mochte sie anscheinend sehr gerne.
EM - Teil 1
EM - Teil 3 - Bokashi
EM - Teil 4 - Terra Preta
Mittwoch, 22. Juni 2011
Effektive Mikroorganismen?
Sie sollen ja die Wunderwaffe der Neuzeit sein. Naja, ganz genau stimmt das natürlich nicht, denn eigentlich sind sie nur eine Wiederentdeckung von schon lange vorhandenem und verwendetem Wissen. Die effektiven Mikroorganismen.
Sie sollen bei verstopften Abflüssen helfen, das Putzen erleichtern, man kann mit ihnen Bokashi herstellen, den Kompost verbessern und nicht zuletzt das Bodenleben aktivieren.
Die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, bestehen aus Milchsäurebakterien, Hefepilzen, Photosynthesebakterien und anderen Mirkroorganismen. Diese Bakterien wurden zusammengemischt und anaerob, also unter Ausschluss von Sauerstoff vermehrt, so dass die guten Mikroorganismen dominieren. Ursprünglich wurde diese Mischung von Professor Teruo Higa in Japan als Bodenhilfsstoff entwickelt, um chemische Düngemittel zu sparen. Die weiteren Verwendungsmöglichkeiten entdeckte man aber auch schnell.
Genau die Wirkung auf den Boden war natürlich auch für mich, als Kleingärtnerin, interessant. So soll es mit effektiven Mikroorganismen möglich sein, Küchenabfälle und Gartenreste nahezu Geruchsfrei in besten Kompost umzusetzen und die Erde dabei noch mit diesen Mikroorganismen anzureichern. Dafür düfen die Küchenreste jedoch nicht "normal" kompostiert werden. Statt dessen sollen sie fermentiert werden, damit keine Faulgerüche entstehen und zersetzende Organismen keine schädlichen Substanzen absondern. Genau auf diesem Prinzip basiert Bokashi-Kompost. Die fermentierten Materialien verlieren dabei keineswegs an Farbe oder Struktur. Sie werden lediglich milchsauer vergoren, um dann mit Erde vermischt kompostiert, oder eingegraben, innerhalb von einigen Wochen in besten Humus umgesetzt zu werden. Bei der Fermentierung zerstören die effektiven Mikroorganismen alle schädlichen Bakterien, Viren und sogar Hormone, Antibiotika oder Schadstoffe, die eventuell im Material vorhanden sind. Dieser Effekt setzt sich anschließend, laut der Verfechter dieser Methode, im Boden fort. Die Pflanzen bekommen beste Nährstoffe und wachsen besser und größer als zuvor.
Das alles hört sich natürlich fantastisch an und gehört auf jedenfall ausprobiert. Man stelle sich die riesen Brokkoli, den tollen Salat und die bestens gedeihenden Hostas nur einmal vor. Vorrausgesetzt die Gerüchte sind wahr.
Mir sind allerdings die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, etwas zu teuer. Ich weiß, man kommt lange damit hin und man kann sie eventuell auch selbst vermehren. Aber irgendwie... wenn man bedenkt, dass das eigentlich nur eine Art Sauerkrautsaft oder flüssiger Sauerteig ist... nein. Das muss doch auch irgendwie anders gehen.
Und das geht es auch. Bei meinen Recherchen stieß ich auf folgende Anleitung in einem Beitrag von Marko Heckel im Tria Terra Blog.
Klar, dass das sofort ausprobiert werden wollte. Leider fand ich in der ganzen Stadt kein passendes Holzkästchen, dessen Preis ich zu zahlen bereit gewesen wäre (da hätte ich ja gleich die Mikroorganismen kaufen können). Deswegen musste ein Terrakotta-Blumentopf herhalten. Ich hoffe das Experiment glückt trotzdem. Wir werden sehen.
Aber zunächst mal die Vorgehensweise:
Man braucht Reis, der am besten gedämpft wird. Kochen klappt aber hoffentlich auch. Dieser wird dann in das Holzkästchen (in meinem Fall einen Blumentopf) gefüllt, so dass noch ein paar Zentimenter Platz ist bis zum Rand.
Über die Öffnung werden nun Papierhandtücher oder Küchenpapier gelegt und mit einem Gummiband so gespannt, dass sie nicht den Reis berühren.
Darüber kommt dann noch etwas Maschendraht oder etwas anderes Stabiles, dass Tiere davon abhalten soll, an den Reis zu gehen. Um das Ganze vor Regen zu schützen, wird anschließend noch eine durchsichtige Folie darüber gelegt. Ich habe Frischhaltefolie genommen.
Nun kommen wir zum spannenden Teil. Der Topf wird an einer Stelle, an der der Boden schon längere Zeit unbearbeitet geblieben ist, und die möglichst gesund ist, zu zwei Dritteln eingegraben. Ein Waldrand oder eine Hecke eignen sich dafür am besten.
Über das Ganze wird Laub verteilt, bis vom Kästchen (Topf) nichts mehr zu sehen ist. Darüber kommt dann noch eine Plastikfolie, die an den Ecken mit Steinen beschwert wird, damit sie nicht davon fliegt. Diese soll nochmals vor Regen schützen. Außerdem markiert sie den Ort, an dem das Kästchen vergraben ist. Wer Angst vor zufälligen Entdeckern hat, kann die Folie natürlich auch noch mit Laub bedecken, muss sich dann aber den Standort gut merken.
Nun wartet man mindestens vier Tage, bevor man das Kästchen wieder ausgräbt. Wenn sich dann auf dem Reis eine schöne Schicht weißer Schimmel gebildet hat, ist alles gut gegangen. Ist der Schimmel andersfarbig, oder nicht vorhanden, ist das Experiment leider missglückt und man hat nicht so effektive Mikroorganismen gesammelt, oder das Kästchen zu früh ausgegraben. In dem Fall hilft es eventuell es nochmals einige Tage einzugraben.
Wie es bei mir ausgehen wird, weiß ich nicht, aber ich werde berichten. Wenn alles gut geht, erzähle ich euch dann auch, wie man mit den gesammelten Mikroorganismen weiter verfährt. (Falls ihr nicht eh so neugierig seid und es selbst nachlest.)
So, zum Abschluss wollte ich euch doch mal zeigen, wie hübsch meine Erbsen momentan blühen. Ich habe eine Sorte mit violetten Hülsen, die Blauwschokker. Aber schaut es euch selber an:
Achja, wenn wer einen Tipp für mich hat, woher man günstig Holzkästchen bekommen kann, wäre ich sehr dankbar. Sie müssen auch keinen Deckel haben.
Update 26.06.2011:
Das Experiment mit dem Blumentopf hat nicht funktioniert. Es hat sich leider kein weißer Schimmel auf dem Reis gebildet. Statt dessen hatten sich kleine weiße Würmchen in den Topf verirrt. Das Loch im Boden war wohl nicht ausreichend abgedichtet. Sobald ich ein passendes Holzkästchen habe, wird das Experiment aber originalgetreu wiederholt.
EM - Teil 2
EM - Teil 3 - Bokashi
EM - Teil 4 - Terra Preta
Sie sollen bei verstopften Abflüssen helfen, das Putzen erleichtern, man kann mit ihnen Bokashi herstellen, den Kompost verbessern und nicht zuletzt das Bodenleben aktivieren.
Die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, bestehen aus Milchsäurebakterien, Hefepilzen, Photosynthesebakterien und anderen Mirkroorganismen. Diese Bakterien wurden zusammengemischt und anaerob, also unter Ausschluss von Sauerstoff vermehrt, so dass die guten Mikroorganismen dominieren. Ursprünglich wurde diese Mischung von Professor Teruo Higa in Japan als Bodenhilfsstoff entwickelt, um chemische Düngemittel zu sparen. Die weiteren Verwendungsmöglichkeiten entdeckte man aber auch schnell.
Genau die Wirkung auf den Boden war natürlich auch für mich, als Kleingärtnerin, interessant. So soll es mit effektiven Mikroorganismen möglich sein, Küchenabfälle und Gartenreste nahezu Geruchsfrei in besten Kompost umzusetzen und die Erde dabei noch mit diesen Mikroorganismen anzureichern. Dafür düfen die Küchenreste jedoch nicht "normal" kompostiert werden. Statt dessen sollen sie fermentiert werden, damit keine Faulgerüche entstehen und zersetzende Organismen keine schädlichen Substanzen absondern. Genau auf diesem Prinzip basiert Bokashi-Kompost. Die fermentierten Materialien verlieren dabei keineswegs an Farbe oder Struktur. Sie werden lediglich milchsauer vergoren, um dann mit Erde vermischt kompostiert, oder eingegraben, innerhalb von einigen Wochen in besten Humus umgesetzt zu werden. Bei der Fermentierung zerstören die effektiven Mikroorganismen alle schädlichen Bakterien, Viren und sogar Hormone, Antibiotika oder Schadstoffe, die eventuell im Material vorhanden sind. Dieser Effekt setzt sich anschließend, laut der Verfechter dieser Methode, im Boden fort. Die Pflanzen bekommen beste Nährstoffe und wachsen besser und größer als zuvor.
Das alles hört sich natürlich fantastisch an und gehört auf jedenfall ausprobiert. Man stelle sich die riesen Brokkoli, den tollen Salat und die bestens gedeihenden Hostas nur einmal vor. Vorrausgesetzt die Gerüchte sind wahr.
Mir sind allerdings die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, etwas zu teuer. Ich weiß, man kommt lange damit hin und man kann sie eventuell auch selbst vermehren. Aber irgendwie... wenn man bedenkt, dass das eigentlich nur eine Art Sauerkrautsaft oder flüssiger Sauerteig ist... nein. Das muss doch auch irgendwie anders gehen.
Und das geht es auch. Bei meinen Recherchen stieß ich auf folgende Anleitung in einem Beitrag von Marko Heckel im Tria Terra Blog.
Klar, dass das sofort ausprobiert werden wollte. Leider fand ich in der ganzen Stadt kein passendes Holzkästchen, dessen Preis ich zu zahlen bereit gewesen wäre (da hätte ich ja gleich die Mikroorganismen kaufen können). Deswegen musste ein Terrakotta-Blumentopf herhalten. Ich hoffe das Experiment glückt trotzdem. Wir werden sehen.
Aber zunächst mal die Vorgehensweise:
Man braucht Reis, der am besten gedämpft wird. Kochen klappt aber hoffentlich auch. Dieser wird dann in das Holzkästchen (in meinem Fall einen Blumentopf) gefüllt, so dass noch ein paar Zentimenter Platz ist bis zum Rand.
Über die Öffnung werden nun Papierhandtücher oder Küchenpapier gelegt und mit einem Gummiband so gespannt, dass sie nicht den Reis berühren.
Darüber kommt dann noch etwas Maschendraht oder etwas anderes Stabiles, dass Tiere davon abhalten soll, an den Reis zu gehen. Um das Ganze vor Regen zu schützen, wird anschließend noch eine durchsichtige Folie darüber gelegt. Ich habe Frischhaltefolie genommen.
Nun kommen wir zum spannenden Teil. Der Topf wird an einer Stelle, an der der Boden schon längere Zeit unbearbeitet geblieben ist, und die möglichst gesund ist, zu zwei Dritteln eingegraben. Ein Waldrand oder eine Hecke eignen sich dafür am besten.
Über das Ganze wird Laub verteilt, bis vom Kästchen (Topf) nichts mehr zu sehen ist. Darüber kommt dann noch eine Plastikfolie, die an den Ecken mit Steinen beschwert wird, damit sie nicht davon fliegt. Diese soll nochmals vor Regen schützen. Außerdem markiert sie den Ort, an dem das Kästchen vergraben ist. Wer Angst vor zufälligen Entdeckern hat, kann die Folie natürlich auch noch mit Laub bedecken, muss sich dann aber den Standort gut merken.
Nun wartet man mindestens vier Tage, bevor man das Kästchen wieder ausgräbt. Wenn sich dann auf dem Reis eine schöne Schicht weißer Schimmel gebildet hat, ist alles gut gegangen. Ist der Schimmel andersfarbig, oder nicht vorhanden, ist das Experiment leider missglückt und man hat nicht so effektive Mikroorganismen gesammelt, oder das Kästchen zu früh ausgegraben. In dem Fall hilft es eventuell es nochmals einige Tage einzugraben.
Wie es bei mir ausgehen wird, weiß ich nicht, aber ich werde berichten. Wenn alles gut geht, erzähle ich euch dann auch, wie man mit den gesammelten Mikroorganismen weiter verfährt. (Falls ihr nicht eh so neugierig seid und es selbst nachlest.)
So, zum Abschluss wollte ich euch doch mal zeigen, wie hübsch meine Erbsen momentan blühen. Ich habe eine Sorte mit violetten Hülsen, die Blauwschokker. Aber schaut es euch selber an:
Achja, wenn wer einen Tipp für mich hat, woher man günstig Holzkästchen bekommen kann, wäre ich sehr dankbar. Sie müssen auch keinen Deckel haben.
Update 26.06.2011:
Das Experiment mit dem Blumentopf hat nicht funktioniert. Es hat sich leider kein weißer Schimmel auf dem Reis gebildet. Statt dessen hatten sich kleine weiße Würmchen in den Topf verirrt. Das Loch im Boden war wohl nicht ausreichend abgedichtet. Sobald ich ein passendes Holzkästchen habe, wird das Experiment aber originalgetreu wiederholt.
EM - Teil 2
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Mittwoch, 8. Juni 2011
Rhabarber Rhabarber
Letztes Jahr habe ich eine Rhababerpflanze in unseren Garten gesetzt. In dem Jahr war sie natürlich noch zu klein, um sie zu beernten. Um so froher war ich, dass sie dieses Jahr förmlich in die Höhe geschossen ist. Sogar eine Blüte hatte sie gebildet, die ich laut Anleitung von Tante Lieschen (meiner netten Gartennachbarin) aber entfernt habe.
Vielleicht sollte ich euch noch erzählen, wieso die Rhabarberpflanze eine der ersten Pflanzen war, die ich in meinen Garten gesetzt habe. Ich erinnere mich da an einen Tag in meiner Kindheit, an dem unser Vater meinem Bruder und mir jeweils eine Stange Rhabarber frisch von der Pflanze brach, sie uns schälte und uns einen Topf mit Zucker dazu gab, in die wir diese Stangen tunken konnten, um sie dann zu knabbern. Dazu erfolgte eine Erklärung, dass man Rhabarber aufgrund der Oxalsäure vorsichtig und nicht das ganze Jahr über genießen sollte und nur die Stiele essen darf, weil die Blätter giftig seien. Wahrscheinlich war dies eine dieser prägenden Situationen, die man niemals vergisst. Mein Bruder und ich haben die Stangen damals nicht komplett gegessen, denn so pur war uns der Rhabarber selbst mit Zuckertunke viel zu sauer.
Dafür liebten wir den Rhabarberkuchen mit Baiserhaube, den unsere Tante im Sommer öfter buk. Leckerer Teig mit versunkenen Rhabarberstückchen und einer Schicht Eierschaum darüber. Köstlich und saftig. Einfach toll.
Dann kam die Geburtstagsfeier meines Vaters, die wir an der Mosel verbrachten und unsere Gastgeberin servierte eine herrliche Torte mit -genau!- Rhabarbercreme. Die leichte Säure des Rhababers, gepaart mit einer Vanillenote auf lockerem Bisquitboden. Eine perfekte Mischung für einen warmen Frühlingstag. Und ich hatte das Glück, unserer Gastgeberin das Rezept entlocken zu können.
Nach der Ernte meines ersten eigenen Rhabarbers erschien mir dieses Rezept passend, um meine Rhabarberstangen zu verwerten:
Und damit ihr auch etwas davon habt, werde ich euch erzählen, wie diese Torte gemacht wird.
3 EL heißes Wasser
150g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100g Mehl
100g Speisestärke
3 Tl Backpulver
Eier und Wasser schaumig schlagen. Zucker dazugeben und 2 Minuten weiterrühren. Speisestärke, Mehl und Backpulver dazusieben und auf niedrigster Stufe unterrühren. In eine gefettete Springform geben und bei 160°C-180°C etwa 30 Minuten backen. Der Teig wird sehr dick. Wer es dünner mag, kann die Menge um ein Drittel oder die Hälfte reduzieren.
Die Creme:
Ein Bund Rhabarberstangen (geschält und in Stücke geschnitten)
Zucker nach Geschmack
8 Blatt weiße Gelatine
1 Pk Vanillepudding
1/2 L Milch
1 Becher Sahne
Den Rhabarber mit wenig Wasser und Zucker nach Geschmack zu einem Rhabarbermuß kochen. Er muss gut auseinandergefallen sein. Die gewässerten und ausgedrückten Gelatineblätter in dem Muß auflösen.
Den Vanillepudding nach Anleitung kochen. Die Sahne steif schlagen. Den Pudding unter das Rhabarbermuß heben und etwas abkühlen lassen. Anschließend die Sahne unterheben. Mit Hilfe eines Tortenrings auf den abgekühlten Tortenboden geben und im Kühlschrank fest werden lassen. Die Torte nach Belieben verzieren und Tadaa:
Die Torte ist fertig für den Verzehr. Guten Appetit! Ich hoffe sie schmeckt euch ebenso gut wie mir. Und vielleicht werden dabei ja auch bei euch Kindheitserinnerungen wach.
Vielleicht sollte ich euch noch erzählen, wieso die Rhabarberpflanze eine der ersten Pflanzen war, die ich in meinen Garten gesetzt habe. Ich erinnere mich da an einen Tag in meiner Kindheit, an dem unser Vater meinem Bruder und mir jeweils eine Stange Rhabarber frisch von der Pflanze brach, sie uns schälte und uns einen Topf mit Zucker dazu gab, in die wir diese Stangen tunken konnten, um sie dann zu knabbern. Dazu erfolgte eine Erklärung, dass man Rhabarber aufgrund der Oxalsäure vorsichtig und nicht das ganze Jahr über genießen sollte und nur die Stiele essen darf, weil die Blätter giftig seien. Wahrscheinlich war dies eine dieser prägenden Situationen, die man niemals vergisst. Mein Bruder und ich haben die Stangen damals nicht komplett gegessen, denn so pur war uns der Rhabarber selbst mit Zuckertunke viel zu sauer.
Dafür liebten wir den Rhabarberkuchen mit Baiserhaube, den unsere Tante im Sommer öfter buk. Leckerer Teig mit versunkenen Rhabarberstückchen und einer Schicht Eierschaum darüber. Köstlich und saftig. Einfach toll.
Dann kam die Geburtstagsfeier meines Vaters, die wir an der Mosel verbrachten und unsere Gastgeberin servierte eine herrliche Torte mit -genau!- Rhabarbercreme. Die leichte Säure des Rhababers, gepaart mit einer Vanillenote auf lockerem Bisquitboden. Eine perfekte Mischung für einen warmen Frühlingstag. Und ich hatte das Glück, unserer Gastgeberin das Rezept entlocken zu können.
Nach der Ernte meines ersten eigenen Rhabarbers erschien mir dieses Rezept passend, um meine Rhabarberstangen zu verwerten:
Und damit ihr auch etwas davon habt, werde ich euch erzählen, wie diese Torte gemacht wird.
Der Tortenboden:
3 Eier3 EL heißes Wasser
150g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100g Mehl
100g Speisestärke
3 Tl Backpulver
Eier und Wasser schaumig schlagen. Zucker dazugeben und 2 Minuten weiterrühren. Speisestärke, Mehl und Backpulver dazusieben und auf niedrigster Stufe unterrühren. In eine gefettete Springform geben und bei 160°C-180°C etwa 30 Minuten backen. Der Teig wird sehr dick. Wer es dünner mag, kann die Menge um ein Drittel oder die Hälfte reduzieren.
Die Creme:
Ein Bund Rhabarberstangen (geschält und in Stücke geschnitten)
Zucker nach Geschmack
8 Blatt weiße Gelatine
1 Pk Vanillepudding
1/2 L Milch
1 Becher Sahne
Den Rhabarber mit wenig Wasser und Zucker nach Geschmack zu einem Rhabarbermuß kochen. Er muss gut auseinandergefallen sein. Die gewässerten und ausgedrückten Gelatineblätter in dem Muß auflösen.
Den Vanillepudding nach Anleitung kochen. Die Sahne steif schlagen. Den Pudding unter das Rhabarbermuß heben und etwas abkühlen lassen. Anschließend die Sahne unterheben. Mit Hilfe eines Tortenrings auf den abgekühlten Tortenboden geben und im Kühlschrank fest werden lassen. Die Torte nach Belieben verzieren und Tadaa:
Die Torte ist fertig für den Verzehr. Guten Appetit! Ich hoffe sie schmeckt euch ebenso gut wie mir. Und vielleicht werden dabei ja auch bei euch Kindheitserinnerungen wach.
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