Freitag, 7. März 2014

Genmais in Deutschland?

Hallo ihr Lieben!
Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Dies lag unter anderem an beruflichen Veränderungen. Für ca. zwei Jahre musste ich so viel schreiben, dass zum Schreiben dieses Blogs einfach keine Fingerfertigkeit mehr vorhanden war. Aber mir geht es gut und die zwei Jahre sind rum. So kann ich mich nun auch wieder diesem Blog widmen.
Und ich möchte direkt mit einem ernsten Thema anfangen, das mich in letzter Zeit beschäftigt hat. Das TTIP Freihandelsabkommen und die damit verbundene Anbaugenehmigung für Genmais.
Sicherlich hat der eine oder die andere von Euch auch schon ein wenig über das besagte Freihandelsabkommen gelesen.  
"In seiner derzeit diskutierten Form gewährt das Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) ausländischen Investoren weitreichende Klagerechte gegen die Unterzeichnerstaaten. Sobald die Konzerne ihre Eigentumsrechte durch strengere Gesetze oder Verordnungen bedroht sehen, könnten sie dagegen vor ein Schiedsgericht ziehen." (Quelle: www.zeit.de).
Dies ist sicherlich einer der größten Kritikpunkte, bedeutet dies doch, dass jede beliebige Firma aus den USA (etwa Monsanto) Deutschland vor einem geheimen Schiedsgericht auf Schadensersatz verklagen könnte, wenn Deutschland Gesetze gegen die Produktionen der jeweiligen Firmen besitzt. (Dies gilt auf für Fracking, Chlorhühnchen und ähnliche ungesunde Dinge). Für die Kosten müssten die Steuerzahler haften. Gleichzeitig wird versucht, das Freihandelsabkommen den Bürgern dadurch schmackhaft zu machen, dass ein Jobwunder prophezeit wird.
Dass dies nur eine Finte ist, zeigt folgendes Video: Video von "Das Erste"
Wer dagegen protestieren möchte, kann online hier unterzeichnen: https://www.campact.de/TTIP-Aktion
Einhergehend mit dem Freihandelsabkommen hat die Bundesregierung dem Anbau der Monsanto Gentechnik-Maissorte Pioneer 1507 indirekt zugestimmt, indem sie sich bei der EU-Abstimmung bewusst enthielt und so den Weg für den Mais ebnete. Schon 2015 könnte der gentechnisch veränderte Mais hier angebaut werden.
Gleichgültig, ob Genmais nun ungesund, schädlich, invasiv oder sogar Ertragssteigernd ist, stößt mir persönlich schon die Hinterhältigkeit auf, mit der demokratische Grundsätze auf diese Art und Weise ausgehebelt werden. Nicht nur, dass entgegen der Wahlversprechen gentechnisch veränderter Mais nun doch in Deutschland angebaut werden darf, auch wird im TTIP-Abkommen durch die Legitimation eines geheimen Schiedsgerichts jegliche demokratische Entscheidungsgewalt der Länder untergraben, so dass nur die Wahl besteht zwischen Gesetzen anpassen, oder Schadensersatz zahlen. Ein erstes Resultat ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais in Deutschland - entgegen der Wünsche der Mehrheit der Bürger.
Doch auch hier gibt es eine Möglichkeit ein Zeichen zu setzen:
 (Quelle: http://www.bantam-mais.de/fileadmin/files/Bantam/bantam_saatgut_tuetchen2.jpg)
Dies ist eine Bantam-Mais Samentütenvorlage. Denn wo Bantam wächst, darf kein gentechnisch veränderter Mais wachsen.
Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Man lässt sich Samen vom Bantam-Mais schenken, oder kauft sich welche. Diese sät man dann im Garten, auf der Terasse oder dem Balkon aus. Auf der Bantam Seite lässt man seinen Standort auf der Karte eintragen und informiert sich über das Vorgehen, wenn in der Umgebung gentechnisch veränderter Mais angebaut werden soll. Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger Platz bleibt für den Monsanto-Mais.
Außerdem soll der Mais lecker schmecken und ich finde, er sieht dazu noch dekorativ aus. Sobald sich mir die Gelegenheit bietet, werde ich diesen Mais auch anpflanzen. Warum diese Gelegenheit momentan nicht besteht, erzähle ich Euch in einem anderen Post.
Was haltet Ihr überhaupt von der ganzen Sache?

Montag, 23. April 2012

Hängende Gärten

So langsam fängt ja die Gartensaison wieder an. Einige schöne Tage haben wir schon im Garten verbracht und auch einiges zu tun gehabt. Die Beete wollten nach dem Winter ausgeputzt werden und das Gemüsebeet vorbereitet. Die ersten Erbsen wurden gesät und auf der Fensterbank wachsen auch schon so einige Gemüsepflanzen heran. Außerdem sind die Kartoffeln schon im Boden. Ich werde den Kartoffelturm dieses Jahr noch einmal ausprobieren. Diesmal aber richtig. In den Turm sollen die Kerkauer Kipfler. Im Pflanzland sind Blaue Schweden, Rote Emmalie, Bamberger Hörnchen, Vitelotte und Sieglinde. Jeweils allerdings nur einige wenige Knollen, da unser Platz leider sehr begrenzt ist. Wir haben einen der kleinsten Gärten der ganzen Kleingartenanlage. Dazu noch in Randlage mit sehr großen Bäumen hinterm Zaun. Da kommt zum Gemüseanbau nur ein kleines Fleckchen Erde in betracht.
Was zu unserem nächsten Problem führt. Wir haben einige Erdbeerpflanzen auf diesem kleinen Stückchen Land. Die kommen nun allerdings ins zweite Jahr und werden im nächsten Jahr wohl nicht mehr so gut tragen. Doch Platz für eine Neupflanzung ist auch nicht wirklich vorhanden. Also musste eine Lösung her.
Die war auch relativ schnell gefunden. In so genannten Pflanzbeuteln. Das sind Beutel, die mit Erde gefüllt werden und seitlich Schlitze haben, in die die Pflanzen gesetzt werden. Nach dem Bepflanzen können sie aufgehängt werden. Mit Hilfe eines Gießtrichters werden auch die untersten Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt.


Wir haben unsere Pflanzbeutel mit Erdbeerpflanzen bestückt. Zehn Stück pro Beutel. Ich habe eine Sorte gewählt, die auch dichter gepflanzt werden darf, hoffe aber trotzdem, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen. Aber es will ja alles einmal ausprobiert werden. Die Erdbeeren hängen jetzt am Zaun. Das hat den Vorteil, dass Nacktschnecken nicht so schnell an die Beeren kommen und diese auch keine Druckstellen bekommen können, wenn sie auf dem Boden aufliegen. Es gibt schließlich keinen Boden, auf dem sie aufliegen könnten.
Naja, im Moment sehen die Beutel noch ziemlich unschön aus. Aber wenn die Erdbeeren erst einmal richtig ausgetrieben sind und anfangen zu blühen, sieht man ja kaum noch was von den Beuteln.
Ich bin mal gespannt, wie häufig gegossen werden muss und ob das alles so funktioniert wie vorgestellt. Ich werde euch berichten.

Sonntag, 25. März 2012

Von Veilchen, Bubble Tea, Mulekularküche und Prothesenhaftpulver

Letztes Jahr Anfang April hatte ich euch hier ja schon von den Veilchen auf der Wiese vor unserem Haus erzählt. Auch dieses Jahr blühen sie wieder wunderbar blau. Und natürlich habe ich, wie in meinem damaligen Post beschrieben, wieder einen Veilchensirup aus den Blüten hergestellt. Da ihr ja schon wisst, wie man diesen Sirup herstellt, wollte ich euch dieses Mal ein Rezept zur verwendung des Sirups zeigen.
Natürlich hat dieses Rezept auch eine Vorgeschichte. Und zwar war ich in der vergangenen Woche meine beste Freundin im Ruhrgebiet besuchen. Bei einem Bummel durch die Stadt fiel mir ein Teeladen ins Auge, von dem ich zwar schonmal gelesen, den ich aber noch nie selbst gesehen hatte. Einige von euch kennen ihn bestimmt. Es gibt dort den sogenannten Bubble Tea. Das ist ein Eisteegetränk, in dem kleine Kugeln aus Tapiokastärke oder umhülltem Fruchtsaft schwimmen. Durch den dicken Strohhalm saugt man diese Kugeln mit in den Mund und dort kann man sie je nach Sorte zerkauen, oder platzen lassen. Natürlich gibt es sie in beiden Varianten in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Da ich mich nicht auskannte, habe ich die klassische Tapioka-Variante gewählt. Die schmeckt leicht nach Karamell. Die Konsistenz fand ich dann aber doch etwas gewöhnungsbedürftig und so drehte ich meinen Strohhalm um, damit ich durch das angeschrägte Ende keine Perlen mehr aufsaugte und trank nur den Eistee.
Der war mit allerlei Sirup aromatisiert und schmeckte zwar gut, aber auch etwas künstlich. Und das, obwohl ich den grünen Matcha-Tee gewählt habe. Eine der teuersten Teearten überhaupt.
Trotzdem ließ mich dieses Eistee-Getränk nicht mehr los und so recherchierte ich etwas im Internet. Dort las ich, dass die aufplatzenden Saftkugeln für Anfänger besser geeignet seien. Tja, nun war ich aber nicht mehr im Ruhrgebiet. Wie sollte ich also diese Teevariante probieren. Und ausserdem schmeckt selbstgemachter Eistee sowieso viel besser. Und draußen blühten die Veilchen. Und irgendwie musste es doch möglich sein, diese platzenden Saftkugeln selbst zu machen...
Ich merkt, worauf ich hinaus will?
Genau, ich gebe euch heute das Rezept, wie ihr

Grünen Matcha-Eistee mit Veilchensirup und Pfirsichsaftbobbeln

selber machen könnt.

Möglich wird dies mit Hilfe der sogenannten Molekularküche. Bei dieser Art zu kochen werden chemische Reaktionen genutzt, um spezielle Effekte zu erzielen. Auf diese Weise kann man Kugeln herstellen, die Außen fest und Innen flüssig sind. Im Fall der Bobble wird die Eigenschaft von Calciumchlorid in Wasser genutzt, Alginatbausteine blitzartig hart werden zu lassen. Genauer ist die Herstellung der Bobbeln auf diesem Blog erklärt. Aber auch ich werde mein möglichstes geben, euch zu beschreiben, wie man die Bobbeln macht.

Was ihr für den Eistee braucht:
1/2 Teelöffel Matcha-Pulver (gemahlener grüner Tee)
1 Schuss Veilchenblütensirup (oder einen anderen Sirup nach Wahl)
200ml kaltes Wasser
3-4 Eiswürfel
Strohhalm
einige Veilchenblüten zum Dekorieren.

Gebt einfach alles, bis auf die Dekoration und den Strohhalm, in einen Shaker und schüttelt es gut durch. Fertig ist der Eistee. Wenn ihr Bobbeln mit in das Glas geben wollt, solltet ihr die aber vorher machen. Sonst schmilzt das Eis. Alles ins Glas geben, dekorieren und genießen.

Was ihr für die Bobbeln braucht:
2g Calciumchlorid (dihydrat) (in der Apotheke zu bestellen)
200ml Wasser
100ml Pfirsichsaft (oder einen anderen Saft nach Wahl)
1g Alginat (ca. 1/2 Teelöffel) (hier kommt das Prothesenhaftpulver ins Spiel. Das Protefix Haftpulver für die dritten Zähne besteht nämlich zu 100% aus Natriumalginat. Dieses Alginat wird benötigt, damit der Saft  eine Hülle bilden kann. Falls ihr nicht wisst, woher ihr Alginat bekommt, kauft einfach in der Apotheke zusätzlich zum Calciumchlorid gleich das Haftpulver.)
Eine Wundspritze

Gebt das Calciumchlorid und das Wasser in eine flache Schüssel und rührt um, bis alles sich gelöst hat.
In einen anderen Behälter gebt ihr den Saft. Unter rühren, am besten mit dem Stabmixer, fügt ihr das Alginat hinzu und rührt eine Weile, bis sich alles homogen verbunden hat. Dann wird die Spritze mit dem Saft gefüllt welcher Tröpfchenweise in das Calciumchloridwasser fallen gelassen wird. Dabei müsst ihr ein wenig mit der Höhe tüfteln. Sie sollte hoch genug sein, dass die Tropfen einmal komplett untertauchen, damit der Saft auch überall von einer Hülle umschlossen wird. Im Calciumchloridwasser wird das Alginat an der Außenseite der Tropfen nämlich schlagartig fest und bildet so die Hülle um die Tropfen. Die Bobbeln sind also von Außen Gelartig und von Innen flüssig.
Habt ihr ausreichend Bobbeln getropft, oder ist nicht mehr genügend Calciumchloridwasser über, gießt ihr die Bobbeln einfach durch ein Sieb ab. Wenn ihr das Wasser auffangt, könnt ihr es weiterverwenden.
So, nun noch kurz unter Wasser abspülen und dann direkt in den Tee mit den Bobbeln. Oder, falls ihr sie eine kurze Weile aufbewahren wollt, füllt sie in ein Einmachglas und gebt etwas vom normalen Fruchtsaft hinzu. So sollten sie sich im Kühlschrank eine Weile halten.
Bleibt mir nur noch, euch ein erfrischendes Eistee-Trinken zu wünschen.

Freitag, 2. März 2012

Nie ohne Seife waschen

Vorgestern habe ich zum allerersten Mal vollkommen alleine Seife gesiedet. Und zum allerersten Mal überhaupt eine Seife marmoriert. Das Ergebnis wollte ich euch nicht vorenthalten:


Naja, das mit dem Marmorieren ist noch nicht so perfekt geworden. Nächstes Mal werde ich noch etwas mehr umrühren, damit der Marmoreffekt noch stärker wird. Aber ansonsten bin ich ganz zufrieden.
Die Seife ist aus Kokosfett, Sheabutter und Olivenöl in den Verhältnissen 5 zu 1 zu 1. Und beduftet habe ich sie mit einer Mischung aus Sandelholz, Vanille und Ylang Ylang.
Leider hatte ich keinen Seifenstempel. Da mir die Seifenstücke pur aber etwas zu langweilig waren, habe ich einfach mal versucht, einen normalen Stempel zu verwenden. Ich habe ihn vorher in goldenes Kosmetikpigment gestupst und dann in die Seife gedrückt. Was meint ihr, geht das so? Ich wollte einige der Seifenstücke nämlich verschenken. Und die Beschenkten sollen sich ja auch darüber freuen.

Achja, ich hatte euch ja vor einigen Posts Hütti's Gartenstube vorgestellt. Dieses Wochenende findet dort wieder ein Event statt. Am 3. März von 11-16 Uhr ist dort eine Ausstellung mit dem Namen "Frühlingserwachen". Leider kann ich selbst diesmal nicht dabei sein, denn für mich ist der Weg dort hin doch etwas weit. Aber vielleicht haben einige von euch es ja näher. Bestimmt ist dort wieder alles toll dekoriert.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Rosmarinhydrolat, oder - was ist eigentlich eine Kolonnendestille?

Also, so richtig hat das Gartenjahr ja noch nicht angefangen. Zwar steht schon alles in den Startlöchern und ich wälze auch schon fleißig Gartenbücher (in der ganzen Wohnung sind Skizzenblätter und Pflanzpläne verteilt), doch ist die Gartenerde noch zu feucht und gefroren, um sie richtig bearbeiten zu können. Natürlich habe ich schon ein paar Pflänzchen ausgesäät, aber darüber berichte ich dann beim nächsten Mal.
Heute habe ich ein anderes Thema für euch. Und zwar möchte ich euch mal beschreiben, wie man eigentlich Hydrolate herstellt. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein Hydrolat ist: Hydrolate sind eigentlich die überbleibenden Wässerchen bei der Gewinnung von ätherischem Öl. Kleine Mengen ätherischen Öls sind in diesen Wässerchen gelöst und machen sie so zu wertvollen Rohstoffen in der Kosmetikherstellung und Pflanzenheilkunde. Aber auch Gerichten kann mit ihnen eine besondere Note gegeben werden. Am bekanntesten ist da wohl das Rosenwasser.
Ätherisches Öl wird meistens mit einer Destille gewonnen. Hierfür wird ein Aromakorb, die sogenannte Kolonne, mit dem duftenden Pflanzenmaterial gefüllt. Die ätherischen Öle werden dann mit Hilfe von Wasserdampf aus den Pflanzen gelöst.
Aber am besten zeige ich euch das mal anhand von Rosmarin:


Ok, was sieht man auf diesem Bild? Fangen wir mal von Links nach Rechts an. Das Kupfertöpfchen Links auf der Butterbrotdose, mit der Spirale innen, ist der Kühler. Darunter steht ein Glastöpfchen zum Auffangen des Hydrolats. Auf dem Spiritus-Campingkocher rechts daneben steht der Kupferkessel, der mit Wasser gefüllt ist. Rechts hinten, das ist der Geisthelm, in dem sich der aufsteigende Dampf sammelt. Darunter, das ist die Kolonne. Die Kolonne ist eine Art Sieb. Das heißt, sie ist unten gelocht, damit der Wasserdampf durch sie hindurch gelangen kann.
Um erfolgreich Hydrolat herstellen zu können, sorgt man erstmal dafür, dass der Spiritustank des Campingkochers mit Spiritus gefüllt ist. (Nicht vergessen, sonst muss man zwischendurch nachfüllen). Dann füllt man den Kessel der Destille mit Wasser. In die Kolonne wird ein Stück Filterpapier oder Küchenrolle gelegt, damit kein Pflanzenmaterial durch die Löcher fallen kann. Nun ist es sinnvoll, das Pflanzenmaterial so klein wie möglich zu machen, damit sich die Oberfläche vergrößert und das ätherische Öl besser herausgelöst werden kann. Da ich getrockneten Rosmarin benutzt habe, konnte ich ihn ganz einfach in der Küchenmaschine häckseln. Frisches Pflanzenmaterial sollte man aber bestimmt besser kleinhacken. Das zerkleinerte Pflanzenmaterial wird nun in die Kolonne gegeben und angedrückt. Keine Angst, dass es zu fest werden könnte, der Dampf sucht sich wohl seinen Weg.
Dann setzt man die Kolonne auf den Kupferkessel. Auf die Kolonne wird der Geisthelm gesteckt. Der Geisthelm wiederum wird mit dem Kühler verbunden. Ich habe dafür noch ein Verbindungsstück extra, dass die Höhe der Kolonne auf der anderen Seite ausgleicht.
Der Kühler hat hinten zwei Öffnungen, an die am besten ein Wasserkreislauf angebracht wird, damit immer kaltes Kühlwasser nachströmen kann. Hierfür befestigt man passende Schläuche an den Öffnungen und sorgt dafür, dass durch die untere Öffnung Wasser hereinströmt und durch die obere wieder abfließen kann. Ich mache das mit Hilfe einer kleinen Aquariumtauchpumpe:


Nun nochmal vergewissern, dass alles ordnungsgemäß zusammengesteckt ist und ein Auffangbehälter bereit steht. Dann die Verbindungsstellen der einzelnen Teile mit einem gemisch aus Roggenmehl und Wasser abdichten. (Das wird traditionell so gemacht.) Schließlich kann der Campingkocher angezündet werden und man kann dabei zugucken, wie das Hydrolat nach dem Kondensieren in der Spirale aus dem Kühler tropft:


Aber bitte nicht weggehen. Schließlich arbeiten wir mit einer offenen Flamme. Nun heißt es Geduld zu haben. Immer mal wieder das Kühlwasser kontrollieren, ob es auch nicht zu warm geworden ist. Sonst Eiswürfel hineingeben, oder Wasser nachlaufen lassen.
Während nun das Hydrolat aus dem Kühler tropft verbreiten sich herrliche aromatische Düfte durch das ganze Zimmer. Aber wie gesagt, das Destillieren dauert eine Weile. Also am besten ein gutes Buch bereitlegen, und zwischen den Kontrollen in Ruhe schmökern. Gartenbücher sind da besonders gut geeignet.
Meine Destille fasst leider nur 0,5 Liter. Das ist auch die einzige Größe, die hier in Deutschland von Privatleuten legal betrieben werden darf. Es kommen also nie nennenswerte Mengen an ätherischem Öl zusammen. Aber das Hydrolat ist umso reichhaltiger, da man die Ölschicht nicht entfernt. Ausserdem wirkt sie leicht konservierend, wenn sie auf dem Hydrolat verbleibt. Das Hydrolat sollte trotzdem am besten in einer sauberen, bis zum Hals gefüllten Braunglasflasche aufbewahrt und möglichst schnell verbraucht werden.
Ich habe mein Rosmarinhydrolat aber mal in eine helle Flasche gefüllt, um es euch zeigen zu können. Bemerkt ihr den schönen Film ätherischen Rosmarinöls auf dem Wasser?


Wer häufiger Hydrolate braucht, für den lohnt sich die Anschaffung einer solchen Kolonnendestille. Aber nicht nur Wasser kann auf diese Weise aromatisiert werden. Es wäre doch mal eine Idee, sich den nächsten Orangenlikör selbst zu machen... ...mit einigen Orangenschalen in der Kolonne und Alkohol statt Wasser im Kessel sicherlich möglich. Ich werde das mal testen.
Außerdem sieht so eine Destille doch echt dekorativ aus.

Sonntag, 22. Januar 2012

Geburtstagskarte stempeln

Kennt ihr das? Man ist zu einem Geburtstag eingeladen und hat keine Karte mehr, die man dazu reichen könnte... Also muss eine gebastelt werden. Ist ja auch viel persönlicher.
Nun, ich bin Neuling auf dem Gebiet des Kartenbastelns. Und des Stempelns. Und von Embossing hatte ich bis vor kurzem auch noch nichts gehört.
Aber ich habe mich herangetraut. Und jetzt wollte ich euch doch mal eine meiner ersten Karten zeigen:


Für diese Karte habe ich eine Standard-Blankokarte mit gewelltem Rand genommen. Diesen habe ich mit brauner Abtönfarbe eingefärbt. Dabei habe ich die Farbe unregelmäßig auch etwas zur Kartenmitte gelangen lassen. Darüber wurde mit einem Hintergrundstempel mit alter Schrift als Motiv kreuz und quer gestempelt.
Dann habe ich ein Stück Bo-Mull mit einer Zackenschere zurechtgeschnitten und die Ränder zwischen Daumen und Zeigefinger ausgefranst. Dieses wurde mittig auf die Karte geklebt. Darüber ein zurechtgeschnittenes Stück Papier aus einem alten Buch, das ich nicht mehr brauchte. Die Ränder wieder mit der braunen Farbe eingefärbt und in die Ecken Ornamente gestempelt.
Ein altes Postkartenmotiv habe ich am Pc rund ausgeschnitten und auf Aquarellpapier ausgedruckt. Die Struktur des Papiers gab dem Ganzen eine hübsche Note. Die Ränder des runden Bildes habe ich mit einer Feile bearbeitet, um der Karte einen Hauch von Shabby-Chick zu geben. In einer genau zum Rund passenden Größe habe ich ein Rechteck aus dem Aquarellpapier geschnitten und bei diesem ebenfalls die Ränder gebräunt. In zwei gegenüberliegende Ecken wurde jeweils eine stilisierte Lilie gestempelt. Eine davon habe ich mit silbernem Embossingpulver bepudert und dieses dann über einer Hitzequelle geschmolzen. (Ich wollte doch das mit dem Empossing unbedingt mal probieren.)
Mit dieser Ecke nach oben wurde das Quadrat auf die Karte geklebt. Darüber das runde Bild.
An den Rand des Bildes kamen noch zwei gekräuselte Bo-Mull-Reste und eine aus Aquarellpapier ausgestanzte zweilagige Blüte, mit gebräunten Rändern. Diese wurde mit Schaumstoffklebepunkten befestigt. Für den 3D Effekt.
Ich weiß, die Karte ist nicht perfekt, aber für den Anfang war ich ganz zufrieden. Und ich hatte eine Karte zum Verschenken. Vielleicht gefällt sie euch ja auch.

Achja, wo ich gerade dabei bin, euch zu fragen, was euch gefällt... Ich hätte mehrere Themen, über die ich als nächstes berichten könnte. Da wollte ich euch doch mal fragen, was ihr gerne lesen würdet.

Zur Auswahl stehen:
-Der Bau einer Grow-Box aus einer Ikea-Kiste
-Die Herstellung eines Hydrolates
-Ein weiterer "Für euch gelesen"-Artikel
und
-Noch mehr selbstgerührte Kosmetik

Natürlich berichte ich auch gerne über andere Sachen. Für Vorschläge bin ich immer offen. Hinterlasst mir einfach einen Kommentar

Donnerstag, 12. Januar 2012

Shower Jelly - Wackelpeter zum Duschen

Huhu ihr Lieben. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, hat mein Blog eine kleine Winterpause eingelegt. Im Garten gibt es momentan einfach nicht so viel zu tun, über das sich berichten ließe. Aber bald beginnt ja wieder die Saison und es darf ausgesät und vorgezogen werden. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, habe ich mir gedacht, ich lasse euch einfach an meinen sonstigen Aktivitäten teilhaben. Und da am Montag ein heiß ersehntes Paket mit Rohstoffen für selbstgerührte Kosmetik bei mir angekommen ist, gibt es heute ein Tutorial zum mixen von Shower Jellies.


Wer von euch schonmal in einem Laden einer bekannten Kosmetikmarke war, wird diese Shower Jellies eventuell schon kennen. Für alle anderen: Shower Jellies sind eine Art Wackelpeter, nur etwas fester, und werden statt Duschgel benutzt. Ihr seht meinen ersten Versuch dort oben.
Jetzt aber zu den Zutaten. Im Grunde braucht es nicht viel, um diese Shower Jellies herzustellen:

Zutaten:
250ml Wasser (am besten destilliert)
50ml flüssiges Tensid (Coco Glucoside oder Betain funktionieren sehr gut)
1 Päckchen Götterspeisepulver (beliebige Sorte)
Silikon Muffinförmchen oder Eiswürfelformen

nach Belieben noch
ätherische Öle oder kosmetikgeeignete Duftöle (muss aber nicht, die Götterspeise duftet auch so schon)

TIPP: Wenn ihr kein Tensid habt, oder kaufen möchtet könnt ihr statt dessen auch 150ml Wasser und 150ml Duschgel benutzen.

Und so gehts:
Füllt das Wasser in einen Topf und rührt das Götterspeisepulver hinein. Ich habe Himbeere genommen, weil die rote Farbe so gut zu meiner Rosen-Muffinform passt. Das Ganze muss nun auf dem Herd leicht erwärmt werden, damit sich das Pulver vollständig löst. Aber auf keinen Fall zu heiß werden lassen!
Dann nimmt man den Topf wieder vom Herd und rührt vorsichtig das Tensid oder Duschgel unter. Nicht zu kräftig rühren, sonst schäumts!

Wer mag, kann jetzt noch die duftenden Öle hinzugeben. Und fertig ist unsere Mischung.
Die wird nun in die Muffin- bzw. Eiswürfelformen gegeben und eine Weile stehen gelassen, damit sie schonmal etwas gelieren kann. Danach kommen die Förmchen noch etwa 4 Stunden in den Kühlschrank, damit die Masse richtig hart wird.
Beim Ausformen muss man etwas vorsichtig sein, damit das Gelee nicht reißt. Und fertig sind die Shower Jellies. Wer mag, kann die Pflegewirkung noch aufwerten, indem Kräutertee oder Aloe-Saft statt Wasser genommen wird. Auch Milchpulver unter zu rühren ist möglich. Da sind der Experimentierwut keine Grenzen gesetzt.

Ich hatte, wie schon gesagt, kurz vorher mein Paket bekommen und habe etwas Goldpulver in ein Silikonförmchen gestäubt, bevor ich die Mischung hinein goss. Das Shower Jelly glitzert jetzt schön. Auch das mit dem Milchpulver habe ich ausprobiert. Das hat sich in den Formen aber nach unten abgesetzt. Deswegen die etwas helleren Stellen auf den anderen Jellies.
Achja, das Duschen mit diesen Jellies. Wie benutzt man sie eigentlich? Man kann sie natürlich als Ganzes in die Hand nehmen und sich damit wie mit einem Stück Seife abreiben. Aber das ist eine ganz schön glitschige Angelegenheit. Wer schonmal ein Stück Wackelpeter in der Hand hatte, weiß was ich meine. Am besten ist es, sich eine kleine Menge vom Jelly abzureißen und diese in einen Seifensparer zu geben. Das ist so eine Art länglicher netzartiger Schlauch, den man oben mit einem Band zuziehen kann. Man bekommt ihn für kleines Geld in den meisten Drogeriemärkten. Damit reibt man sich anschließend ab und kann sich vor tollem Schaum kaum noch retten.
Die Jellies selbst bewahrt man am besten in einer Dose auf, damit sie nicht austrocknen. Hat man etwas anderes als Wasser benutzt, ist es sogar am besten, sie im Kühlschrank aufzubewahren, damit sie länger halten. Aber der Aufwand lohnt sich, denn sie machen einfach Spaß.
Euch auf jedenfall auch viel Spaß beim Nachmachen!

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Herbstzauber in Hütti's Gartenstube

Am vergangenen Samstag war in Hütti's Gartenstube eine Herbstzauber-Sonderausstellung. Da ich an diesem Wochenende meine Eltern besuchte und somit in der Gegend war, schaute ich dort vorbei. Und ich muss sagen, trotz der 12 Liter Regen, die an diesem Tag in zwei heftigen Regenschauern samt Hagel pro Quadratmeter vom Himmel fielen, hat sich der Ausflug gelohnt. Mit freundlicher Genehmigung der Besitzer möchte ich euch hier einige Impressionen dieses Tages vorstellen.


Doch zunächst etwas über Hütti's Gartenstube. Hütti's Gartenstube ist ein kleines Lädchen in einem Gartenhäuschen hinter diesem Haus:


Schon auf dem Weg um das Haus herum zur eigentlichen Gartenstube gibt es eine Menge zu entdecken:



Liebevoll dekoriert präsentieren sich hier die wunderbarsten Dekogegenstände. Und wenn man durch den romantisch-verwinkelten Garten streift, entdeckt man überall kleine Ecken, an denen der Blick hängen bleibt.









Und auch von Innen kann sich das Lädchen sehen lassen.




In jedem Winkel konnte man etwas Neues entdecken. Und es roch so gut nach frischer Dekoseife und duftigen Potpourris. Dazu bekamen Gäste einen Kaffee angeboten.
Alles in Allem eine sehr gelungene Ausstellung. Und sollte sich die Gelegenheit ergeben, werde ich sicherlich auch bei weiteren Ausstellungen oder offenen Gartenpforten gerne mal wieder vorbeischauen. Dass eine Weihnachtsausstellung stattfinden wird, weiß ich schon. Nur noch nicht wann. (Wahrscheinlich am ersten Wochenende im November)
Aber auch an normalen Verkaufstagen lohnt sich dieses Lädchen auf jeden Fall, denn selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass man nichts kauft, geht man doch immer mit einem Haufen neuer Anregungen nach Hause.

Freitag, 16. September 2011

Aroniabeeren & Kartoffelturm

Nun, bevor ich beginne, alle Neuigkeiten aus dem Garten zu erzählen, muss ich mich erst einmal entschuldigen, dass hier so lange Funkstille geherrscht hat. Tatsächlich war in letzter Zeit einiges los bei mir. Unter anderem war ich mit meiner besten Freundin für eine Woche an der niederländischen Nordsee. Das Wetter war herrlich. Für ganze vier Tage. Und wir haben sogar etwas Farbe bekommen.


Aber jetzt zurück zum Garten. Schließlich musstet ihr über einen Monat auf Neuigkeiten verzichten. Noch vor meinem Urlaub habe ich meine Aroniabeeren geerntet. Aroniabeeren, auch Apfelbeeren genannt, sind wirklich gesunde Beeren. Sie sollen den höchsten Anteil an Antioxidantien aller essbaren Früchte enthalten und wirken damit gegen allerlei Krankheiten als Therapie oder Prophylaxe. Wer mehr wissen will kann sich z.B. hier über Aronia melanocarpa informieren.


Ich besitze drei Aroniasträucher. Zwei 'Nero' und eine 'Hugin'. Alle drei sind letztes Jahr gepflanzt worden. Die 'Hugin' war die Größte der drei Pflanzen und auch die Einzige, die dieses Jahr schon nennenswert Früchte getragen hat. Und zwar ganze 160g, wenn ich mich richtig erinnere. Oder waren es 180g? Ich finde, das ist für einen kleinen Strauch im ersten Jahr schon eine ganze Masse. Ihr seht ja, wie voll er hing.
Und hier meine Ausbeute:


Natürlich war die Menge für die Marmeladenherstellung oder zur Saftgewinnung zu klein. Deshalb musste eine andere Idee zur Verwertung her. Und da fiel mir spontan ein, dass ich doch mal Aroniabeeren-Likör herstellen könnte. Ich nahm also meine Beeren, fügte 80g Zucker und ein Päckchen Bourbon-Vanillezucker hinzu und füllte das Ganze bis 280g mit getrockneten Rosenknospen und einer Teemischung aus Apfel, Orangenschalen und Zitronenschalen auf. Dazu kam noch ein Eierbecher voll getrockneter Beeren, die ich noch vom letzten Jahr über hatte.


Ab in eine Flasche mit der Mischung und aufgegossen mit 1 1/2 Flaschen Doppelkorn. Ich hatte leider nur eine 5L Flasche zum Ziehenlassen. Eine kleinere hätte es bestimmt auch getan. Noch 3-4 Monate durchziehen und der Likör sollte fertig sein. Mittlerweile hat er auch schon eine schön dunkelrote Farbe.


Doch kommen wir zu einem anderen Thema. Meinem Kartoffelturm. Ihr erinnert euch bestimmt noch. Wenn nicht, hier ist der Link zum passenden Beitrag.
Nun, die Erntezeit ist gekommen. Und leider muss ich sagen, dass es so, wie ich ihn aufgebaut habe, nicht zufriedenstellend funktioniert hat. Ich habe ja alle Setzkartoffeln auf einmal in den Turm geschichtet. Dies geschah zum Teil aus der Not heraus. Denn kurz darauf stand ein Urlaub an, der das etappenweise Schichten unmöglich machte. Zwar hatte eine Internetseite diese Möglichkeit genannt, doch muss ich leider sagen, dass sie bei mir nicht funktioniert hat. Die Kartoffeln, die weiter unten lagen, sind nicht bis nach Oben durchgewachsen. Und dementsprechend einfach verrottet. Leider sind nur die oberen Kartoffeln etwas geworden, was den Ertrag erheblich geschmälert hat. Wahrscheinlich werde ich es im nächsten Jahr noch einmal versuchen und dann den Anleitungen folgen, die erklären, dass die Kartoffelpflanzen erst 10cm aus dem Boden schauen sollen, bevor die nächste Schicht Erde und Setzkartoffeln aufgefüllt wird. Ist ja auch irgendwie logischer. Passenderweise: Die dicksten Kartoffeln haben immer...


Allerdings war nur eine Kartoffel soo groß geworden. Wundert euch nicht über die Farbe, das ist eine 'Blaue Schweden'. Leider hatten sich einige Tiere in sie eingenistet, so dass es mit dem Essen nichts wurde. Aber die restlichen Kartoffeln werden genüsslich verspeist.

Samstag, 13. August 2011

Effektive Mikroorganismen - Terra Preta - Teil 4

Jetzt sind doch tatsächlich schon mehr als drei Wochen vergangen, seit ich mein Bokashi angesetzt habe. Mittlerweile sollten die EM sich im Bokashi schön vermehrt und verteilt haben und meine Mischung fertig zum Einsatz sein.
Achja, der Einsatz. Ich habe euch ja noch garnicht erzählt, was ich mit meinem Bokashi machen möchte. Ich könnte ihn einfach so vergraben, und vererden lassen. Oder ich benutz ihn als Dünger. Auch für einen Bokashi-Küchenkomposter wäre die Mischung jetzt nutzbar. Aber erinnert ihr euch noch, dass Kohlestaub und -stückchen mit in der Mischung waren? Ich wollte euch ja noch erzählen, wieso ich Kohle mit in das Bokashi gemischt habe. Nun diese Kohle ist wichtig, wenn man den Versuch starten möchte, Terra Preta herzustellen. Nun ja, eigentlich müsste man von Terra Preta Nova sprechen, denn das ursprüngliche Rezept für Terra Preta ist verloren gegangen.
Ganz einfach gesagt, ist Terra Preta eine fruchtbare Schwarzerde. Das Besondere an Terra Preta ist, dass sie über einen sehr langen Zeitraum fruchtbar bleibt. Doch zunächst etwas zu ihrer Entdeckungsgeschichte: Der erste Europäer, ein Spanier, der den Amazonas befuhr, berichtete von großen Städten am Amazonas und schätzte ihre Einwohnerzahl auf 100 Millionen Menschen. Spätere Reisen in das Amazonasgebiet konnten diese Beobachtungen nicht bestätigen und auch Wissenschaftler hielten diese Einwohnerzahl für unwahrscheinlich. Eine so große Kultur hätte mehr Spuren hinterlassen müssen. Der Hauptgrund für die Zweifel war jedoch, dass der Boden Amazoniens, im Regenwald, ein armer Boden ist, auf dem Landwirtschaft in ausreichendem Maße nicht möglich wäre. Dann fand man jedoch in der Nähe von vielen entdeckten Ruinen einen sehr fruchtbaren schwarzen Boden, auf dem noch heute von den Einheimischen angebautes Obst und Gemüse sehr hohe Erträge bringt. Die Terra Preta. Ein künstlich geschaffener Boden, der selbst nach diesen Jahrhunderten immernoch fruchtbar ist und im Gegensatz zum Regenwaldboden die Nährstoffe sehr lange halten kann. Sich gar selbst regeneriert. Untersuchungen dieses Bodens haben ergeben, dass der relativ hohe Anteil an Holzkohle in diesem Boden für diesen Effekt verantwortlich sein dürfte. Seitdem gibt es verschiedenste Bemühungen, diesen Boden zu rekonstruieren. Für mehr Informationen und weitere Versuche in diese Richtung empfehle ich den Blog von Chaos Garten, der auch mit Terra Preta experimentiert hat.
Diese verblüffende Erde hat mich sehr fasziniert und so habe ich nach längeren Internetrecherchen ebenfalls beschlossen einen Versuch, Terra Preta herzustellen, zu wagen. Mein Weg soll nun über die Fermentierung führen. Und dafür brauchte ich Bokashi.
Doch nun zum Zustand, in dem ich mein Bokashi vorfand, als ich den schwarzen Sack öffnete, in dem die Herstellung stattfand. Es roch angenehm süßlich. Sogar so sehr, dass direkt eine Wespe angeflogen kam. An einigen Stellen hatte sich der "gute" weiße Schimmel gebildet. Ansonsten war die Konsistenz nicht sehr viel anders als zuvor. Und so sah das Ganze aus:


Um Terra Preta herzustellen braucht man jedoch nicht nur Kohle. Es ist wichtig, dass diese Kohle von Mikroorganismen besiedelt wird. Mischt man lediglich Kohle unter die Erde, kann dies sogar negative Effekte auf die Pflanzen haben. Da in der Schwarzerde im Amazonasgebiet auch Keramikscherben gefunden wurden, vermutet man, dass die Herstellung der Schwarzerde in Tonkrügen stattfand, die ohne Boden in die Erde eingelassen waren und mit Fäkalien, Küchenabfällen und gemahlener Kohle gefüllt wurden. Nach einer Weile wurden in diese Krüge Schirmpflanzen wie Bananenstauden gepflanzt, die die darunter angebauten Pflanzen beschatteten und mit zunehmender Größe irgendwann die Tonkrüge sprengten. In diesen Tonkrügen war durch Fermentation und Vererdung aus den Abfällen Terra Preta geworden.
Nun kann ich schlecht lauter Tonkrüge in meinem Garten vergraben und mit Abfällen füllen. Und Bananen sind hier leider auch nicht winterfest. Deswegen habe ich mir gedacht, dass ich mir das Prinzip des Bokashi-Küchenkomposters zu eigen mache. Es musste nur eine Variante gefunden werden, die auch für Gartenabfälle genug Platz bot. Um so glücklicher war ich, als ich diese 62L Futtertonne mit luftdicht schließendem Deckel fand:


Um sie fermentiertauglich zu machen, besorgte ich mir einen Pflanzenuntersetzer mit einem etwas größerem Durchmesser als dem des Bodens der Tonne. Dieser wurde durchlöchert und in die Tonne gelegt. Durch seinen etwas größeren Umfang rutschte er nicht bis ganz nach unten durch und schaffte so einen Raum, in den Flüssigkeiten, die beim Fermentieren entstehen, ablaufen können. Dies verhindert eine Verjauchung der Gartenabfälle und soll den offenen Boden der Tongefäße im Amazonasgebiet simulieren. Damit die Flüssigkeiten abgelassen werden können, bohrte ich noch ein etwas größeres Loch bodennah in die Tonne und verschloss es mit einem Korken.
Nun können die Garten- und Küchenabfälle eingefüllt werden. Auf jede Schicht Abfälle wird dann eine Schicht Bokashi gestreut. Dies bringt zum Einen die Kohle in den Abfall und zum Anderen beschleunigen die EM hoffentlich die Fermentation.


Natürlich habe ich die Tonne nicht sofort ganz voll bekommen. Trotzdem ist es wichtig, die Abfälle nach jeder Schicht schonmal zu verdichten, damit die Luftzufuhr minimiert wird. Und um die Luft des noch nicht gefüllten Raumes der Tonne vom Abfall fern zu halten, kann man am besten einen Müllsack mit Sand füllen und ihn auf die Abfälle legen. Das Gewicht des Sandes komprimiert die Abfälle dabei noch einmal. So kann man die Tonne nach und nach füllen.
Ist die Tonne voll, wird der Deckel geschlossen und das Ganze muss anschließend wieder mindestens zwei Wochen stehen um zu fermentieren. Zwischendurch sollte immer mal wieder die Flüssigkeit abgelassen werden. Diese Flüssigkeit ist übrigens ein hervorragender Flüssigdünger, der verdünnt wie jeder andere Flüssigdünger gegossen werden kann.
Ist das Ganze fertig fermentiert muss es zum Vererden eingegraben, mit Erde bedeckt oder im normalen Kompost nochmals kompostiert werden. Danach sollte es hoffentlich Terra Preta sein. Aber so weit bin ich noch nicht. Ich werde berichten.

EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 3 - Bokashi

Samstag, 30. Juli 2011

Das geträumte Rezept - Gartenmelde

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal eine Gartenmelde als Blattgemüse in mein Gemüsebeet gesät. Faszinierend an der Gartenmelde fand ich, dass sie schon sehr lange in Gemüsegärten angebaut wird. Anders als die wilde Melde, die auch essbar ist, ist die Gartenmelde als Blattgemüse gezüchtet worden. Tatsächlich wurden früher ihre Samen innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben und kultiviert. Erst durch den Spinat wurde sie größtenteils aus der Küche verdrängt. Dabei enthält sie weniger Oxalsäure als Spinat. Schließlich leitet sich der Name "Melde" vermutlich von "mild" ab. Es gibt sie in Grün, Gelb, Rot und Halbrot. Deswegen wird sie sogar als Schmuckpflanze gepflanzt. Ich habe sie jedoch nur in Grün.


Man kann sie verwenden wie Spinat. Und genau das habe ich auch probiert. Ich habe eines meiner typischen Gerichte, statt mit Blattspinat, mit der Gartenmelde zubereitet. Es gab Tagliatelle mit Melde, Lachs und Pilzen in einer Rahmsoße. Es schmeckte. Aber mit Spinat schmeckte es immer noch etwas leckerer. Und ich fürchtete, dass ich eben dieses Problem mit der Melde bei allen meinen Spinatgerichten bekommen würde, waren wir doch den Geschmack von Spinat in diesen Gerichten gewöhnt.
Was also sollte ich mit der Melde nun anstellen?
Dieses Problem scheint mich bis in den Schlaf verfolgt zu haben, denn in der Nacht nach dem Tagliatelle-Gericht träumte ich ein Gartenmelde-Rezept.
Ich träumte, meine Eltern wären zu Besuch bei uns. Ich kochte eines meiner Standardgerichte (im Traum): Meldecremesuppe. Meine Mutter half mir bei der Zubereitung. Und wie Mütter manchmal so sind, gab sie mir in meinem Traum einem Tipp, wie sie selbst (es war auch eines ihrer Standardgerichte) dieser Suppe immer den letzten Schliff verlieh. Und zwar mit einem guten Schuss Rote-Beete-Saft, der dem Ganzen zwar eine seltsame Farbe gab, aber durch die leicht erdige Note der Rote-Beete den Geschmack etwas raffinierter machte. In meinem Traum schmeckte diese Suppe herrlich. Natürlich musste ich sie in den nächsten Tagen direkt nachkochen. Und euch will ich das Rezept auch nicht vorenthalten. Wann träumt man schon mal ein Rezept?

Gartenmelde-Cremesuppe


Zutaten für ca. 2 Personen:
Zwei große Hände voll Gartenmelde
4 große Kartoffeln (oder 8 kleine)
1 Stich Butter
3 EL Mehl
ca. 250ml Milch
1 1/2 gehäufte TL gekörnte Gemüsebrühe
1 großer Schuß Rote-Beete-Saft
2 Scheiben Brot
Salz, Pfeffer, Muskat
Petersilie zum Garnieren

So gehts: 
Die Melde waschen, ausputzen und in einen Topf geben. Mit (nicht zu viel) Wasser bedecken, salzen und weich kochen lassen. Währenddessen die Kartoffeln schälen, halbieren und in Salzwasser garkochen.
In einem kleineren Topf die Butter zerlassen und das Mehl hineinrühren. Die Masse von der Herdplatte nehmen und mit der Milch verrühren. Mit der gekörnten Gemüsebrühe und dem Muskat würzen und unter rühren aufkochen lassen, bis die Masse andickt. Diese Masse in den Topf mit der Melde geben. (Das Melde-Wasser nicht abgießen). Den Rote-Beete-Saft zugeben. Mit dem Pürierstab pürieren und nochmals aufkochen lassen. Die Cremesuppe sollte schön sämig sein. Ist sie noch zu dünnflüssig, kann man etwas Speisestärke in Milch auflösen und langsam in die kochende Suppe gießen, um sie noch etwas anzudicken. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Brotscheiben in Streifen schneiden und in der Pfanne in etwas Öl knusprig anbraten. Die Suppe in Teller geben und die Kartoffeln abgießen und in die Mitte legen. Die Brotstreifen auf den Tellerrand legen und alles mit ein wenig  Petersilie garnieren.
Guten Appetit. Ich hoffe es schmeckt euch.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Effektive Mikroorganismen - Bokashi - Teil 3

Am Sonntag war die Effektive Mikroorganismen-Mischung sieben Tage fermentiert. Aufgrund des leider gar nicht so sommerlichen Wetters konnte ich meinen Versuch aber erst am Dienstag fortsetzen. Doch zuersteinmal möchte ich euch den Zustand der Mischung beschreiben. Im Grunde hat sich am Aussehen nichts geändert. So wie auf dem Foto des letzten Posts zu sehen, sah sie auch am Sonntag noch aus. Der Geruch war ein wenig wie bei Federweißer. Also leicht gärend. Da ich aus der Fruchtweinherstellung weiß, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass die Mikroorganismen fleißig arbeiten und sich vermehren, konnte ich die berechtigte Vermutung anstellen, dass die Mischung gelungen ist. Ob sich die richtigen Organismen vermehrt haben, wird sich im weiteren Verlauf des Versuchs zeigen. Ich habe nämlich vor, mit Hilfe der Mikroorganismen Bokashi herzustellen.
Viele haben wahrscheinlich noch nichts von Bokashi gehört. Ich bin auch erst vor Kurzem in einem Werbeprospekt darauf gestoßen, in dem ein Bokashi-Küchenkomposter verkauft wurde. Ich fand ihn zu teuer und habe mich nicht weiter damit beschäftigt, bis ich auch im Zusammenhang mit Gartenbehandlung auf Bokashi stieß. Einen informativen Artikel mit guter Erklärung, was Bokashi ist und wofür es benutzt wird findet man in der Zeit-Online: Bokashiartikel
Doch zurück zum Versuch. Es soll kein einfaches Bokashi, sondern Holzkohle-Bokashi hergestellt werden. Wofür die Kohle in meinem Bokashi gut sein soll, werde ich euch im nächsten Teil erzählen, denn sonst würde dieser Post wirklich viel zu lang.
Man benötigt für das Kohlebokashi 5kg Holzkohle. Diese sollte aus einer Mischung von 0,00-1,00cm großen Stücken bestehen, also grob gemahlen sein. In meiner Kohle sind leider auch noch größere Stücke, da ich einfache Grillkohle ohne Maschine zermahlen habe. Das war etwas mühselig, soll aber mit einem Schredder (wir haben leider noch keinen) besser gehen. Wichtig ist dann nur, dass die Holzkohle zuvor angefeuchtet wird, damit es nicht zu einer Staubexplosion kommt. Es gibt aber auch schon fertig gemahlene Kohle (Holzkohlengrieß) entweder direkt beim Köhler oder (leider etwas teuer) im Internet zu bestellen.
Außerdem braucht man 5kg Weizenkleie. Diese bekommt man in größeren Mengen im Pferdefuttershop.



Dazu kommen noch drei Liter Wasser, 30ml Melasse und 30ml der effektiven Mikroorganismen. Hier kann man natürlich auch Gekaufte nehmen. Die Melasse und die EM werden im Wasser aufgelöst und zu Holzkohle und Weizenkleie gegeben. Dann wird das Ganze gut durchgemischt, bis alles gleichmäßig feucht ist. Die richtige Feuchtigkeit ist erreicht, wenn die Kleie beim Zusammendrücken leicht zusammenklebt. Das macht sie mit Kohle zusammen nicht so gut, aber hält man sich an die Mengenangabe stimmt die benötigte Feuchtigkeit von 30% ungefähr.
Ist das Mischen gelungen, sieht es so aus:


 
Nun kommt das Wichtigste. Diese Mischung muss wieder anaerob fermentieren. Das heißt, auch diesmal darf keine Luft ran. Am einfachsten bekommt man das hin, indem man die Mischung in einen großen, schwarzen Müllsack füllt, die Kleie zusammendrückt und die Luft ganz herauspresst. Dann bindet man ihn direkt über der Masse zu und dreht den überstehenden Sack ein. Darum kommt dann noch ein zweiter Müllsack, damit wirklich keine Luft rankommt. Der wird genauso verschlossen.



So, nun, auf die Öffnung gestellt, an einen dunklen, 18°C-23°C warmen Ort damit und für mindestens zwei Wochen in Ruhe gelassen. In dieser Zeit kann die Kleie durchfermentieren und zu herrlichstem Bokashi werden. Dieses kann dann benutzt werden, um beispielsweise Küchenkomposter damit zu impfen. Was ich damit vor habe, erzähle ich euch dann im nächsten Teil.
Achso, dies ist eines der im Zeit-Artikel erwähnten Videos. Dort sieht man eine weitere Möglichkeit, wie das Bokashi luftdicht fermentieren kann:


Durch die Kohle ist Nährsalz in unserem Fall nicht notwendig und die Wirkung des Keramikpulvers, welches im Video erwähnt wird, halte ich für zweifelhaft. Wir werden sehen, was aus meinem Versuch wird. In ungefähr zwei Wochen erzähle ich euch, vorrausgesetzt es hat alles funktioniert, wie es weitergeht.

EM - Teil 1
EM - Teil 2
EM - Teil 4 - Terra Preta

Donnerstag, 14. Juli 2011

Effektive Mikroorganismen Teil 2

Nachdem mein Versuch, effektive Mikroorganismen mit einem Blumentopf zu sammeln, leider nicht funktioniert hat, kann ich nun voller Freude verkünden: Ich habe ein Holzkästchen gefunden und den Versuch nochmals gestartet. Der Versuchsaufbau blieb der selbe, nur dass ich statt des Blumentopfes ein Spandöschen genommen habe. Und diesmal hat das Sammeln der effektiven Mikroorganismen auch funktioniert. Als ich das Kästchen nach fünf Tagen in Laub und Erde wieder ausgebuddelt habe, hatte sich ein schöner weißer Schimmel auf dem Reis gebildet. In dem Schimmel wohnte zwar ein einzelner Wurm, doch den fischte ich einfach heraus. Der Geruch des Reises war nicht unangenehm.  Er roch nicht nach Schimmel, wie man ihn eigentlich kennt, sondern eher ein wenig säuerlich. Nicht rottend, sondern eher gärend. Das befand ich einfach mal für sehr gut.
Natürlich kann man mit so wenig Schimmel nicht viel anfangen, deswegen musste die Kultur vermehrt werden. Und das geht folgendermaßen: Man wiegt den geschimmelten Reis und fügt die selbe Menge an Rohrohrzucker (den, in dem die Melasse noch drin ist) hinzu. Das ganze wird dann, am besten mit Einweghandschuhen, mit den Händen so lange durchgematscht, bis es eine sirupartige Konsistenz hat.
Ich muss gestehen, diese Arbeit war ein wenig ekelig, es klebte ganz schön, aber auch seltsam befriedigend. Ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, als man als Kind noch ungestraft mit Allem rummanschen konnte. Wahrscheinlich wäre das genau richtig für Kinder gewesen. Die würden das Experiment bestimmt auch spannend finden.


Aber ich schweife ab. Wenn die Masse also schön durchgeknetet ist und die Konsistenz von dickem Sirup oder flüssigem Honig hat, wird sie in eine Flasche gefüllt. Die Flasche habe ich mit einem doppelt gefalteten Papiertaschentuch und einem Gummiband verschlossen. Das ist wichtig, damit kein Luftaustausch stattfindet, der Überdruck sich aber trotzdem abbauen kann. Die Mikroorganismen im Reis fangen jetzt nämlich an, den Zucker zu fressen und erzeugen dabei Kohlenstoffdioxid. Dieser ist schwerer als die Luft und legt sich über die EM-Masse. Das muss sein, damit kein Sauerstoff heran kommt. Sauerstoff ist nämlich für unsere EM unverträglich. Im Grunde findet also eine Gärung statt.
Ursprünglich und nach der eigentlichen Anleitung, wurde die Masse nicht in eine Flasche gefüllt, sondern in einen Tonkrug, der dann mit Papierhandtüchern oder Seidenpapier verschlossen wurde. Einen passenden Tonkrug hatte ich nicht zur Hand, aber das Prinzip ist in der Flasche das selbe.
Die Masse muss nun sieben Tage lang an einem möglichst dunklen Ort bei 18-23°C gären, damit sich die Mikroorganismen gut vermehren können.


Meine Flasche ist Sonntag so weit. Wie es dann weitergeht, werde ich euch hier beschreiben.

So, nun aber noch etwas Anderes. In meinen Garten hat sich vor ein paar Tagen ein seltsames Tier verirrt:



So eine große schwarze Hummel hatte ich zuvor noch nie gesehen. Und das Brummen. Hui. Als sie auf mich zugeflogen kam und nur fünfzig Zentimeter vor meinem Gesicht in der Luft stehen blieb, wurde mir doch etwas bange.
Aber schön war sie. Die metallisch blau gläzenden Flügel, die sie beim Nektarsammeln von sich spreizte. Ich war fasziniert.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es wahrscheinlich keine Hummelart war, sondern eine Holzbiene. Sicher bin ich mir jedoch nicht. Aber vielleicht hat ja von euch jemand auch schon mal Bekanntschaft mit ihr gemacht und weiß mehr über dieses Tier. Dann würde ich mich über Informationen sehr freuen. Meinen Muskatellersalbei mochte sie anscheinend sehr gerne.

EM - Teil 1
EM - Teil 3 - Bokashi
EM - Teil 4 - Terra Preta

Mittwoch, 22. Juni 2011

Effektive Mikroorganismen?

Sie sollen ja die Wunderwaffe der Neuzeit sein. Naja, ganz genau stimmt das natürlich nicht, denn eigentlich sind sie nur eine Wiederentdeckung von schon lange vorhandenem und verwendetem Wissen. Die effektiven Mikroorganismen.
Sie sollen bei verstopften Abflüssen helfen, das Putzen erleichtern, man kann mit ihnen Bokashi herstellen, den Kompost verbessern und nicht zuletzt das Bodenleben aktivieren.
Die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, bestehen aus Milchsäurebakterien, Hefepilzen, Photosynthesebakterien und anderen Mirkroorganismen. Diese Bakterien wurden zusammengemischt und anaerob, also unter Ausschluss von Sauerstoff vermehrt, so dass die guten Mikroorganismen dominieren. Ursprünglich wurde diese Mischung von Professor Teruo Higa in Japan als Bodenhilfsstoff entwickelt, um chemische Düngemittel zu sparen. Die weiteren Verwendungsmöglichkeiten entdeckte man aber auch schnell.
Genau die Wirkung auf den Boden war natürlich auch für mich, als Kleingärtnerin, interessant. So soll es mit effektiven Mikroorganismen möglich sein, Küchenabfälle und Gartenreste nahezu Geruchsfrei in besten Kompost umzusetzen und die Erde dabei noch mit diesen Mikroorganismen anzureichern. Dafür düfen die Küchenreste jedoch nicht "normal" kompostiert werden. Statt dessen sollen sie fermentiert werden, damit keine Faulgerüche entstehen und zersetzende Organismen keine schädlichen Substanzen absondern. Genau auf diesem Prinzip basiert Bokashi-Kompost. Die fermentierten Materialien verlieren dabei keineswegs an Farbe oder Struktur. Sie werden lediglich milchsauer vergoren, um dann mit Erde vermischt kompostiert, oder eingegraben, innerhalb von einigen Wochen in besten Humus umgesetzt zu werden. Bei der Fermentierung zerstören die effektiven Mikroorganismen alle schädlichen Bakterien, Viren und sogar Hormone, Antibiotika oder Schadstoffe, die eventuell im Material vorhanden sind. Dieser Effekt setzt sich anschließend, laut der Verfechter dieser Methode, im Boden fort. Die Pflanzen bekommen beste Nährstoffe und wachsen besser und größer als zuvor.
Das alles hört sich natürlich fantastisch an und gehört auf jedenfall ausprobiert. Man stelle sich die riesen Brokkoli, den tollen Salat und die bestens gedeihenden Hostas nur einmal vor. Vorrausgesetzt die Gerüchte sind wahr.
Mir sind allerdings die EM-Lösungen, die es zu kaufen gibt, etwas zu teuer. Ich weiß, man kommt lange damit hin und man kann sie eventuell auch selbst vermehren. Aber irgendwie... wenn man bedenkt, dass das eigentlich nur eine Art Sauerkrautsaft oder flüssiger Sauerteig ist... nein. Das muss doch auch irgendwie anders gehen.
Und das geht es auch. Bei meinen Recherchen stieß ich auf folgende Anleitung in einem Beitrag von Marko Heckel im Tria Terra Blog.
Klar, dass das sofort ausprobiert werden wollte. Leider fand ich in der ganzen Stadt kein passendes Holzkästchen, dessen Preis ich zu zahlen bereit gewesen wäre (da hätte ich ja gleich die Mikroorganismen kaufen können). Deswegen musste ein Terrakotta-Blumentopf herhalten. Ich hoffe das Experiment glückt trotzdem. Wir werden sehen.
Aber zunächst mal die Vorgehensweise:
Man braucht Reis, der am besten gedämpft wird. Kochen klappt aber hoffentlich auch. Dieser wird dann in das Holzkästchen (in meinem Fall einen Blumentopf) gefüllt, so dass noch ein paar Zentimenter Platz ist bis zum Rand.


Über die Öffnung werden nun Papierhandtücher oder Küchenpapier gelegt und mit einem Gummiband so gespannt, dass sie nicht den Reis berühren.


Darüber kommt dann noch etwas Maschendraht oder etwas anderes Stabiles, dass Tiere davon abhalten soll, an den Reis zu gehen. Um das Ganze vor Regen zu schützen, wird anschließend noch eine durchsichtige Folie darüber gelegt. Ich habe Frischhaltefolie genommen.
Nun kommen wir zum spannenden Teil. Der Topf wird an einer Stelle, an der der Boden schon längere Zeit unbearbeitet geblieben ist, und die möglichst gesund ist, zu zwei Dritteln eingegraben. Ein Waldrand oder eine Hecke eignen sich dafür am besten.


Über das Ganze wird Laub verteilt, bis vom Kästchen (Topf) nichts mehr zu sehen ist. Darüber kommt dann noch eine Plastikfolie, die an den Ecken mit Steinen beschwert wird, damit sie nicht davon fliegt. Diese soll nochmals vor Regen schützen. Außerdem markiert sie den Ort, an dem das Kästchen vergraben ist. Wer Angst vor zufälligen Entdeckern hat, kann die Folie natürlich auch noch mit Laub bedecken, muss sich dann aber den Standort gut merken.
Nun wartet man mindestens vier Tage, bevor man das Kästchen wieder ausgräbt. Wenn sich dann auf dem Reis eine schöne Schicht weißer Schimmel gebildet hat, ist alles gut gegangen. Ist der Schimmel andersfarbig, oder nicht vorhanden, ist das Experiment leider missglückt und man hat nicht so effektive Mikroorganismen gesammelt, oder das Kästchen zu früh ausgegraben. In dem Fall hilft es eventuell es nochmals einige Tage einzugraben.
Wie es bei mir ausgehen wird, weiß ich nicht, aber ich werde berichten. Wenn alles gut geht, erzähle ich euch dann auch, wie man mit den gesammelten Mikroorganismen weiter verfährt. (Falls ihr nicht eh so neugierig seid und es selbst nachlest.)
So, zum Abschluss wollte ich euch doch mal zeigen, wie hübsch meine Erbsen momentan blühen. Ich habe eine Sorte mit violetten Hülsen, die Blauwschokker. Aber schaut es euch selber an:


Achja, wenn wer einen Tipp für mich hat, woher man günstig Holzkästchen bekommen kann, wäre ich sehr dankbar. Sie müssen auch keinen Deckel haben.

Update 26.06.2011:
Das Experiment mit dem Blumentopf hat nicht funktioniert. Es hat sich leider kein weißer Schimmel auf dem Reis gebildet. Statt dessen hatten sich kleine weiße Würmchen in den Topf verirrt. Das Loch im Boden war wohl nicht ausreichend abgedichtet. Sobald ich ein passendes Holzkästchen habe, wird das Experiment aber originalgetreu wiederholt.

EM - Teil 2
EM - Teil 3 - Bokashi
EM - Teil 4 - Terra Preta
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