Mittwoch, 8. Juni 2011

Rhabarber Rhabarber

Letztes Jahr habe ich eine Rhababerpflanze in unseren Garten gesetzt. In dem Jahr war sie natürlich noch zu klein, um sie zu beernten. Um so froher war ich, dass sie dieses Jahr förmlich in die Höhe geschossen ist. Sogar eine Blüte hatte sie gebildet, die ich laut Anleitung von Tante Lieschen (meiner netten Gartennachbarin) aber entfernt habe.
Vielleicht sollte ich euch noch erzählen, wieso die Rhabarberpflanze eine der ersten Pflanzen war, die ich in meinen Garten gesetzt habe. Ich erinnere mich da an einen Tag in meiner Kindheit, an dem unser Vater meinem Bruder und mir jeweils eine Stange Rhabarber frisch von der Pflanze brach, sie uns schälte und uns einen Topf mit Zucker dazu gab, in die wir diese Stangen tunken konnten, um sie dann zu knabbern. Dazu erfolgte eine Erklärung, dass man Rhabarber aufgrund der Oxalsäure vorsichtig und nicht das ganze Jahr über genießen sollte und nur die Stiele essen darf, weil die Blätter giftig seien. Wahrscheinlich war dies eine dieser prägenden Situationen, die man niemals vergisst. Mein Bruder und ich haben die Stangen damals nicht komplett gegessen, denn so pur war uns der Rhabarber selbst mit Zuckertunke viel zu sauer.
Dafür liebten wir den Rhabarberkuchen mit Baiserhaube, den unsere Tante im Sommer öfter buk. Leckerer Teig mit versunkenen Rhabarberstückchen und einer Schicht Eierschaum darüber. Köstlich und saftig. Einfach toll.
Dann kam die Geburtstagsfeier meines Vaters, die wir an der Mosel verbrachten und unsere Gastgeberin servierte eine herrliche Torte mit -genau!- Rhabarbercreme. Die leichte Säure des Rhababers, gepaart mit einer Vanillenote auf lockerem Bisquitboden. Eine perfekte Mischung für einen warmen Frühlingstag. Und ich hatte das Glück, unserer Gastgeberin das Rezept entlocken zu können.
Nach der Ernte meines ersten eigenen Rhabarbers erschien mir dieses Rezept passend, um meine Rhabarberstangen zu verwerten:


Und damit ihr auch etwas davon habt, werde ich euch erzählen, wie diese Torte gemacht wird.

Der Tortenboden:
3 Eier
3 EL heißes Wasser
150g Zucker
1 Pk Vanillezucker
100g Mehl
100g Speisestärke
3 Tl Backpulver

Eier und Wasser schaumig schlagen. Zucker dazugeben und 2 Minuten weiterrühren. Speisestärke, Mehl und Backpulver dazusieben und auf niedrigster Stufe unterrühren. In eine gefettete Springform geben und bei 160°C-180°C etwa 30 Minuten backen. Der Teig wird sehr dick. Wer es dünner mag, kann die Menge um ein Drittel oder die Hälfte reduzieren.

Die Creme:
Ein Bund Rhabarberstangen (geschält und in Stücke geschnitten)
Zucker nach Geschmack
8 Blatt weiße Gelatine
1 Pk Vanillepudding
1/2 L Milch
1 Becher Sahne


Den Rhabarber mit wenig Wasser und Zucker nach Geschmack zu einem Rhabarbermuß kochen. Er muss gut auseinandergefallen sein. Die gewässerten und ausgedrückten Gelatineblätter in dem Muß auflösen.
Den Vanillepudding nach Anleitung kochen. Die Sahne steif schlagen. Den Pudding unter das Rhabarbermuß heben und etwas abkühlen lassen. Anschließend die Sahne unterheben. Mit Hilfe eines Tortenrings auf den abgekühlten Tortenboden geben und im Kühlschrank fest werden lassen. Die Torte nach Belieben verzieren und Tadaa:


Die Torte ist fertig für den Verzehr. Guten Appetit! Ich hoffe sie schmeckt euch ebenso gut wie mir. Und vielleicht werden dabei ja auch bei euch Kindheitserinnerungen wach.

Kommentare:

  1. Liebe Thab
    Oh.... das sieht aber lecker aus! Danke für das tolle Rezept! Ich liebe Rhabarbern.... Schade, dass die Saison schon bald wieder vorbei ist.
    Eine herrliche Restwoche wünscht Dir Yvonne

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  2. Hm...das sieht ja lecker aus. Danke für das leckere Rezept.

    LG
    Waltraud

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  3. Hej, so schön die Geschichte und was für Erinnerungen der Rhabarber birgt. Dass da eine Pflanze in deinem Garten einfach stehen muss - ja das ist doch wohl schon Programm.
    Und - ganz lieben Dank für das Kuchenrezept. Das werde ich mir jetzt gleich rauskopieren. Wird gemacht und tönt uh legga.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  4. Toll, Thab, mit Rezept. Super. Werde ich nachbacken. Ich finde Rhabarber auch äußerst lecker. Ich hab in diesem Jahr zwei kräftige Pflanzen überraschend geschenkt bekommen, aber durchs Umpflanzen ist sie nicht so gut gewachsen, aber im nächsten Jahr!!
    Unser Nachbar verkauft Rhabarber, da werde ich eine Ladung holen und ihn verarbeiten. Dein Rezept wird auch dabei sein.
    Ich hab auch ein schönes rezept aus dem Internet, war auch mit einer schaumigen Eierbedeckung. Leider ist er mir verkohlt von oben und unten...
    LG Heidi

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  5. Rhabarber fehlt uns leider noch im Garten, aber ich war heuer schon nahe dran einen zu kaufen. Ich glaube nächstes Jahr werde ich das auch machen. Danke für das tolle Rezept.

    lg kathrin

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  6. Hach, diesen Rhababerkuchen liebe ich auch :-)

    Mein Rhababer ist erst dieses Jahr eingepflanzt worden und daher auch noch klein und ich habe ihn wachsen lassen.

    Aber ich denke im nächsten Frühjahr werde ich auch die erste Ernte 'einfahren' und verwerten können... darauf freue ich mich schon.

    Danke für das tolle Rezept.

    LG
    jK

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