Posts mit dem Label Kosmetik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kosmetik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. März 2012

Nie ohne Seife waschen

Vorgestern habe ich zum allerersten Mal vollkommen alleine Seife gesiedet. Und zum allerersten Mal überhaupt eine Seife marmoriert. Das Ergebnis wollte ich euch nicht vorenthalten:


Naja, das mit dem Marmorieren ist noch nicht so perfekt geworden. Nächstes Mal werde ich noch etwas mehr umrühren, damit der Marmoreffekt noch stärker wird. Aber ansonsten bin ich ganz zufrieden.
Die Seife ist aus Kokosfett, Sheabutter und Olivenöl in den Verhältnissen 5 zu 1 zu 1. Und beduftet habe ich sie mit einer Mischung aus Sandelholz, Vanille und Ylang Ylang.
Leider hatte ich keinen Seifenstempel. Da mir die Seifenstücke pur aber etwas zu langweilig waren, habe ich einfach mal versucht, einen normalen Stempel zu verwenden. Ich habe ihn vorher in goldenes Kosmetikpigment gestupst und dann in die Seife gedrückt. Was meint ihr, geht das so? Ich wollte einige der Seifenstücke nämlich verschenken. Und die Beschenkten sollen sich ja auch darüber freuen.

Achja, ich hatte euch ja vor einigen Posts Hütti's Gartenstube vorgestellt. Dieses Wochenende findet dort wieder ein Event statt. Am 3. März von 11-16 Uhr ist dort eine Ausstellung mit dem Namen "Frühlingserwachen". Leider kann ich selbst diesmal nicht dabei sein, denn für mich ist der Weg dort hin doch etwas weit. Aber vielleicht haben einige von euch es ja näher. Bestimmt ist dort wieder alles toll dekoriert.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Rosmarinhydrolat, oder - was ist eigentlich eine Kolonnendestille?

Also, so richtig hat das Gartenjahr ja noch nicht angefangen. Zwar steht schon alles in den Startlöchern und ich wälze auch schon fleißig Gartenbücher (in der ganzen Wohnung sind Skizzenblätter und Pflanzpläne verteilt), doch ist die Gartenerde noch zu feucht und gefroren, um sie richtig bearbeiten zu können. Natürlich habe ich schon ein paar Pflänzchen ausgesäät, aber darüber berichte ich dann beim nächsten Mal.
Heute habe ich ein anderes Thema für euch. Und zwar möchte ich euch mal beschreiben, wie man eigentlich Hydrolate herstellt. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein Hydrolat ist: Hydrolate sind eigentlich die überbleibenden Wässerchen bei der Gewinnung von ätherischem Öl. Kleine Mengen ätherischen Öls sind in diesen Wässerchen gelöst und machen sie so zu wertvollen Rohstoffen in der Kosmetikherstellung und Pflanzenheilkunde. Aber auch Gerichten kann mit ihnen eine besondere Note gegeben werden. Am bekanntesten ist da wohl das Rosenwasser.
Ätherisches Öl wird meistens mit einer Destille gewonnen. Hierfür wird ein Aromakorb, die sogenannte Kolonne, mit dem duftenden Pflanzenmaterial gefüllt. Die ätherischen Öle werden dann mit Hilfe von Wasserdampf aus den Pflanzen gelöst.
Aber am besten zeige ich euch das mal anhand von Rosmarin:


Ok, was sieht man auf diesem Bild? Fangen wir mal von Links nach Rechts an. Das Kupfertöpfchen Links auf der Butterbrotdose, mit der Spirale innen, ist der Kühler. Darunter steht ein Glastöpfchen zum Auffangen des Hydrolats. Auf dem Spiritus-Campingkocher rechts daneben steht der Kupferkessel, der mit Wasser gefüllt ist. Rechts hinten, das ist der Geisthelm, in dem sich der aufsteigende Dampf sammelt. Darunter, das ist die Kolonne. Die Kolonne ist eine Art Sieb. Das heißt, sie ist unten gelocht, damit der Wasserdampf durch sie hindurch gelangen kann.
Um erfolgreich Hydrolat herstellen zu können, sorgt man erstmal dafür, dass der Spiritustank des Campingkochers mit Spiritus gefüllt ist. (Nicht vergessen, sonst muss man zwischendurch nachfüllen). Dann füllt man den Kessel der Destille mit Wasser. In die Kolonne wird ein Stück Filterpapier oder Küchenrolle gelegt, damit kein Pflanzenmaterial durch die Löcher fallen kann. Nun ist es sinnvoll, das Pflanzenmaterial so klein wie möglich zu machen, damit sich die Oberfläche vergrößert und das ätherische Öl besser herausgelöst werden kann. Da ich getrockneten Rosmarin benutzt habe, konnte ich ihn ganz einfach in der Küchenmaschine häckseln. Frisches Pflanzenmaterial sollte man aber bestimmt besser kleinhacken. Das zerkleinerte Pflanzenmaterial wird nun in die Kolonne gegeben und angedrückt. Keine Angst, dass es zu fest werden könnte, der Dampf sucht sich wohl seinen Weg.
Dann setzt man die Kolonne auf den Kupferkessel. Auf die Kolonne wird der Geisthelm gesteckt. Der Geisthelm wiederum wird mit dem Kühler verbunden. Ich habe dafür noch ein Verbindungsstück extra, dass die Höhe der Kolonne auf der anderen Seite ausgleicht.
Der Kühler hat hinten zwei Öffnungen, an die am besten ein Wasserkreislauf angebracht wird, damit immer kaltes Kühlwasser nachströmen kann. Hierfür befestigt man passende Schläuche an den Öffnungen und sorgt dafür, dass durch die untere Öffnung Wasser hereinströmt und durch die obere wieder abfließen kann. Ich mache das mit Hilfe einer kleinen Aquariumtauchpumpe:


Nun nochmal vergewissern, dass alles ordnungsgemäß zusammengesteckt ist und ein Auffangbehälter bereit steht. Dann die Verbindungsstellen der einzelnen Teile mit einem gemisch aus Roggenmehl und Wasser abdichten. (Das wird traditionell so gemacht.) Schließlich kann der Campingkocher angezündet werden und man kann dabei zugucken, wie das Hydrolat nach dem Kondensieren in der Spirale aus dem Kühler tropft:


Aber bitte nicht weggehen. Schließlich arbeiten wir mit einer offenen Flamme. Nun heißt es Geduld zu haben. Immer mal wieder das Kühlwasser kontrollieren, ob es auch nicht zu warm geworden ist. Sonst Eiswürfel hineingeben, oder Wasser nachlaufen lassen.
Während nun das Hydrolat aus dem Kühler tropft verbreiten sich herrliche aromatische Düfte durch das ganze Zimmer. Aber wie gesagt, das Destillieren dauert eine Weile. Also am besten ein gutes Buch bereitlegen, und zwischen den Kontrollen in Ruhe schmökern. Gartenbücher sind da besonders gut geeignet.
Meine Destille fasst leider nur 0,5 Liter. Das ist auch die einzige Größe, die hier in Deutschland von Privatleuten legal betrieben werden darf. Es kommen also nie nennenswerte Mengen an ätherischem Öl zusammen. Aber das Hydrolat ist umso reichhaltiger, da man die Ölschicht nicht entfernt. Ausserdem wirkt sie leicht konservierend, wenn sie auf dem Hydrolat verbleibt. Das Hydrolat sollte trotzdem am besten in einer sauberen, bis zum Hals gefüllten Braunglasflasche aufbewahrt und möglichst schnell verbraucht werden.
Ich habe mein Rosmarinhydrolat aber mal in eine helle Flasche gefüllt, um es euch zeigen zu können. Bemerkt ihr den schönen Film ätherischen Rosmarinöls auf dem Wasser?


Wer häufiger Hydrolate braucht, für den lohnt sich die Anschaffung einer solchen Kolonnendestille. Aber nicht nur Wasser kann auf diese Weise aromatisiert werden. Es wäre doch mal eine Idee, sich den nächsten Orangenlikör selbst zu machen... ...mit einigen Orangenschalen in der Kolonne und Alkohol statt Wasser im Kessel sicherlich möglich. Ich werde das mal testen.
Außerdem sieht so eine Destille doch echt dekorativ aus.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Shower Jelly - Wackelpeter zum Duschen

Huhu ihr Lieben. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, hat mein Blog eine kleine Winterpause eingelegt. Im Garten gibt es momentan einfach nicht so viel zu tun, über das sich berichten ließe. Aber bald beginnt ja wieder die Saison und es darf ausgesät und vorgezogen werden. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, habe ich mir gedacht, ich lasse euch einfach an meinen sonstigen Aktivitäten teilhaben. Und da am Montag ein heiß ersehntes Paket mit Rohstoffen für selbstgerührte Kosmetik bei mir angekommen ist, gibt es heute ein Tutorial zum mixen von Shower Jellies.


Wer von euch schonmal in einem Laden einer bekannten Kosmetikmarke war, wird diese Shower Jellies eventuell schon kennen. Für alle anderen: Shower Jellies sind eine Art Wackelpeter, nur etwas fester, und werden statt Duschgel benutzt. Ihr seht meinen ersten Versuch dort oben.
Jetzt aber zu den Zutaten. Im Grunde braucht es nicht viel, um diese Shower Jellies herzustellen:

Zutaten:
250ml Wasser (am besten destilliert)
50ml flüssiges Tensid (Coco Glucoside oder Betain funktionieren sehr gut)
1 Päckchen Götterspeisepulver (beliebige Sorte)
Silikon Muffinförmchen oder Eiswürfelformen

nach Belieben noch
ätherische Öle oder kosmetikgeeignete Duftöle (muss aber nicht, die Götterspeise duftet auch so schon)

TIPP: Wenn ihr kein Tensid habt, oder kaufen möchtet könnt ihr statt dessen auch 150ml Wasser und 150ml Duschgel benutzen.

Und so gehts:
Füllt das Wasser in einen Topf und rührt das Götterspeisepulver hinein. Ich habe Himbeere genommen, weil die rote Farbe so gut zu meiner Rosen-Muffinform passt. Das Ganze muss nun auf dem Herd leicht erwärmt werden, damit sich das Pulver vollständig löst. Aber auf keinen Fall zu heiß werden lassen!
Dann nimmt man den Topf wieder vom Herd und rührt vorsichtig das Tensid oder Duschgel unter. Nicht zu kräftig rühren, sonst schäumts!

Wer mag, kann jetzt noch die duftenden Öle hinzugeben. Und fertig ist unsere Mischung.
Die wird nun in die Muffin- bzw. Eiswürfelformen gegeben und eine Weile stehen gelassen, damit sie schonmal etwas gelieren kann. Danach kommen die Förmchen noch etwa 4 Stunden in den Kühlschrank, damit die Masse richtig hart wird.
Beim Ausformen muss man etwas vorsichtig sein, damit das Gelee nicht reißt. Und fertig sind die Shower Jellies. Wer mag, kann die Pflegewirkung noch aufwerten, indem Kräutertee oder Aloe-Saft statt Wasser genommen wird. Auch Milchpulver unter zu rühren ist möglich. Da sind der Experimentierwut keine Grenzen gesetzt.

Ich hatte, wie schon gesagt, kurz vorher mein Paket bekommen und habe etwas Goldpulver in ein Silikonförmchen gestäubt, bevor ich die Mischung hinein goss. Das Shower Jelly glitzert jetzt schön. Auch das mit dem Milchpulver habe ich ausprobiert. Das hat sich in den Formen aber nach unten abgesetzt. Deswegen die etwas helleren Stellen auf den anderen Jellies.
Achja, das Duschen mit diesen Jellies. Wie benutzt man sie eigentlich? Man kann sie natürlich als Ganzes in die Hand nehmen und sich damit wie mit einem Stück Seife abreiben. Aber das ist eine ganz schön glitschige Angelegenheit. Wer schonmal ein Stück Wackelpeter in der Hand hatte, weiß was ich meine. Am besten ist es, sich eine kleine Menge vom Jelly abzureißen und diese in einen Seifensparer zu geben. Das ist so eine Art länglicher netzartiger Schlauch, den man oben mit einem Band zuziehen kann. Man bekommt ihn für kleines Geld in den meisten Drogeriemärkten. Damit reibt man sich anschließend ab und kann sich vor tollem Schaum kaum noch retten.
Die Jellies selbst bewahrt man am besten in einer Dose auf, damit sie nicht austrocknen. Hat man etwas anderes als Wasser benutzt, ist es sogar am besten, sie im Kühlschrank aufzubewahren, damit sie länger halten. Aber der Aufwand lohnt sich, denn sie machen einfach Spaß.
Euch auf jedenfall auch viel Spaß beim Nachmachen!
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...