... braucht man im Augenblick in dieser Gegend eigentlich nicht. Trotzdem fliegen wir ab morgen in den Urlaub. Ich freu mich schon. Das Wetter wird auf den Kanarischen Inseln zwar ähnlich frühlingshaft sein wie hier, aber die Nächte sind bereits etwas lauer. Und wir waren noch nie dort. Es gibt also viel zu besichtigen und zu wandern.
Trotzdem fliege ich auch mit einem weinenden Auge in den Urlaub, denn gerade im Augenblick tut sich ja so viel in der Natur. Ich hatte eigentlich etwas mit Löwenzahnblüten geplant und auch Holunderblüten standen auf der Verwertungsliste. Tja, nun kommt immer alles anders als man denkt. So muss ich diese Pläne jetzt auf das nächste Jahr verschieben. Ihr dürft euch dann auf neue Rezepte und Experimente freuen.
Über unseren Urlaub und die entdeckten botanischen Besonderheiten werde ich natürlich berichten, wenn wir wieder da sind. Und auch darüber, ob unser Garten überlebt hat. Wir geben ihn nämlich in die verantwortungsbewusste Obhut eines garten-unerfahrenen Pärchens. Aber es wird bestimmt alles gut gehen.
Nun denn, bis in ungefähr drei Wochen.
Eure Thab
Montag, 2. Mai 2011
Dienstag, 26. April 2011
Ach du meine Güte...
... jetzt ist es doch tatsächlich schon beinahe drei Wochen her, dass ich euch über etwas berichtet habe. Ich muss mich entschuldigen, aber leider hat mich das schöne Wetter an den Garten gefesselt. Dazu kamen einige Besuche und vorösterlicher Organisationswahnsinn. Dafür kann ich euch nun aber um so mehr berichten.
Ich fange mal mit dem Tag der Erde an. Der Tag der Erde ist alljährlich am 22. April. Er soll dafür da sein, dass jeder einmal über sein Konsumverhalten nachdenkt. Eine sehr sinnvolle Aktion, wie ich finde. Rund um den Tag der Erde wird in Kassel alljährlich an einem Tag und in wechselnden Stadtteilen eine Tag der Erde-Ausstellung veranstaltet. Dafür wird eine Straße für den Verkehr gesperrt und etliche Aussteller informieren über allerlei mehr oder weniger mit Umwelt verbundene Themen. Ich habe erst dieses Jahr vom Tag der Erde in Kassel erfahren und sofort beschlossen, ihn dieses Jahr zu besuchen. Diesmal war er am 17. April im Stadtteil Nordshausen. (http://www.tag-der-erde.net/)
Es gab sehr viel zu sehen, das Wetter war toll und die Straße mit Menschen gefüllt. Essensdüfte wehten über die Straße und ließen einem immer wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch ich war nicht wegen des Essens gekommen, sondern wegen der Aussicht, einige Pflanzen für meinen Garten kaufen zu können. Und die fand ich dann auch. Ich erstand eine Ananaskirsche und eine gelbe Wildtomate.
Die Wildtomate fand ich am Stand meines Lieblingssaatversandhandels (Wildtomatenlink). Sie braucht nicht ausgegeizt werden und wird normalerweise auch nicht am Stock gezogen. Sie ist also so eine Art Bodendecker und angeblich sehr robust. Und sie trägt viele kleine Früchte. Ich bin mal gespannt.
An anderen Ständen waren noch allerlei seltene Pflanzen wie Jiaogulan, über das ich bereits berichtete (Klick), und Stevia zu finden. Die Ananaskirsche ist eine ähnliche Pflanze wie die Physalis. Sie reift nur eher, schmeckt etwas anders, bleibt kleiner und hat auch kleinere Früchte. Wenn sie mir gefällt, werde ich mir auf jeden Fall einige Samen für das nächste Jahr aufbewahren.
Im Garten gab es auch schon einiges zu tun. Wir fahren nächsten Monat für etwas über zwei Wochen in den Urlaub, so dass Etliches vorher erledigt werden muss. Wie etwa das sähen von Erbsen. Ich habe die Kapuzinererbse Blauwschokker gewählt, da sie schön hoch rankt und blaue Schoten bekommt. Die Erbsen darin sind aber trotzdem grün. Für diese Erbsen brauchte ich allerdings noch ein Rankgerüst. Die Schwierigkeit daran bestand darin, dass wir momentan kein Auto haben und alle Dinge per Muskelkraft in den Garten transportiert werden müssen. Umso passender war es, dass einige lange Äste beim Baumschnitt angefallen sind. Die wurden zu einem Rankgerüst improvisiert. Ehrlich gesagt gefällt es mir ziemlich gut. Es ist noch nicht ganz fertig und ich muss mal schauen, wie lange es durchhält, aber vielleicht lässt es sich ja sogar als längerfristige Lösung für Rankpflanzen benutzen.
Sobald es fertig und bewachsen ist, werde ich euch berichten, ob es funktioniert oder nicht. Bilder werden dann natürlich auch nachgeliefert. Einen weiteren Vorteil hat es noch: Wenn es erst bewachsen ist, wird es die ziemlich triste Wand unserer Gartenlaube verdecken.
Und dann habe ich noch einen Kartoffelturm gebaut. Nicht aus Autoreifen, wie ein Vorschlag aus meinem Permakulturbuch lautete, sondern aus einer Schilfmatte. Inspiriert hat mich dabei dieses Video:
Dazu habe ich erst etwa 2m der Bambusmatte zu einem Zylinder gedreht und diesen an den Seiten mit Draht zusammengebunden. Dann habe ich ihn an die Stelle gestellt, an der er stehen soll. Einige Steine am Boden haben mir geholfen, ihn in Form zu halten. Hinein kam zuerst eine 20-40cm Schicht Komposterde und Gartenerde. Darauf legte ich die Setzkartoffeln. Darüber kam eine 20cm Schicht Heu. Anschließend wieder Erde, Kartoffeln, Heu, u.s.w. bis der Turm fast voll war. Ich glaube ich habe so an die 35-40 Kartoffeln in diesem Turm untergebracht.
Ich bin mal gespannt, ob das wirklich so funktioniert, wie die Anleitungen es beschreiben. Ein wenig Platz oben drauf musste ich lassen, weil meine Erde leer war. Mal schauen, ob ich den Turm einfach kürze oder nochmal welche hinzugebe. Es ist auf jedenfall eine gute Möglichkeit auf kleinem Raum viele Kartoffeln zu ernten. Vorrausgesetzt diese Turm funktioniert. Ich werde berichten.
Zum Schluss noch etwas erfreuliches. Ich habe mittlerweile 17 regelmäßige Leser. Seid alle ganz herzlich willkommen. Ich freue mich, dass ihr zu mir gefunden habt!
Ich fange mal mit dem Tag der Erde an. Der Tag der Erde ist alljährlich am 22. April. Er soll dafür da sein, dass jeder einmal über sein Konsumverhalten nachdenkt. Eine sehr sinnvolle Aktion, wie ich finde. Rund um den Tag der Erde wird in Kassel alljährlich an einem Tag und in wechselnden Stadtteilen eine Tag der Erde-Ausstellung veranstaltet. Dafür wird eine Straße für den Verkehr gesperrt und etliche Aussteller informieren über allerlei mehr oder weniger mit Umwelt verbundene Themen. Ich habe erst dieses Jahr vom Tag der Erde in Kassel erfahren und sofort beschlossen, ihn dieses Jahr zu besuchen. Diesmal war er am 17. April im Stadtteil Nordshausen. (http://www.tag-der-erde.net/)
Es gab sehr viel zu sehen, das Wetter war toll und die Straße mit Menschen gefüllt. Essensdüfte wehten über die Straße und ließen einem immer wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch ich war nicht wegen des Essens gekommen, sondern wegen der Aussicht, einige Pflanzen für meinen Garten kaufen zu können. Und die fand ich dann auch. Ich erstand eine Ananaskirsche und eine gelbe Wildtomate.
Die Wildtomate fand ich am Stand meines Lieblingssaatversandhandels (Wildtomatenlink). Sie braucht nicht ausgegeizt werden und wird normalerweise auch nicht am Stock gezogen. Sie ist also so eine Art Bodendecker und angeblich sehr robust. Und sie trägt viele kleine Früchte. Ich bin mal gespannt.
An anderen Ständen waren noch allerlei seltene Pflanzen wie Jiaogulan, über das ich bereits berichtete (Klick), und Stevia zu finden. Die Ananaskirsche ist eine ähnliche Pflanze wie die Physalis. Sie reift nur eher, schmeckt etwas anders, bleibt kleiner und hat auch kleinere Früchte. Wenn sie mir gefällt, werde ich mir auf jeden Fall einige Samen für das nächste Jahr aufbewahren.
Im Garten gab es auch schon einiges zu tun. Wir fahren nächsten Monat für etwas über zwei Wochen in den Urlaub, so dass Etliches vorher erledigt werden muss. Wie etwa das sähen von Erbsen. Ich habe die Kapuzinererbse Blauwschokker gewählt, da sie schön hoch rankt und blaue Schoten bekommt. Die Erbsen darin sind aber trotzdem grün. Für diese Erbsen brauchte ich allerdings noch ein Rankgerüst. Die Schwierigkeit daran bestand darin, dass wir momentan kein Auto haben und alle Dinge per Muskelkraft in den Garten transportiert werden müssen. Umso passender war es, dass einige lange Äste beim Baumschnitt angefallen sind. Die wurden zu einem Rankgerüst improvisiert. Ehrlich gesagt gefällt es mir ziemlich gut. Es ist noch nicht ganz fertig und ich muss mal schauen, wie lange es durchhält, aber vielleicht lässt es sich ja sogar als längerfristige Lösung für Rankpflanzen benutzen.
Sobald es fertig und bewachsen ist, werde ich euch berichten, ob es funktioniert oder nicht. Bilder werden dann natürlich auch nachgeliefert. Einen weiteren Vorteil hat es noch: Wenn es erst bewachsen ist, wird es die ziemlich triste Wand unserer Gartenlaube verdecken.
Und dann habe ich noch einen Kartoffelturm gebaut. Nicht aus Autoreifen, wie ein Vorschlag aus meinem Permakulturbuch lautete, sondern aus einer Schilfmatte. Inspiriert hat mich dabei dieses Video:
Dazu habe ich erst etwa 2m der Bambusmatte zu einem Zylinder gedreht und diesen an den Seiten mit Draht zusammengebunden. Dann habe ich ihn an die Stelle gestellt, an der er stehen soll. Einige Steine am Boden haben mir geholfen, ihn in Form zu halten. Hinein kam zuerst eine 20-40cm Schicht Komposterde und Gartenerde. Darauf legte ich die Setzkartoffeln. Darüber kam eine 20cm Schicht Heu. Anschließend wieder Erde, Kartoffeln, Heu, u.s.w. bis der Turm fast voll war. Ich glaube ich habe so an die 35-40 Kartoffeln in diesem Turm untergebracht.
Ich bin mal gespannt, ob das wirklich so funktioniert, wie die Anleitungen es beschreiben. Ein wenig Platz oben drauf musste ich lassen, weil meine Erde leer war. Mal schauen, ob ich den Turm einfach kürze oder nochmal welche hinzugebe. Es ist auf jedenfall eine gute Möglichkeit auf kleinem Raum viele Kartoffeln zu ernten. Vorrausgesetzt diese Turm funktioniert. Ich werde berichten.
Zum Schluss noch etwas erfreuliches. Ich habe mittlerweile 17 regelmäßige Leser. Seid alle ganz herzlich willkommen. Ich freue mich, dass ihr zu mir gefunden habt!
Donnerstag, 7. April 2011
Frühling läßt sein blaues Band...
Vor einiger Zeit, als ich vom Einkaufen zurück kam, entdeckte ich vor unserer Hauswand ein kleines blaues Blümchen. Entfernt erinnerte es an ein kleines Stiefmütterchen, also nahm ich an, dass es ein wildes Stiefmütterchen sein müsse. Eine seiner Blüten pflückte ich ab und zeigte sie ganz entzückt meinem Mann. "Ich glaube, das ist ein wildes Stiefmütterchen.", sagte ich zu ihm und hielt im das Blümchen unter die Nase. "Ich riech nichts.", antwortete er. Also roch ich auch mal daran. Und es roch lecker. Weil es so klein war, konnte man den Duft jedoch nur schwach wahrnehmen. Und an irgendwas erinnerte er mich. In dem Augenblick konnte ich aber noch nicht sagen woran. Das Ganze ließ mir jedoch keine Ruhe, und so googlete ich mal nach wilden Stiefmütterchen. Eine Ähnlichkeit war vorhanden und doch sah mein Blümchen etwas anders aus.
Zwischendurch nahm ich immer mal wieder einen tiefen Zug des Blütendufts und ließ meine Geruchsdatenbank vor innerer Nase vorbeiziehen. Und plötzlich wusste ich, woher ich diesen Duft kannte. Und zwar von den Lakritzdrops mit Veilchengeschmack. Na klar, kein wildes Stiefmütterchen, sondern ein Märzveilchen hatte ich gefunden.
Noch einige Zeit später kamen sie dann überall hervor und direkt schoss mir das Gedicht von Eduard Mörike durch den Kopf. Zusammen mit der Erinnerung daran, dass man die Blüten des März-, oder Duftveilchens auch für allerlei kulinarische Leckereien nutzen kann. Also schnappte ich mir ein kleines Körbchen und machte mich auf den Weg zur Wildwiese im Vorgarten. Dort hockte ich und pflückte eine Blüte nach der anderen. Eine vorbeikommende Nachbarin verglich mich mit dem Osterhasen. Ich weiß nicht genau, ob ich deswegen geschmeichelt sein soll, oder nicht.
Irgendwann meinte ich, genug Blüten gesammelt zu haben, denn für das Rezept, was mir vorschwebte, braucht man zwei Tassen voll Blüten. Zufrieden hielt ich meine Nase in das Blütenkörbchen und machte mich auf den Weg in die Küche.
Die Stängel der Veilchenblüten wurden sorgfältig entfernt und zwei Tassen voll Veilchenblüten in einen Topf gegeben. Achja, ich habe euch ja noch garnicht gesagt, was ich herstellen wollte: Ich hatte mich für Veilchenblütensirup entschieden. Ich dachte einfach, dass ich damit den Geschmack der Veilchen am besten konserviere und ihn am vielfältigsten einsetzen kann.
Naja, über die zwei Tassen Blüten wurden 500ml heißes Wasser gegossen. Das Ganze musste dann über Nacht stehen bleiben. Es war einfach herrlich, wie sich der Veilchenduft währenddessen in der ganzen Küche ausbreitete.
Einige Veilchen waren übrig geblieben. Also probierte ich, sie zu kandieren, indem ich sie durch Eiweiß zog und schließlich mit Zucker bestreute. Scheinbar bin ich nicht geschickt genug für soetwas, denn die Blüten klebten jämmerlich zusammen und sahen eher aus wie ein lila Knubbel, als wie eine kandierte Blüte. Also musste eine andere Idee her. Veilchenzucker. Genau! Einfach Zucker über die Veilchenblüten gestreut und die Zeit den Rest machen lassen.
Am nächsten Tag dann filterte ich die Blüten aus dem Veilchensud und gab diesen zurück in den Topf. Dazu kamen noch 500g Zucker und ein halber Teelöffel Zitronensäure. Dann wurde das Ganze auf kleiner Hitze eine Weile lang geköchelt. Wie lange genau kann ich euch leider nicht sagen. Das habe ich nach Gefühl gemacht. Die Flüssigkeit sollte auf jedenfall etwas reduzieren, damit das Ganze ein wenig dickflüssiger wird. Wie ein Sirup halt.
Danach, zur Konservierung noch heiß, in ein sauberes Fläschchen gefüllt und fertig ist der Veilchenblütensirup. Natürlich musste direkt mal gekostet werden. Lecker, sage ich euch, wirklich lecker. Passt bestimmt hervorragend zu Vanilleeis. Oder in einen Sekt. Oder man gießt ihn einfach mit Mineralwasser auf und genießt eine Veilchenblütenlimonade. Wie ich bereits sagte, die Möglichkeiten sind vielfältig. Leider ist die Ausbeute nicht sehr hoch, aber das mache ich nächstes Jahr auf jedenfall wieder.
Allein die Farbe ist schon toll. Und vielleicht probiere ich das Kandieren nächstes Jahr noch einmal. Ich kann zwischenzeitlich ja mit anderen Blüten üben. Oder ich geh noch mal Veilchen pflücken, auch auf die Gefahr hin, wieder für einen Osterhasen gehalten zu werden... noch blühen sie nämlich bei uns.
Zwischendurch nahm ich immer mal wieder einen tiefen Zug des Blütendufts und ließ meine Geruchsdatenbank vor innerer Nase vorbeiziehen. Und plötzlich wusste ich, woher ich diesen Duft kannte. Und zwar von den Lakritzdrops mit Veilchengeschmack. Na klar, kein wildes Stiefmütterchen, sondern ein Märzveilchen hatte ich gefunden.
Noch einige Zeit später kamen sie dann überall hervor und direkt schoss mir das Gedicht von Eduard Mörike durch den Kopf. Zusammen mit der Erinnerung daran, dass man die Blüten des März-, oder Duftveilchens auch für allerlei kulinarische Leckereien nutzen kann. Also schnappte ich mir ein kleines Körbchen und machte mich auf den Weg zur Wildwiese im Vorgarten. Dort hockte ich und pflückte eine Blüte nach der anderen. Eine vorbeikommende Nachbarin verglich mich mit dem Osterhasen. Ich weiß nicht genau, ob ich deswegen geschmeichelt sein soll, oder nicht.
Irgendwann meinte ich, genug Blüten gesammelt zu haben, denn für das Rezept, was mir vorschwebte, braucht man zwei Tassen voll Blüten. Zufrieden hielt ich meine Nase in das Blütenkörbchen und machte mich auf den Weg in die Küche.
Die Stängel der Veilchenblüten wurden sorgfältig entfernt und zwei Tassen voll Veilchenblüten in einen Topf gegeben. Achja, ich habe euch ja noch garnicht gesagt, was ich herstellen wollte: Ich hatte mich für Veilchenblütensirup entschieden. Ich dachte einfach, dass ich damit den Geschmack der Veilchen am besten konserviere und ihn am vielfältigsten einsetzen kann.
Naja, über die zwei Tassen Blüten wurden 500ml heißes Wasser gegossen. Das Ganze musste dann über Nacht stehen bleiben. Es war einfach herrlich, wie sich der Veilchenduft währenddessen in der ganzen Küche ausbreitete.
Einige Veilchen waren übrig geblieben. Also probierte ich, sie zu kandieren, indem ich sie durch Eiweiß zog und schließlich mit Zucker bestreute. Scheinbar bin ich nicht geschickt genug für soetwas, denn die Blüten klebten jämmerlich zusammen und sahen eher aus wie ein lila Knubbel, als wie eine kandierte Blüte. Also musste eine andere Idee her. Veilchenzucker. Genau! Einfach Zucker über die Veilchenblüten gestreut und die Zeit den Rest machen lassen.
Am nächsten Tag dann filterte ich die Blüten aus dem Veilchensud und gab diesen zurück in den Topf. Dazu kamen noch 500g Zucker und ein halber Teelöffel Zitronensäure. Dann wurde das Ganze auf kleiner Hitze eine Weile lang geköchelt. Wie lange genau kann ich euch leider nicht sagen. Das habe ich nach Gefühl gemacht. Die Flüssigkeit sollte auf jedenfall etwas reduzieren, damit das Ganze ein wenig dickflüssiger wird. Wie ein Sirup halt.
Danach, zur Konservierung noch heiß, in ein sauberes Fläschchen gefüllt und fertig ist der Veilchenblütensirup. Natürlich musste direkt mal gekostet werden. Lecker, sage ich euch, wirklich lecker. Passt bestimmt hervorragend zu Vanilleeis. Oder in einen Sekt. Oder man gießt ihn einfach mit Mineralwasser auf und genießt eine Veilchenblütenlimonade. Wie ich bereits sagte, die Möglichkeiten sind vielfältig. Leider ist die Ausbeute nicht sehr hoch, aber das mache ich nächstes Jahr auf jedenfall wieder.
Allein die Farbe ist schon toll. Und vielleicht probiere ich das Kandieren nächstes Jahr noch einmal. Ich kann zwischenzeitlich ja mit anderen Blüten üben. Oder ich geh noch mal Veilchen pflücken, auch auf die Gefahr hin, wieder für einen Osterhasen gehalten zu werden... noch blühen sie nämlich bei uns.
Freitag, 1. April 2011
Pappelapapp (Pappelblüte)
Letzten Sonntag, der Himmel war blau und die Luft roch nach Frühling, machte ich mit meinem Mann und einem befreundeten Pärchen einen erfrischenden Spaziergang in unentdeckte Gefilde. Zumindest bin ich selbst noch nie in diese Richtung gegangen. Manchmal ist es wirklich erstaunlich, was man alles entdeckt, wenn man mal aus alten Gewohnheiten ausbricht und einfach eine andere Richtung einschlägt. Dazu kam es auch nur, weil wir auf Schatzsuche waren. Genauer gesagt, haben wir einen Geocache gesucht. Mein Mann hat nämlich ein neues Spielzeug, mit dem man Längen- und Breitengrade via GPS genau lokalisieren kann. Das Gerät weist einem dann den Weg dorthin. Und an einigen dieser Punkte sind sogar Schätze versteckt. Wer mehr über Geocaching wissen will, kann sich auf dieser Seite darüber informieren.
Auf dem Rückweg machte ich noch eine Entdeckung und die war fast noch besser als jeder Schatz: Die Pappelblüte hat bei uns eingesetzt. Warum ich davon so begeistert bin? Nun, die Knospen, aus denen die Blüten quellen, fallen zu Boden, sobald die Blüten zu groß werden. Unter den jeweiligen Pappeln ist dann der ganze Boden damit bedeckt. Und wenn man sich so eine Pappelblütenhülse mal genauer anschaut, erkennt man eine orange, harzige Substanz an ihren Enden. Diese Substanz duftet herrlich! Nach Harz und Honig, irgendwie auch nach Propolis und wie Balsam. Einen Geruch, den man schwer beschreiben kann, den man einfach gerochen haben muss.
Es musste also eine Möglichkeit her, diesen tollen Duft zu konservieren. Und so bin ich mit einer Freundin vorgestern zum nahen See gelaufen, von dem ich noch vom letzten Jahr wusste, dass seine Ufer mit Pappeln gesäumt sind. Wir hatten uns Umschläge eingesteckt und haben diese, fleißig sammelnd, mit Pappelblütenhülsen gefüllt. Hier ein Teil unserer Ausbeute:
Ich hätte wirklich stundenlang an diesem Umschlag schnüffeln können. Doch wollten wir die Pappelblütenhülsen schnell weiterverarbeiten. Darüm füllten wir einen Teil in ein geleertes Schraubglas und gossen Korn darüber. Der darin enthaltene Alkohol wird die harzige Substanz lösen und damit den Duft haltbar und nutzbar machen.
Das Glas muss nun nurnoch eine Weile an einem warmen Ort stehen und hin und wieder geschüttelt werden, damit der Alkohol seine Wirkung entfalten kann. Er wird dabei immer dunkler und bekommt eine richtig schöne Färbung. Wenn das Ganze fertig und gefiltert ist, sieht es ungefähr so aus:
Die fertige Tinktur kann ähnlich wie Parfum einfach auf das Handgelenk getupft werden, oder auch in selbstgerührter Kosmetik als Duft- und Wirkstoff genutzt werden. Genau - Wirkstoff. Die Pappelblütenhülsen riechen nämlich nicht nur gut, die Pappel hat neben anderen Wirkungen auch eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Normalerweise werden zwar die jungen Blattknospen geerntet und verwendet, doch habe ich festgestellt, dass der Duft der Blütenhülsen einfach noch intensiver ist. Darum verwende ich diese lieber. Hier kann man Einiges über die Heilwirkung der Pappel nachlesen.
Da ich gerne Cremes selber rühre, habe ich testweise einen Teil der Blütenhülsen auch in Öl eingelegt, denn Öl lässt sich in Cremes einfach besser verwenden als Alkohol, auch wenn ein geringer Anteil Alkohol in einer Creme nicht schädlich ist und sogar konservierend wirkt. Aber bei dem Duft kann ich da einfach nicht genug von bekommen.
Nun denn, der nächste Cremerühranfall kann kommen!
Auf dem Rückweg machte ich noch eine Entdeckung und die war fast noch besser als jeder Schatz: Die Pappelblüte hat bei uns eingesetzt. Warum ich davon so begeistert bin? Nun, die Knospen, aus denen die Blüten quellen, fallen zu Boden, sobald die Blüten zu groß werden. Unter den jeweiligen Pappeln ist dann der ganze Boden damit bedeckt. Und wenn man sich so eine Pappelblütenhülse mal genauer anschaut, erkennt man eine orange, harzige Substanz an ihren Enden. Diese Substanz duftet herrlich! Nach Harz und Honig, irgendwie auch nach Propolis und wie Balsam. Einen Geruch, den man schwer beschreiben kann, den man einfach gerochen haben muss.
Es musste also eine Möglichkeit her, diesen tollen Duft zu konservieren. Und so bin ich mit einer Freundin vorgestern zum nahen See gelaufen, von dem ich noch vom letzten Jahr wusste, dass seine Ufer mit Pappeln gesäumt sind. Wir hatten uns Umschläge eingesteckt und haben diese, fleißig sammelnd, mit Pappelblütenhülsen gefüllt. Hier ein Teil unserer Ausbeute:
Ich hätte wirklich stundenlang an diesem Umschlag schnüffeln können. Doch wollten wir die Pappelblütenhülsen schnell weiterverarbeiten. Darüm füllten wir einen Teil in ein geleertes Schraubglas und gossen Korn darüber. Der darin enthaltene Alkohol wird die harzige Substanz lösen und damit den Duft haltbar und nutzbar machen.
Das Glas muss nun nurnoch eine Weile an einem warmen Ort stehen und hin und wieder geschüttelt werden, damit der Alkohol seine Wirkung entfalten kann. Er wird dabei immer dunkler und bekommt eine richtig schöne Färbung. Wenn das Ganze fertig und gefiltert ist, sieht es ungefähr so aus:
Die fertige Tinktur kann ähnlich wie Parfum einfach auf das Handgelenk getupft werden, oder auch in selbstgerührter Kosmetik als Duft- und Wirkstoff genutzt werden. Genau - Wirkstoff. Die Pappelblütenhülsen riechen nämlich nicht nur gut, die Pappel hat neben anderen Wirkungen auch eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Normalerweise werden zwar die jungen Blattknospen geerntet und verwendet, doch habe ich festgestellt, dass der Duft der Blütenhülsen einfach noch intensiver ist. Darum verwende ich diese lieber. Hier kann man Einiges über die Heilwirkung der Pappel nachlesen.
Da ich gerne Cremes selber rühre, habe ich testweise einen Teil der Blütenhülsen auch in Öl eingelegt, denn Öl lässt sich in Cremes einfach besser verwenden als Alkohol, auch wenn ein geringer Anteil Alkohol in einer Creme nicht schädlich ist und sogar konservierend wirkt. Aber bei dem Duft kann ich da einfach nicht genug von bekommen.
Nun denn, der nächste Cremerühranfall kann kommen!
Sonntag, 27. März 2011
Für euch gelesen: "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten"
Als ich letztens meine neuesten Pflanzeneroberungen in den Garten pflanzte und einige Steinplatten als Rasenkante verlegte, fühlte ich mich plötzlich an Früher erinnert. Mir war, als würde ich wieder mit meiner Schaufel und einer kleinen Gießkanne im Sandkasten sitzen und die tollsten Gebilde bauen. Wir waren glücklicherweise damals mit einem eigenen Sandkasten gesegnet, so dass die Bauten teilweise über Tage gehegt und gepflegt werden konnten. Oder sie wurden zu Gunsten neuer Ideen einfach mal eben eingeebnet.
Viel anders ist es mit meinem Garten eigentlich auch nicht. Gut, er ist etwas größer und die gestalteten Dinge sind etwas langlebiger, aber im Grunde ist er mein neuer Sandkasten. Zum Glück jedoch können die im Garten entstandenen Lebensmittel, im Gegensatz zu den Sandküchlein von früher, wirklich gegessen werden. Vorausgesetzt sie wachsen überhaupt...
Um dies sicherzustellen habe ich mich, wie bereits erwähnt, in letzter Zeit ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Im Internet war einiges darüber zu finden, aber ganz zufriedengestellt war ich trotzdem nicht, fehlte doch irgendwie der Gesamtüberblick. Darum habe ich mir das Buch "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten" von Margit Rusch bestellt.
Viel anders ist es mit meinem Garten eigentlich auch nicht. Gut, er ist etwas größer und die gestalteten Dinge sind etwas langlebiger, aber im Grunde ist er mein neuer Sandkasten. Zum Glück jedoch können die im Garten entstandenen Lebensmittel, im Gegensatz zu den Sandküchlein von früher, wirklich gegessen werden. Vorausgesetzt sie wachsen überhaupt...
Um dies sicherzustellen habe ich mich, wie bereits erwähnt, in letzter Zeit ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Im Internet war einiges darüber zu finden, aber ganz zufriedengestellt war ich trotzdem nicht, fehlte doch irgendwie der Gesamtüberblick. Darum habe ich mir das Buch "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten" von Margit Rusch bestellt.
Das Buch bietet nicht nur eine Übersicht über Grundsätze und gärtnerische Gestaltung in der Permakultur, sondern auch noch konkrete bebilderte Anleitungen. So wird etwa beschrieben, wie man eine Kräuterspirale anlegt und wie diese sinnvoll bepflanzt wird. Verschiedene Beetformen vom Hochbeet bis zum Kraterbeet werden vorgestellt und Vorteile der jeweiligen Beetformen genannt.
Besonders toll fand ich die Anleitung zum Bau eines eigenen Lehmofens zum Brot- und Pizzabacken im Garten. Leider werde ich viele der Anleitungen in einem gepachteten Kleingarten wohl nicht umsetzen können. Aber einige Anleitungen sind auch ganz speziell auf kleine Gärten ausgelegt. So kann man beispielsweise mit Hilfe von alten Reifen platzsparend einen Kartoffelturm bauen.
Kartoffelturm? Was ist das denn? Ich muss ganz schön perplex ausgesehen haben, als ich diesen Begriff las, bevor mich schließlich die Neugier packte. Ich muss ja gestehen, dass die Aussicht darauf, den Kartoffelturm erklärt zu bekommen, mich auch dazu verleitet hat, dieses Buch zu kaufen. Ich habe mir sogar streng untersagt nach dem Begriff zu googlen, denn ich wollte mir die Vorfreude auf das Buch nicht kaputt machen. In meiner Phantasie entstanden die tollsten Kartoffeltürme. Pyramiedenartige Gebilde mit lauter Öffnungen, aus denen dann die Kartoffeln wachsen, oder treppenartig aufgebaute Pflanztöpfe zur Kartoffelzucht... Das Prinzip eines Kartoffelturms ist dabei ebenso einfach wie genial. Es wird ein alter Reifen auf die Erde gelegt und in diesen kommen vier Pflanzkartoffeln. Dann wird Erde darüber geschichtet, bis der Reifen voll ist. Sind die ersten Blattspitzen der Kartoffelpflanzen zu sehen, kommt ein weiterer Reifen obendrauf und auch der wird mit Erde gefüllt. Das Ganze wird bis zu einer Höhe von vier bis fünf Reifen wiederholt. Anschließend werden die Kartoffeln normal wachsen gelassen, bis das Kraut dürr wird und die Kartoffeln geerntet werden können. Die Reifen werden entfernt und der Inhalt ist voller Kartoffeln.(1) Toll, oder? Leider weiß ich nicht, wie ich an alte Autoreifen kommen soll... und wirklich hübsch sehen die ja auch nicht aus. Aber das Prinzip lässt sich vielleicht auch mit anderen stapelbaren Materialien umsetzen. Mal schauen, nächstes Jahr vielleicht.
Für dieses Jahr habe ich nämlich schon einen Pflanzplan aufgestellt. Ungefähr zumindest. Denn auch dazu lädt das Buch ein. Zeigt es doch auf, welche Pflanzen in einer Mischkultur die besten Nachbarn sind und welche sich nicht vertragen. Eine krakelige Zeichnung hat meine Pflanz- und Saatüberlegungen diesbezüglich festgehalten. Ich würde sie euch ja zeigen, aber leider werde ich selber nicht mehr ganz so schlau daraus.
Das macht aber garnichts, weil sowieso alles anders kommt, als man denkt.
Ein anderes Problem, für das ich mir eine Lösung durch das Buch erhoffte, war: Wie mulche ich mein Gemüsebeet? Die Lösung fand ich glücklicherweise auch. Besser gesagt mehrere Lösungsmöglichkeiten. Jetzt habe ich nur noch die Qual der Wahl.
Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass das Buch eine gute Einführung in nachhaltiges Gärtnern bietet und die Anleitungen teilweise interessant und innovativ sind. Vieles was das Buch erklärt war mir jedoch nicht neu. Aber ich hatte mich ja auch schon im Vorfeld informiert.
(1) Vgl. Margit Rusch: Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten. ökobuch Verlag, Staufen bei Freiburg 2010, S. 43f.
Freitag, 18. März 2011
Das Hügelbeet
Ich habe mich vor kurzem ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Permakultur ist ja im Grunde eine Lebenseinstellung. Ich war allerdings mehr an den gärtnerischen Umsetzungen der Permakultur interessiert. Und die fand ich sehr symphatisch. Denn eigentlich darf in einem Permakulturgarten alles wachsen wie es möchte. Natürlich wird hin und wieder lenkend eingegriffen, aber die Natur reguliert sich am besten selber. Und das wird hier genutzt. Aus dem Grund werden auch "Unkräuter" wie Löwenzahn oder Vogelmiere nicht ausgerissen, (Juhuu, kein exessives Unkrautrupfen mehr!) denn diese Pflanzen gelten als Ablenkpflanzen für Nacktschnecken und als Bodenlockerer, die die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu den Nutzpflanzenwurzeln transportieren. Auch Umgegraben wird nicht. Die Gründe dafür habe ich schon in meinem vorletzten Artikel beschrieben. Genausowenig werden abgestorbene Pflanzenteile entfernt, denn diese verrotten direkt an Ort und Stelle und stellen dem Boden damit wertvolle Nährstoffe wieder zur Verfügung. Das ganze Prinzip der Permakultur hier zu erklären wäre wohl zu umfangreich, aber eigentlich kann man es so zusammenfassen: Nachhaltig Leben, in und mit der Natur. Wen das mit der Permakultur interessiert: Auf Youtube gibt es da einige interessante Videos zu: Permakultur - eine Führung durch den Garten Teil 1 von 5.
(Vom Anfang nicht abschrecken lassen, ich fand die danach erklärten Prinzipien sehr interessant)
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Gartenpraxis der Permakultur ist das Anlegen von Hügelbeeten. Von Hügelbeeten hört man ja schon viel Gutes, aber kaum einer erzählt einem, wie viel Arbeit so ein Hügelbeet machen kann. Ich habe es trotzdem ausprobiert und ein kleines Hügelbeet in unserem Garten angelegt.
Über die kommt dann noch Laub und darüber Mist oder Kompost. Das Ganze wird dann wieder mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Und fertig ist das Hügelbeet.
Die Pflanzenmasse verrottet im Hügelbeet langsam und setzt so Nährstoffe für die darauf wachsenden Pflanzen frei. Dadurch fällt das Hügelbeet in sich zusammen und lockert die Erde dabei auf.
Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis braucht man wirklich eine Masse Pflanzenreste um das Hügelbeet voll zu bekommen. Ich habe fleißig gesammelt und meine Beete ausgeputzt und dennoch ist nur ein kleines Hügelchen entstanden. Wie sich dieses in der Praxis bewährt, wird sich dieses Jahr zeigen. Ich werde auf jedenfall darüber berichten.
Achja, auch in meinem Garten entdecke ich immer mehr Anzeichen für den Frühling. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
Die Krokusse habe ich erst letzten Herbst gesetzt, denn in unserem Garten gab es leider so gar keine. Der Rasen ist voller Moos, aber ich habe einen Plan! Ich rupfe einen Teil aus und stelle daraus ein Moosextrakt her. Das soll Nacktschnecken angeblich den Geschmack an meinen Nutzpflanzen vermiesen, wenn ich es darüber sprühe. Ausprobieren kann man das ja mal. Der Rest... tja... wahrscheinlich werde ich den Rasen mit Eisensulfat düngen und Sand streuen um den lehmigen Boden etwas aufzulockern, damit das Wasser besser abfließt. Vielleicht beschließe ich auch einfach, dass das Moos mir gefällt. Schließlich ist Barfußlaufen darauf sehr angenehm.
(Vom Anfang nicht abschrecken lassen, ich fand die danach erklärten Prinzipien sehr interessant)
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Gartenpraxis der Permakultur ist das Anlegen von Hügelbeeten. Von Hügelbeeten hört man ja schon viel Gutes, aber kaum einer erzählt einem, wie viel Arbeit so ein Hügelbeet machen kann. Ich habe es trotzdem ausprobiert und ein kleines Hügelbeet in unserem Garten angelegt.
Dazu wird zuerst ein spatentiefes Loch ausgehoben, dass die Größe des später fertigen Hügelbeets haben sollte. Die ausgehobene Erde sollte man in der Nähe aufhäufen, denn sie wird später noch gebraucht, um das Hügelbeet abzudecken. In das Loch kommt nun zuerst grobes Pflanzenmaterial wie Heckenschnitt und Äste. Darüber wird dann feineres Gestrüpp, etwa abgetrocknete Staudenreste oder Ähnliches gehäuft.
Über die kommt dann noch Laub und darüber Mist oder Kompost. Das Ganze wird dann wieder mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Und fertig ist das Hügelbeet.
Die Pflanzenmasse verrottet im Hügelbeet langsam und setzt so Nährstoffe für die darauf wachsenden Pflanzen frei. Dadurch fällt das Hügelbeet in sich zusammen und lockert die Erde dabei auf.
Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis braucht man wirklich eine Masse Pflanzenreste um das Hügelbeet voll zu bekommen. Ich habe fleißig gesammelt und meine Beete ausgeputzt und dennoch ist nur ein kleines Hügelchen entstanden. Wie sich dieses in der Praxis bewährt, wird sich dieses Jahr zeigen. Ich werde auf jedenfall darüber berichten.
Achja, auch in meinem Garten entdecke ich immer mehr Anzeichen für den Frühling. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
Die Krokusse habe ich erst letzten Herbst gesetzt, denn in unserem Garten gab es leider so gar keine. Der Rasen ist voller Moos, aber ich habe einen Plan! Ich rupfe einen Teil aus und stelle daraus ein Moosextrakt her. Das soll Nacktschnecken angeblich den Geschmack an meinen Nutzpflanzen vermiesen, wenn ich es darüber sprühe. Ausprobieren kann man das ja mal. Der Rest... tja... wahrscheinlich werde ich den Rasen mit Eisensulfat düngen und Sand streuen um den lehmigen Boden etwas aufzulockern, damit das Wasser besser abfließt. Vielleicht beschließe ich auch einfach, dass das Moos mir gefällt. Schließlich ist Barfußlaufen darauf sehr angenehm.
Mittwoch, 9. März 2011
Alles grüne Soße
Grüne Soße - hatte ich ja noch nie von gehört. Ich komme aus dem westlichen Münsterland und da sind Pellkartoffel mit Quark ja schon relativ unbekannt. Mit denen bin ich jedoch, dank Vorfahren aus anderen Ecken Deutschlands, groß geworden. Aber von grüner Soße hatte ich trotzdem nichts gehört, bis ich nach Hessen zog. Da stand sie dann - beim Lebensmitteldiscounter im Kühlregal. Trotzdem registrierte ich das nur mit einem kleinen Stirnrunzeln am Rande. Bis Tante Lieschen, meine liebe Gartennachbarin, mir erzählte, dass sie ihre selbst angebauten Kartoffeln gerne zu grüner Soße isst. Da war sie wieder, die grüne Soße. Und ich hatte immer noch keine Ahnung, was grüne Soße überhaupt ist. Also setzte ich mich bei nächster Gelegenheit an den Computer und googlete mal danach. Wikipedia und verschiedene Rezepteseiten klärten schließlich darüber auf, dass grüne Soße eine Art Kräutersoße ist. Und eigentlich ist es nicht mal eine Kräutersoße, sondern sogar zwei. Es gibt nämlich die Frankfurter grüne Soße (Grie Soß) und die Kasseler grüne Soße (Griene Sose). Und dazu natürlich einen handfesten Streit darüber, was denn nun die original grüne Soße ist. Darüber möchte ich hier allerdings auch kein Urteil fällen.
Doch zunächst erkläre ich euch mal die Unterschiede zwischen den beiden grünen Soßen. In beide kommen traditionell sieben Kräuter rein. Hier mal eine Gegenüberstellung:
Doch zunächst erkläre ich euch mal die Unterschiede zwischen den beiden grünen Soßen. In beide kommen traditionell sieben Kräuter rein. Hier mal eine Gegenüberstellung:
Kasseler grüne Soße - Frankfurter grüne Soße
Borretsch - Borretsch
Petersilie - Petersilie
Pimpinelle - Pimpinelle
Sauerampfer - Sauerampfer
Schnittlauch - Schnittlauch
Kerbel - Dill
Kresse - Zitronenmelisse
Bei der Frankfurter grünen Soße werden die Kräuter sehr fein gewiegt und mit gekochtem Eigelb und saurer Sahne durch ein Sieb gestrichen und anschließend mit Öl und Essig aufgeschlagen. Gewürzt wird außerdem mit Salz und Pfeffer. Das Rezept ist natürlich von Familie zu Familie noch ein wenig anders. Manchmal sind auch Joghurt oder Quark drinne. Dazu werden Pellkartoffeln und hart gekochte Eier gegessen.
Die Kasseler grüne Soße ist etwas anders. Die Kräuter werden nur gehackt und mit gehackten Eiern zu einem Teil Schmand und zwei Teilen saurer Sahne gegeben. Es kommt auch nur wenig Essig und Öl rein. Abgeschmeckt werden kann hier natürlich auch mit Salz und Pfeffer. Denke ich. Dazu gibts Salzkartoffeln, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln. (1)
Natürlich hat allein die Fülle an Kräutern mich für die grüne Soße begeistert und am liebsten hätte ich sie direkt selbst gemacht. Leider... hatte ich nur Zitronenmelisse und Schnittlauch im Garten. Und das mir, einer Kräuternärrin. Traurig aber wahr. Gut, Petersilie und Kresse wären noch relativ schnell zu beschaffen gewesen, aber wo zum Geier sollte ich denn Pimpinelle herbekommen? Auf die Idee, mal den Wochenmarkt zu besuchen, bin ich damals blöderweise nicht gekommen. Aber selber anpflanzen ist eh viel toller. Also bestellte ich mir Pimpinelle. Die ging leider ein. War wohl nicht die richtige Jahreszeit um Pimpinelle zu pflanzen. Das Gartenjahr war damals ja auch schon fast zu ende. Vielleicht war sie auch krank. Ich weiß es nicht. Wenigstens hat der winterfeste Sauerampfer, den ich dazu bestellte, überlebt. Naja, es reifte aber der Plan in mir, in diesem Jahr alle Kräuter für die grüne Soße anzupflanzen. Also kaufte ich mir Samen für Kerbel, Pimpinelle und Borretsch. Der Kerbel wächst auch schon:
Pimpinelle und Borretsch werde ich noch diesen Monat aussäen. Mit Kerbel scheine ich mich jedoch auf die Frankfurter grüne Soße festgelegt zu haben. Nur was mache ich dann mit meiner Zitronenmelisse? Vielleicht werde ich einfach den Fauxpas begehen und eine eigene grüne Soße kreieren, in der beide Kräuter zusammen drin sind. Ich hoffe ich werde dafür von keinem Einheimischen geköpft.
Achja, letztens entdeckte ich doch tatsächlich gefrorene Kräuter für Frankfurter grüne Soße im Kühlregal eines Lebensmittelladens. Also habe ich die Soße mal ausprobiert. Allerdings mit Joghurt, statt mit saurer Sahne, weil ich noch Joghurt hatte und ein Rezept mit Joghurt gefunden habe. Das war wirklich lecker. Sehr zu empfehlen. Keine Ahnung, ob das nun originalgetreu war. Ich hab sie auch einfach mit dem Pürierstab gemixt, statt sie durch ein Sieb zu streichen. Geschmeckt hat sie trotzdem und im Grunde ist das doch alles grüne Soße.
(1) Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Sauce
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