Letzten Sonntag, der Himmel war blau und die Luft roch nach Frühling, machte ich mit meinem Mann und einem befreundeten Pärchen einen erfrischenden Spaziergang in unentdeckte Gefilde. Zumindest bin ich selbst noch nie in diese Richtung gegangen. Manchmal ist es wirklich erstaunlich, was man alles entdeckt, wenn man mal aus alten Gewohnheiten ausbricht und einfach eine andere Richtung einschlägt. Dazu kam es auch nur, weil wir auf Schatzsuche waren. Genauer gesagt, haben wir einen Geocache gesucht. Mein Mann hat nämlich ein neues Spielzeug, mit dem man Längen- und Breitengrade via GPS genau lokalisieren kann. Das Gerät weist einem dann den Weg dorthin. Und an einigen dieser Punkte sind sogar Schätze versteckt. Wer mehr über Geocaching wissen will, kann sich auf dieser Seite darüber informieren.
Auf dem Rückweg machte ich noch eine Entdeckung und die war fast noch besser als jeder Schatz: Die Pappelblüte hat bei uns eingesetzt. Warum ich davon so begeistert bin? Nun, die Knospen, aus denen die Blüten quellen, fallen zu Boden, sobald die Blüten zu groß werden. Unter den jeweiligen Pappeln ist dann der ganze Boden damit bedeckt. Und wenn man sich so eine Pappelblütenhülse mal genauer anschaut, erkennt man eine orange, harzige Substanz an ihren Enden. Diese Substanz duftet herrlich! Nach Harz und Honig, irgendwie auch nach Propolis und wie Balsam. Einen Geruch, den man schwer beschreiben kann, den man einfach gerochen haben muss.
Es musste also eine Möglichkeit her, diesen tollen Duft zu konservieren. Und so bin ich mit einer Freundin vorgestern zum nahen See gelaufen, von dem ich noch vom letzten Jahr wusste, dass seine Ufer mit Pappeln gesäumt sind. Wir hatten uns Umschläge eingesteckt und haben diese, fleißig sammelnd, mit Pappelblütenhülsen gefüllt. Hier ein Teil unserer Ausbeute:
Ich hätte wirklich stundenlang an diesem Umschlag schnüffeln können. Doch wollten wir die Pappelblütenhülsen schnell weiterverarbeiten. Darüm füllten wir einen Teil in ein geleertes Schraubglas und gossen Korn darüber. Der darin enthaltene Alkohol wird die harzige Substanz lösen und damit den Duft haltbar und nutzbar machen.
Das Glas muss nun nurnoch eine Weile an einem warmen Ort stehen und hin und wieder geschüttelt werden, damit der Alkohol seine Wirkung entfalten kann. Er wird dabei immer dunkler und bekommt eine richtig schöne Färbung. Wenn das Ganze fertig und gefiltert ist, sieht es ungefähr so aus:
Die fertige Tinktur kann ähnlich wie Parfum einfach auf das Handgelenk getupft werden, oder auch in selbstgerührter Kosmetik als Duft- und Wirkstoff genutzt werden. Genau - Wirkstoff. Die Pappelblütenhülsen riechen nämlich nicht nur gut, die Pappel hat neben anderen Wirkungen auch eine adstringierende und entzündungshemmende Wirkung. Normalerweise werden zwar die jungen Blattknospen geerntet und verwendet, doch habe ich festgestellt, dass der Duft der Blütenhülsen einfach noch intensiver ist. Darum verwende ich diese lieber. Hier kann man Einiges über die Heilwirkung der Pappel nachlesen.
Da ich gerne Cremes selber rühre, habe ich testweise einen Teil der Blütenhülsen auch in Öl eingelegt, denn Öl lässt sich in Cremes einfach besser verwenden als Alkohol, auch wenn ein geringer Anteil Alkohol in einer Creme nicht schädlich ist und sogar konservierend wirkt. Aber bei dem Duft kann ich da einfach nicht genug von bekommen.
Nun denn, der nächste Cremerühranfall kann kommen!
Freitag, 1. April 2011
Sonntag, 27. März 2011
Für euch gelesen: "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten"
Als ich letztens meine neuesten Pflanzeneroberungen in den Garten pflanzte und einige Steinplatten als Rasenkante verlegte, fühlte ich mich plötzlich an Früher erinnert. Mir war, als würde ich wieder mit meiner Schaufel und einer kleinen Gießkanne im Sandkasten sitzen und die tollsten Gebilde bauen. Wir waren glücklicherweise damals mit einem eigenen Sandkasten gesegnet, so dass die Bauten teilweise über Tage gehegt und gepflegt werden konnten. Oder sie wurden zu Gunsten neuer Ideen einfach mal eben eingeebnet.
Viel anders ist es mit meinem Garten eigentlich auch nicht. Gut, er ist etwas größer und die gestalteten Dinge sind etwas langlebiger, aber im Grunde ist er mein neuer Sandkasten. Zum Glück jedoch können die im Garten entstandenen Lebensmittel, im Gegensatz zu den Sandküchlein von früher, wirklich gegessen werden. Vorausgesetzt sie wachsen überhaupt...
Um dies sicherzustellen habe ich mich, wie bereits erwähnt, in letzter Zeit ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Im Internet war einiges darüber zu finden, aber ganz zufriedengestellt war ich trotzdem nicht, fehlte doch irgendwie der Gesamtüberblick. Darum habe ich mir das Buch "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten" von Margit Rusch bestellt.
Viel anders ist es mit meinem Garten eigentlich auch nicht. Gut, er ist etwas größer und die gestalteten Dinge sind etwas langlebiger, aber im Grunde ist er mein neuer Sandkasten. Zum Glück jedoch können die im Garten entstandenen Lebensmittel, im Gegensatz zu den Sandküchlein von früher, wirklich gegessen werden. Vorausgesetzt sie wachsen überhaupt...
Um dies sicherzustellen habe ich mich, wie bereits erwähnt, in letzter Zeit ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Im Internet war einiges darüber zu finden, aber ganz zufriedengestellt war ich trotzdem nicht, fehlte doch irgendwie der Gesamtüberblick. Darum habe ich mir das Buch "Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten" von Margit Rusch bestellt.
Das Buch bietet nicht nur eine Übersicht über Grundsätze und gärtnerische Gestaltung in der Permakultur, sondern auch noch konkrete bebilderte Anleitungen. So wird etwa beschrieben, wie man eine Kräuterspirale anlegt und wie diese sinnvoll bepflanzt wird. Verschiedene Beetformen vom Hochbeet bis zum Kraterbeet werden vorgestellt und Vorteile der jeweiligen Beetformen genannt.
Besonders toll fand ich die Anleitung zum Bau eines eigenen Lehmofens zum Brot- und Pizzabacken im Garten. Leider werde ich viele der Anleitungen in einem gepachteten Kleingarten wohl nicht umsetzen können. Aber einige Anleitungen sind auch ganz speziell auf kleine Gärten ausgelegt. So kann man beispielsweise mit Hilfe von alten Reifen platzsparend einen Kartoffelturm bauen.
Kartoffelturm? Was ist das denn? Ich muss ganz schön perplex ausgesehen haben, als ich diesen Begriff las, bevor mich schließlich die Neugier packte. Ich muss ja gestehen, dass die Aussicht darauf, den Kartoffelturm erklärt zu bekommen, mich auch dazu verleitet hat, dieses Buch zu kaufen. Ich habe mir sogar streng untersagt nach dem Begriff zu googlen, denn ich wollte mir die Vorfreude auf das Buch nicht kaputt machen. In meiner Phantasie entstanden die tollsten Kartoffeltürme. Pyramiedenartige Gebilde mit lauter Öffnungen, aus denen dann die Kartoffeln wachsen, oder treppenartig aufgebaute Pflanztöpfe zur Kartoffelzucht... Das Prinzip eines Kartoffelturms ist dabei ebenso einfach wie genial. Es wird ein alter Reifen auf die Erde gelegt und in diesen kommen vier Pflanzkartoffeln. Dann wird Erde darüber geschichtet, bis der Reifen voll ist. Sind die ersten Blattspitzen der Kartoffelpflanzen zu sehen, kommt ein weiterer Reifen obendrauf und auch der wird mit Erde gefüllt. Das Ganze wird bis zu einer Höhe von vier bis fünf Reifen wiederholt. Anschließend werden die Kartoffeln normal wachsen gelassen, bis das Kraut dürr wird und die Kartoffeln geerntet werden können. Die Reifen werden entfernt und der Inhalt ist voller Kartoffeln.(1) Toll, oder? Leider weiß ich nicht, wie ich an alte Autoreifen kommen soll... und wirklich hübsch sehen die ja auch nicht aus. Aber das Prinzip lässt sich vielleicht auch mit anderen stapelbaren Materialien umsetzen. Mal schauen, nächstes Jahr vielleicht.
Für dieses Jahr habe ich nämlich schon einen Pflanzplan aufgestellt. Ungefähr zumindest. Denn auch dazu lädt das Buch ein. Zeigt es doch auf, welche Pflanzen in einer Mischkultur die besten Nachbarn sind und welche sich nicht vertragen. Eine krakelige Zeichnung hat meine Pflanz- und Saatüberlegungen diesbezüglich festgehalten. Ich würde sie euch ja zeigen, aber leider werde ich selber nicht mehr ganz so schlau daraus.
Das macht aber garnichts, weil sowieso alles anders kommt, als man denkt.
Ein anderes Problem, für das ich mir eine Lösung durch das Buch erhoffte, war: Wie mulche ich mein Gemüsebeet? Die Lösung fand ich glücklicherweise auch. Besser gesagt mehrere Lösungsmöglichkeiten. Jetzt habe ich nur noch die Qual der Wahl.
Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass das Buch eine gute Einführung in nachhaltiges Gärtnern bietet und die Anleitungen teilweise interessant und innovativ sind. Vieles was das Buch erklärt war mir jedoch nicht neu. Aber ich hatte mich ja auch schon im Vorfeld informiert.
(1) Vgl. Margit Rusch: Anders gärtnern - Permakultur-Elemente im Hausgarten. ökobuch Verlag, Staufen bei Freiburg 2010, S. 43f.
Freitag, 18. März 2011
Das Hügelbeet
Ich habe mich vor kurzem ein wenig mit Permakultur auseinander gesetzt. Permakultur ist ja im Grunde eine Lebenseinstellung. Ich war allerdings mehr an den gärtnerischen Umsetzungen der Permakultur interessiert. Und die fand ich sehr symphatisch. Denn eigentlich darf in einem Permakulturgarten alles wachsen wie es möchte. Natürlich wird hin und wieder lenkend eingegriffen, aber die Natur reguliert sich am besten selber. Und das wird hier genutzt. Aus dem Grund werden auch "Unkräuter" wie Löwenzahn oder Vogelmiere nicht ausgerissen, (Juhuu, kein exessives Unkrautrupfen mehr!) denn diese Pflanzen gelten als Ablenkpflanzen für Nacktschnecken und als Bodenlockerer, die die Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zu den Nutzpflanzenwurzeln transportieren. Auch Umgegraben wird nicht. Die Gründe dafür habe ich schon in meinem vorletzten Artikel beschrieben. Genausowenig werden abgestorbene Pflanzenteile entfernt, denn diese verrotten direkt an Ort und Stelle und stellen dem Boden damit wertvolle Nährstoffe wieder zur Verfügung. Das ganze Prinzip der Permakultur hier zu erklären wäre wohl zu umfangreich, aber eigentlich kann man es so zusammenfassen: Nachhaltig Leben, in und mit der Natur. Wen das mit der Permakultur interessiert: Auf Youtube gibt es da einige interessante Videos zu: Permakultur - eine Führung durch den Garten Teil 1 von 5.
(Vom Anfang nicht abschrecken lassen, ich fand die danach erklärten Prinzipien sehr interessant)
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Gartenpraxis der Permakultur ist das Anlegen von Hügelbeeten. Von Hügelbeeten hört man ja schon viel Gutes, aber kaum einer erzählt einem, wie viel Arbeit so ein Hügelbeet machen kann. Ich habe es trotzdem ausprobiert und ein kleines Hügelbeet in unserem Garten angelegt.
Über die kommt dann noch Laub und darüber Mist oder Kompost. Das Ganze wird dann wieder mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Und fertig ist das Hügelbeet.
Die Pflanzenmasse verrottet im Hügelbeet langsam und setzt so Nährstoffe für die darauf wachsenden Pflanzen frei. Dadurch fällt das Hügelbeet in sich zusammen und lockert die Erde dabei auf.
Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis braucht man wirklich eine Masse Pflanzenreste um das Hügelbeet voll zu bekommen. Ich habe fleißig gesammelt und meine Beete ausgeputzt und dennoch ist nur ein kleines Hügelchen entstanden. Wie sich dieses in der Praxis bewährt, wird sich dieses Jahr zeigen. Ich werde auf jedenfall darüber berichten.
Achja, auch in meinem Garten entdecke ich immer mehr Anzeichen für den Frühling. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
Die Krokusse habe ich erst letzten Herbst gesetzt, denn in unserem Garten gab es leider so gar keine. Der Rasen ist voller Moos, aber ich habe einen Plan! Ich rupfe einen Teil aus und stelle daraus ein Moosextrakt her. Das soll Nacktschnecken angeblich den Geschmack an meinen Nutzpflanzen vermiesen, wenn ich es darüber sprühe. Ausprobieren kann man das ja mal. Der Rest... tja... wahrscheinlich werde ich den Rasen mit Eisensulfat düngen und Sand streuen um den lehmigen Boden etwas aufzulockern, damit das Wasser besser abfließt. Vielleicht beschließe ich auch einfach, dass das Moos mir gefällt. Schließlich ist Barfußlaufen darauf sehr angenehm.
(Vom Anfang nicht abschrecken lassen, ich fand die danach erklärten Prinzipien sehr interessant)
Doch worauf ich eigentlich hinaus wollte: Eine Gartenpraxis der Permakultur ist das Anlegen von Hügelbeeten. Von Hügelbeeten hört man ja schon viel Gutes, aber kaum einer erzählt einem, wie viel Arbeit so ein Hügelbeet machen kann. Ich habe es trotzdem ausprobiert und ein kleines Hügelbeet in unserem Garten angelegt.
Dazu wird zuerst ein spatentiefes Loch ausgehoben, dass die Größe des später fertigen Hügelbeets haben sollte. Die ausgehobene Erde sollte man in der Nähe aufhäufen, denn sie wird später noch gebraucht, um das Hügelbeet abzudecken. In das Loch kommt nun zuerst grobes Pflanzenmaterial wie Heckenschnitt und Äste. Darüber wird dann feineres Gestrüpp, etwa abgetrocknete Staudenreste oder Ähnliches gehäuft.
Über die kommt dann noch Laub und darüber Mist oder Kompost. Das Ganze wird dann wieder mit der ausgehobenen Erde bedeckt. Und fertig ist das Hügelbeet.
Die Pflanzenmasse verrottet im Hügelbeet langsam und setzt so Nährstoffe für die darauf wachsenden Pflanzen frei. Dadurch fällt das Hügelbeet in sich zusammen und lockert die Erde dabei auf.
Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis braucht man wirklich eine Masse Pflanzenreste um das Hügelbeet voll zu bekommen. Ich habe fleißig gesammelt und meine Beete ausgeputzt und dennoch ist nur ein kleines Hügelchen entstanden. Wie sich dieses in der Praxis bewährt, wird sich dieses Jahr zeigen. Ich werde auf jedenfall darüber berichten.
Achja, auch in meinem Garten entdecke ich immer mehr Anzeichen für den Frühling. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:
Die Krokusse habe ich erst letzten Herbst gesetzt, denn in unserem Garten gab es leider so gar keine. Der Rasen ist voller Moos, aber ich habe einen Plan! Ich rupfe einen Teil aus und stelle daraus ein Moosextrakt her. Das soll Nacktschnecken angeblich den Geschmack an meinen Nutzpflanzen vermiesen, wenn ich es darüber sprühe. Ausprobieren kann man das ja mal. Der Rest... tja... wahrscheinlich werde ich den Rasen mit Eisensulfat düngen und Sand streuen um den lehmigen Boden etwas aufzulockern, damit das Wasser besser abfließt. Vielleicht beschließe ich auch einfach, dass das Moos mir gefällt. Schließlich ist Barfußlaufen darauf sehr angenehm.
Mittwoch, 9. März 2011
Alles grüne Soße
Grüne Soße - hatte ich ja noch nie von gehört. Ich komme aus dem westlichen Münsterland und da sind Pellkartoffel mit Quark ja schon relativ unbekannt. Mit denen bin ich jedoch, dank Vorfahren aus anderen Ecken Deutschlands, groß geworden. Aber von grüner Soße hatte ich trotzdem nichts gehört, bis ich nach Hessen zog. Da stand sie dann - beim Lebensmitteldiscounter im Kühlregal. Trotzdem registrierte ich das nur mit einem kleinen Stirnrunzeln am Rande. Bis Tante Lieschen, meine liebe Gartennachbarin, mir erzählte, dass sie ihre selbst angebauten Kartoffeln gerne zu grüner Soße isst. Da war sie wieder, die grüne Soße. Und ich hatte immer noch keine Ahnung, was grüne Soße überhaupt ist. Also setzte ich mich bei nächster Gelegenheit an den Computer und googlete mal danach. Wikipedia und verschiedene Rezepteseiten klärten schließlich darüber auf, dass grüne Soße eine Art Kräutersoße ist. Und eigentlich ist es nicht mal eine Kräutersoße, sondern sogar zwei. Es gibt nämlich die Frankfurter grüne Soße (Grie Soß) und die Kasseler grüne Soße (Griene Sose). Und dazu natürlich einen handfesten Streit darüber, was denn nun die original grüne Soße ist. Darüber möchte ich hier allerdings auch kein Urteil fällen.
Doch zunächst erkläre ich euch mal die Unterschiede zwischen den beiden grünen Soßen. In beide kommen traditionell sieben Kräuter rein. Hier mal eine Gegenüberstellung:
Doch zunächst erkläre ich euch mal die Unterschiede zwischen den beiden grünen Soßen. In beide kommen traditionell sieben Kräuter rein. Hier mal eine Gegenüberstellung:
Kasseler grüne Soße - Frankfurter grüne Soße
Borretsch - Borretsch
Petersilie - Petersilie
Pimpinelle - Pimpinelle
Sauerampfer - Sauerampfer
Schnittlauch - Schnittlauch
Kerbel - Dill
Kresse - Zitronenmelisse
Bei der Frankfurter grünen Soße werden die Kräuter sehr fein gewiegt und mit gekochtem Eigelb und saurer Sahne durch ein Sieb gestrichen und anschließend mit Öl und Essig aufgeschlagen. Gewürzt wird außerdem mit Salz und Pfeffer. Das Rezept ist natürlich von Familie zu Familie noch ein wenig anders. Manchmal sind auch Joghurt oder Quark drinne. Dazu werden Pellkartoffeln und hart gekochte Eier gegessen.
Die Kasseler grüne Soße ist etwas anders. Die Kräuter werden nur gehackt und mit gehackten Eiern zu einem Teil Schmand und zwei Teilen saurer Sahne gegeben. Es kommt auch nur wenig Essig und Öl rein. Abgeschmeckt werden kann hier natürlich auch mit Salz und Pfeffer. Denke ich. Dazu gibts Salzkartoffeln, Pellkartoffeln oder Ofenkartoffeln. (1)
Natürlich hat allein die Fülle an Kräutern mich für die grüne Soße begeistert und am liebsten hätte ich sie direkt selbst gemacht. Leider... hatte ich nur Zitronenmelisse und Schnittlauch im Garten. Und das mir, einer Kräuternärrin. Traurig aber wahr. Gut, Petersilie und Kresse wären noch relativ schnell zu beschaffen gewesen, aber wo zum Geier sollte ich denn Pimpinelle herbekommen? Auf die Idee, mal den Wochenmarkt zu besuchen, bin ich damals blöderweise nicht gekommen. Aber selber anpflanzen ist eh viel toller. Also bestellte ich mir Pimpinelle. Die ging leider ein. War wohl nicht die richtige Jahreszeit um Pimpinelle zu pflanzen. Das Gartenjahr war damals ja auch schon fast zu ende. Vielleicht war sie auch krank. Ich weiß es nicht. Wenigstens hat der winterfeste Sauerampfer, den ich dazu bestellte, überlebt. Naja, es reifte aber der Plan in mir, in diesem Jahr alle Kräuter für die grüne Soße anzupflanzen. Also kaufte ich mir Samen für Kerbel, Pimpinelle und Borretsch. Der Kerbel wächst auch schon:
Pimpinelle und Borretsch werde ich noch diesen Monat aussäen. Mit Kerbel scheine ich mich jedoch auf die Frankfurter grüne Soße festgelegt zu haben. Nur was mache ich dann mit meiner Zitronenmelisse? Vielleicht werde ich einfach den Fauxpas begehen und eine eigene grüne Soße kreieren, in der beide Kräuter zusammen drin sind. Ich hoffe ich werde dafür von keinem Einheimischen geköpft.
Achja, letztens entdeckte ich doch tatsächlich gefrorene Kräuter für Frankfurter grüne Soße im Kühlregal eines Lebensmittelladens. Also habe ich die Soße mal ausprobiert. Allerdings mit Joghurt, statt mit saurer Sahne, weil ich noch Joghurt hatte und ein Rezept mit Joghurt gefunden habe. Das war wirklich lecker. Sehr zu empfehlen. Keine Ahnung, ob das nun originalgetreu war. Ich hab sie auch einfach mit dem Pürierstab gemixt, statt sie durch ein Sieb zu streichen. Geschmeckt hat sie trotzdem und im Grunde ist das doch alles grüne Soße.
(1) Quelle: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Sauce
Sonntag, 27. Februar 2011
Umgraben
Wir haben hier sehr schweren Boden. Als ich das erste Mal versuchte ihn zu bearbeiten, war ich etwas überfordert. Ich bin aus meiner Heimat im westlichen Münsterland ja nur sehr sandigen Boden gewöhnt. Dementsprechend klang auch mein Anruf, als ich meinem Vater von unserem Garten erzählte: "Unser Boden ist so lehmig, ich glaube da könnte man mit töpfern, wenn er nass ist."
Mein Vater, als alter Gartenhase gab mir allerlei Tipps. Darunter auch einen, den ich im Herbst direkt umsetzte: "Grab den Boden im Herbst um, dann frieren im Winter die Schollen auseinander und du hast im Frühjahr einen schön krümeligen Boden." - Frostgare nennt man das.
An diesen Tipp versuchte ich mich im letzten Herbst auch zu halten. Allerdings muss man dazu sagen, dass unser Garten fast nur aus Rasen bestand. Ein Gemüsebeet war nicht angelegt. Wir hatten im Frühjahr lediglich ein 4 m² Stück experimentell in ein Gemüsebeet verwandelt. Meine Arbeit bestand also nicht aus schlichtem Umgraben, ich musste gleichzeitig auch noch die Grasnarbe unterheben. Zum Glück konnte ich meinen Mann dazu überreden, auch einen Teil unterzuheben. Ich glaube mein bestes Argument war dabei die sportliche Betätigung.
Und - was soll ich sagen - mein Vater hatte natürlich recht. Als ich in den letzten Tagen im Garten vorbei schaute, ließen sich die großen schweren Schollen problemlos zerbrechen.
Aber dann kam der "Hessische Kleingärtner". Nein, dass ist kein Mensch, sondern eine monatlich erscheinende Zeitung, die man sich bei uns im Verein kostenlos mitnehmen kann. Ich blätter eigentlich durch jede Ausgabe einmal durch, denn häufig stehen dort sehr informative Artikel drin. In der Ausgabe vom Dezember hätte ich den interessantesten Artikel aber beinahe überblättert. Ich fand ihn erst letztens, als ich in meiner Funktion als Vorstandsmitglied einige Mußeminuten während einer Sprechstunde hatte. Wer kommt denn auch auf die Idee, dass sich unter der Überschrift "Ein Ammenmärchen?" ein Artikel zum Thema Umgraben verbirgt?
Das Ammenmärchen war natürlich die Frostgare. Das stand sogar mit in der Überschrift. Nur kleiner. Diese Sätze des Artikels machten mich dann doch änstlich: "In der Tat dehnt sich das in den Poren vorhandene Wasser beim gefrieren aus und sprengt das verfestigte mineralische Bodenmaterial zu Krümeln. Nicht selten jedoch sind diese Krümel von nur kurzer Dauer, da aus Mangel an organischen Substanzen jegliche Verklebung und natürliche Ton-Humus-Komplexbildung fehlen und bereits mit der Schneeschmelze aber spätestens nach dem ersten großen Regen im Spätwinter/Frühjahr sich die gewonnene Frostgare in Verschlemmung auflöst."(1) - Werde ich wieder mit riesen Schollen kämpfen müssen? Wird mein Garten gar aussehen wie ein Schlammloch? Was soll ich denn jetzt machen, ich hab doch schon umgegraben!?
Der Artikel klärte darüber auf, dass das Umgraben die Mikroorganismen jedesmal empfindlich stört und damit das Milleu des Bodens zerstört wird. Der Artikel riet dazu, den Boden regelmäßig mit angewelktem Grasschnitt, Blättern oder Stroh abzudecken . Die dadurch entstehende Rotte und damit die Anreicherung des Bodens durch Humus würde diesen Auflockern. Da die Bodenorganismen jedoch bei ihrer Vermehrung Stickstoff verbrauchen, muss gleichzeitig für eine Stickstoffzufuhr gesorgt werden. Durch Hornspäne oder Brennesseljauche und Beinwelljauche lässt sich dies gut bewerkstelligen. Das Gießen mit einem Bodenaktivator im Herbst und im Frühjahr soll dabei den Verrottungsprozess beschleunigen. Angeblich braucht man den so entstandenen Boden nurnoch mit Sauzahn und Rechen bearbeiten.
Ich werde dieses für mich neue Verfahren dieses Jahr einmal testen. Auf die Ergebnisse dürft ihr euch dann im nächsten Jahr freuen.
Dieses Frühjahr muss der Boden halt mit einer Kompostgabe und in dem Zustand, in dem er sich nach dem ersten Starkregen befinden wird, herhalten. Mal schauen, wie die Pflanzen wachsen werden.
Achja, was ist ein Bodenaktivator und wo bekomm ich den her? Ich werde mich mal informieren müssen.
Oh, auf dem Weg zum Garten entdeckte ich mal wieder, was für schöne Eiskristalle uns der Frost zaubern kann. Das ist ein Bach bei uns in der Nähe:
Ich wünschte nur, ich hätte eine bessere Kamera dabei gehabt. Das sah so interessant aus, wie die Kristalle im Licht glitzerten. Darunter das eiskalte, glasklare Wasser. Toll.
(1) Sachsenheimer, Karl: Frostgare - Ein Ammenmärchen?. In: Hessischer Kleingärtner, 2010, Heft 12, S. 246.
Mein Vater, als alter Gartenhase gab mir allerlei Tipps. Darunter auch einen, den ich im Herbst direkt umsetzte: "Grab den Boden im Herbst um, dann frieren im Winter die Schollen auseinander und du hast im Frühjahr einen schön krümeligen Boden." - Frostgare nennt man das.
An diesen Tipp versuchte ich mich im letzten Herbst auch zu halten. Allerdings muss man dazu sagen, dass unser Garten fast nur aus Rasen bestand. Ein Gemüsebeet war nicht angelegt. Wir hatten im Frühjahr lediglich ein 4 m² Stück experimentell in ein Gemüsebeet verwandelt. Meine Arbeit bestand also nicht aus schlichtem Umgraben, ich musste gleichzeitig auch noch die Grasnarbe unterheben. Zum Glück konnte ich meinen Mann dazu überreden, auch einen Teil unterzuheben. Ich glaube mein bestes Argument war dabei die sportliche Betätigung.
Und - was soll ich sagen - mein Vater hatte natürlich recht. Als ich in den letzten Tagen im Garten vorbei schaute, ließen sich die großen schweren Schollen problemlos zerbrechen.
Aber dann kam der "Hessische Kleingärtner". Nein, dass ist kein Mensch, sondern eine monatlich erscheinende Zeitung, die man sich bei uns im Verein kostenlos mitnehmen kann. Ich blätter eigentlich durch jede Ausgabe einmal durch, denn häufig stehen dort sehr informative Artikel drin. In der Ausgabe vom Dezember hätte ich den interessantesten Artikel aber beinahe überblättert. Ich fand ihn erst letztens, als ich in meiner Funktion als Vorstandsmitglied einige Mußeminuten während einer Sprechstunde hatte. Wer kommt denn auch auf die Idee, dass sich unter der Überschrift "Ein Ammenmärchen?" ein Artikel zum Thema Umgraben verbirgt?
Das Ammenmärchen war natürlich die Frostgare. Das stand sogar mit in der Überschrift. Nur kleiner. Diese Sätze des Artikels machten mich dann doch änstlich: "In der Tat dehnt sich das in den Poren vorhandene Wasser beim gefrieren aus und sprengt das verfestigte mineralische Bodenmaterial zu Krümeln. Nicht selten jedoch sind diese Krümel von nur kurzer Dauer, da aus Mangel an organischen Substanzen jegliche Verklebung und natürliche Ton-Humus-Komplexbildung fehlen und bereits mit der Schneeschmelze aber spätestens nach dem ersten großen Regen im Spätwinter/Frühjahr sich die gewonnene Frostgare in Verschlemmung auflöst."(1) - Werde ich wieder mit riesen Schollen kämpfen müssen? Wird mein Garten gar aussehen wie ein Schlammloch? Was soll ich denn jetzt machen, ich hab doch schon umgegraben!?
Der Artikel klärte darüber auf, dass das Umgraben die Mikroorganismen jedesmal empfindlich stört und damit das Milleu des Bodens zerstört wird. Der Artikel riet dazu, den Boden regelmäßig mit angewelktem Grasschnitt, Blättern oder Stroh abzudecken . Die dadurch entstehende Rotte und damit die Anreicherung des Bodens durch Humus würde diesen Auflockern. Da die Bodenorganismen jedoch bei ihrer Vermehrung Stickstoff verbrauchen, muss gleichzeitig für eine Stickstoffzufuhr gesorgt werden. Durch Hornspäne oder Brennesseljauche und Beinwelljauche lässt sich dies gut bewerkstelligen. Das Gießen mit einem Bodenaktivator im Herbst und im Frühjahr soll dabei den Verrottungsprozess beschleunigen. Angeblich braucht man den so entstandenen Boden nurnoch mit Sauzahn und Rechen bearbeiten.
Ich werde dieses für mich neue Verfahren dieses Jahr einmal testen. Auf die Ergebnisse dürft ihr euch dann im nächsten Jahr freuen.
Dieses Frühjahr muss der Boden halt mit einer Kompostgabe und in dem Zustand, in dem er sich nach dem ersten Starkregen befinden wird, herhalten. Mal schauen, wie die Pflanzen wachsen werden.
Achja, was ist ein Bodenaktivator und wo bekomm ich den her? Ich werde mich mal informieren müssen.
Oh, auf dem Weg zum Garten entdeckte ich mal wieder, was für schöne Eiskristalle uns der Frost zaubern kann. Das ist ein Bach bei uns in der Nähe:
Ich wünschte nur, ich hätte eine bessere Kamera dabei gehabt. Das sah so interessant aus, wie die Kristalle im Licht glitzerten. Darunter das eiskalte, glasklare Wasser. Toll.
(1) Sachsenheimer, Karl: Frostgare - Ein Ammenmärchen?. In: Hessischer Kleingärtner, 2010, Heft 12, S. 246.
Mittwoch, 16. Februar 2011
Die Wochenendomnivorin
"Om-ni-vore, der [lat. >>Allesfresser<<]: ein Lebewesen, das sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren ernährt"
(Michael Pollan: Das Omnivorendilemma).
Manchmal passiert es einem, dass einem ein Thema, oder eine Sache, oder ein Mensch immer wieder über den Weg läuft. Mir geht es in letzter Zeit so mit dem Thema Fleischkonsum. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde, ich esse gerne Fleisch und möchte auch nicht darauf verzichten. Aber wie ich bereits sagte, dass Thema verfolgt mich in letzter Zeit.
Alles begann damit, dass ich, ich kann nicht einmal mehr sagen wodurch, auf die Frage gestoßen wurde, ob ich mich noch auf den Sonntagsbraten freue. Ich dachte darüber nach und musste mir ehrlich antworten: Nein. Eigentlich esse ich jeden Tag Fleisch. Sei es als Aufschnitt auf dem Brot oder als Gehacktes im Mittagessen. Fleisch ist eines meiner Hauptnahrungsmittel. Das hatte aber zur Folge, dass ich mich nicht mehr auf den Sonntagsbraten freue. Nun ja, den sprichwörtlichen Sonntagsbraten gab es Sonntags eigentlich eher selten, aber leckere Gerichte, meistens mit Fleisch, gab es dann doch. Aber selbst wenn es einen Braten gegeben hätte, wäre er irgendwie normal bzw. alltäglich gewesen. Und ich muss ehrlich sagen, das beunruhigte mich, hätte es doch das Verschwinden des Sonntagsbratens zur Folge, wenn dieser genauso gut ein Montags- oder Mittwochsbraten sein könnte.
Etwa zeitgleich mit dem Ende dieser Überlegungen las ich in einer Zeitung die Empfehlung zu einem Buch: "Das Omnivorendilemma - Wie sich die Industrie der Lebensmittel bemächtigte und warum Essen so kompliziert wurde" von Michael Pollan.
Ich freute mich bei der Bestellung schon auf ein handliches Buch über Ernährung und war umso erstaunter, als ich ein Werk mit über 500 Seiten in der Hand hielt. Ich muss ja ehrlich gestehen, bisher habe ich mich noch nicht herangewagt und nur den Klappentext gelesen. Mein Mann jedoch hat besagtes Buch schon angefangen. Nachdem er etwa ein Viertel des Buches gelesen hatte, machte es auf einmal >Poff< und das Buch wurde mit Wucht zugeklappt. Ich hörte ihn nur murmeln: "Jetzt kommt der ekelige Teil". Fragend schaute ich ihn an und fragte ihn: "Welcher ekelige Teil?". Seine Antwort: "Tierhaltung und Fleischherstellung".
Klar, im Prinzip weiß jeder von uns, dass Fleisch aus dem Supermarkt in der Menge eigentlich nicht tierfreundlich hergestellt werden kann. Was anderes ist es aber, diese Praxis zu sehen, oder genau beschrieben zu bekommen. Mich brachte diese Bemerkung meines Mannes aber zurück auf die Frage nach dem Sonntagsbraten und ich fasste den Entschluss, mal eine Woche lang in der Woche kein Fleisch zu essen, um mich dann am Wochenende um so mehr auf das Schinkenbrot und den Sonntagsbraten zu freuen.
Meine erste Überlegung zu diesem Thema ging in die Richtung: "Was mach ich mir denn jetzt Abends aufs Brot? Käse?" Klar Käse. Wie einfallsreich. Nach drei Tagen Käse auf dem Brot hatte ich die Nase voll von Käse. Also gab es Frischkäse. Naja, natürlich nicht pur. Ich versuchte mich an allerlei Aufstrichen. Dabei stieß ich dann auch auf Fisch als Alternative. Gut, Fische sind auch Tiere, aber sie verderben wenigstens nicht die Freude auf den Sonntagsbraten. Achja, eine Mischung aus geräuchertem, kleingeschnittenem Lachs, geriebener Salatgurke und Frischkäse, mit Kresse, Salz und Pfeffer abgeschmeckt, ist sehr lecker.
Blieb aber immer noch das Problem mit dem Mittagessen. Zum Glück hatte ich mir im Sommer ein Kochbuch gekauft "Fitnessküche - Köstlich, leicht und herrlich frisch", in dem es auch ein Kapitel mit vegetarischen Gerichten gab.
Eigentlich war das Buch ja als Inspiration gedacht, was ich alles mit meinen selbstgezogenen Gartenfrüchten anstellen könnte. So erfüllte es aber noch einen anderen Zweck. Und ich entdeckte noch eine Fleischalternative: Pilze. Hätte ich gewusst, dass Pfifferlinge in einem Gemüseauflauf so lecker schmecken, hätte ich das schon viel eher ausprobiert...Naja, aber genug vom Geschwafel. Das Ende vom Lied war, dass ich die Woche erfolgreich hinter mich brachte und mich tatsächlich auf den Sonntagsbraten freute. Und den gab es dann auch. In leckerer Soße mit Salzkartoffeln und Kaisergemüse. Mhhmm. Und fleischlos essen fühlte sich garnicht so schlecht an... an maximal fünf Tagen in der Woche. Dieses Experiment kann ich jedem nur empfehlen.
Trotzdem ließ mich das Thema noch nicht los, denn kurz darauf brachte der Ökotest in 01/2011 einen Artikel: "Es geht auch ohne", der ebenfalls auf die Probleme der Tierhaltung und auf den gesundheitlichen Aspekt unseres Fleischkonsums hinwies. Dieser überzeugte mich schließlich, meinen Fleischkonsum dauerhaft zu reduzieren. Zumindest ein wenig. Eine strikte Wochenendomnivore werde ich wohl trotzdem nicht, denn zum einen ist ein Fisch ja auch ein Tier und zum anderen kann ich mir nicht verkneifen, hin und wieder etwas Schinken auf mein Brot zu tun. Aber wie die Berlinerin Katharina Rimpler schon feststellte: "Zwei halbe Vegetarier sind auch ein ganzer." (http://halbzeitvegetarier.de/) Man muss es ja nicht ganz so genau nehmen.
Montag, 7. Februar 2011
Auch im Winter gesund leben
Heute möchte ich euch eine Pflanze vorstellen, die mich jetzt schon einige Jahre begleitet:
Aber jetzt das Tollste: Jiaogulan kann als Zimmerpflanze oder im Garten kultiviert werden, denn es ist nahezu unverwüstlich. Da es bis -18°C winterfest ist, habe ich meine Pflanze letztes Jahr geteilt und einen Teil in den Garten gepflanzt. Wie Stauden zieht Jiaogulan dort im Winter ein und treibt im Frühjahr aus den Wurzeln wieder aus. Im Haus wächst es aber das ganze Jahr über. Und selbst kleine Pflegefehler verzeiht es schnell, denn die Rankpflanze ist überaus wüchsig. So kann man denn auch regelmäßig einige ihrer Blätter ernten und verwerten. Und wie soetwas aussehen kann, möchte ich euch hier zeigen:
Jiaogulan
Jiaogulan wird auch Unsterblichkeitskraut genannt und ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Das mag daran liegen, dass Jiaogulan wirklich viele Anti-Aging-Stoffe beinhaltet. Da wären einmal die Gypenoside, die zu den Saponinen gehören und die Ginsenoside, die auch im Ginseng enthalten sind. In Jiaogulan sind jedoch wesentlich mehr verschiedene Saponine zu finden als im Ginseng. Es ist ein Adaptogen. Und so hat es denn auch vielfältigste Wirkungen. Darunter Stressverminderung, antioxidative Wirkung, Blutdruckregulierung, Blutzucker Senkung und viele andere. Am wichtigsten ist jedoch, dass nachgewiesen wurde, dass Jiaogulan gegen Krebs wirkt, ihm vorbeugt und bei einer Chemotherapie unterstützend eingesetzt werden kann. Es kommt ursprünglich aus China und Japan und wird dort als Tee- und Gemüsepflanze benutzt. Wer noch mehr Infos zu Jiaogulan möchte, sollte einfach mal danach googlen. Es gibt einen Haufen Seiten dazu.Aber jetzt das Tollste: Jiaogulan kann als Zimmerpflanze oder im Garten kultiviert werden, denn es ist nahezu unverwüstlich. Da es bis -18°C winterfest ist, habe ich meine Pflanze letztes Jahr geteilt und einen Teil in den Garten gepflanzt. Wie Stauden zieht Jiaogulan dort im Winter ein und treibt im Frühjahr aus den Wurzeln wieder aus. Im Haus wächst es aber das ganze Jahr über. Und selbst kleine Pflegefehler verzeiht es schnell, denn die Rankpflanze ist überaus wüchsig. So kann man denn auch regelmäßig einige ihrer Blätter ernten und verwerten. Und wie soetwas aussehen kann, möchte ich euch hier zeigen:
Jiaogulan-Milch-Joghurt-Drink
Ihr braucht für 2 Gläser:
1 Hand voll Jiaogulanblätter
1/2 Glas Joghurt
1 1/2 Gläser Milch
etwas zum Süßen (Zucker, Honig... Ich hab Stevia genommen. Stevia-Infos: hier klicken)
Das Ganze wird in einen Mixer gefüllt und gut durchgemixt. In ein schönes Glas gießen und mit einem Jiaogulanblatt garniert servieren. Man kann auch noch einige Eiswürfel mit rein tun. Schmeckt schön frisch und ist gesund.
Im aktuellen Rühlemanns-Katalog auf Seite 119 findet man noch ein Rezept für Jiaogulan-Sekt. Der schmeckt auch sehr gut.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren.
Achja, wenn ihr noch Rezepte mit Jiaogulan kennt, würden die mich auch sehr interessieren.
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